Acht Tore, ein Last-Minute-Ausgleich und viel Gesprächsstoff: In der 22. Runde der 1. Klasse Mitte teilten sich Union Leonding und SPG Neue Heimat Linz/Edelweiss 1b beim 4:4 die Punkte. Für Leondings Sportlichen Leiter Gerald Trummer fühlte sich das Remis bitter an. "Es waren verlorene Punkte", betonte er, weil seine Elf trotz vieler Hundertprozentiger nicht den Sack zumachte und der Gegner mit zwei "Tausend-Gulden-Schüssen" immer wieder zurückkam. Am Ende jubelte nur noch der Gast über den ganz späten Ausgleich.

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Union Leonding startete wie aus der Pistole geschossen und legte in den ersten Minuten eine beeindruckende Wucht an den Tag. Schon in Minute 2 traf Toni Mandir zum 1:0, nur drei Minuten später erhöhte Ademir Serdarevic auf 2:0 – der perfekte Auftakt aus Leondinger Sicht. Die Reaktion der Gäste kam jedoch umgehend: Anes Samardzic stellte in der 7. Minute auf 2:1, Junior Mukete glich nach 14 Minuten zum 2:2 aus. Doch die Hausherren hatten noch eine Antwort und gingen durch Harun Karic in Minute 16 wieder vorne weg – 3:2 zur Pause. Gerald Trummer fasste das Gefühl seiner Seite in einfachen Worten zusammen: "Wir waren klar die bessere Mannschaft." Er haderte aber mit der Effizienz: "Wir haben sieben, acht Hundertprozentige verhaut. Das war Chancenwucher, und deshalb waren es für uns verlorene Punkte."
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Leonding das aktivere Team und hatte mehr vom Spiel, doch die endgültige Vorentscheidung wollte nicht fallen. So blieb Neue Heimat/Edelweiss 1b im Rennen und kam in der 76. Minute durch Benjamin Okuyan zum 3:3. Union antwortete sofort und stellte nur fünf Minuten später den verdienten Vorsprung wieder her: Toni Mandir schnürte in Minute 81 seinen Doppelpack zum 4:3. Doch in einer langen Nachspielzeit stach der Gast ein letztes Mal zu: In der 90.+5 traf erneut Anes Samardzic zum 4:4. Trummer verwies auf die besondere Qualität mancher Gegentreffer: "Die Tore von Neue Heimat waren schön – zwei Tausend-Gulden-Schüsse, zwei Freistöße. Kann man nichts machen." Sein Fazit blieb dennoch eindeutig: "Wenn man sechs, sieben, acht Hundertprozentige hat und vier davon macht, muss man das Spiel normalerweise mit drei, vier Toren Unterschied gewinnen. So ist Fußball."
Im Gespräch blieb der Sportliche Leiter fair – sowohl gegenüber dem Gegner als auch dem Schiedsrichter. "Neue Heimat ist eine gute, junge Mannschaft, bissig", sagte Trummer, auch wenn er anmerkte, dass für ihn lange "eigentlich nie die Gefahr" bestand, Punkte liegen zu lassen. "Aber es ist dann so gekommen – so ist Fußball." Auch der Unparteiische bekam ein Lob: "Der Schiedsrichter war absolut in Ordnung, hat auf beide Seiten gut gepfiffen. Der Schiedsrichter war top." Inhaltlich wollte Trummer keine Debatte über die Abwehr aufmachen: "Im Offensivbereich sind wir top, die ganze Saison. Das heißt aber nicht, dass die Defensive schlecht war." Am Ende blieb sein klarer Auftrag für die kommenden Wochen: "Einfach die Chancen reinmachen." In der Tabelle hält Union Leonding nach 22 Runden bei 29 Punkten auf Rang neun, Neue Heimat/Edelweiss 1b bei 21 Zählern auf Platz 13.