In der 1. Klasse Mitte erwischte Union Leonding gegen ASKÖ Sparkasse Eferding/Fraham einen bitteren Abend: Trotz zahlreicher Möglichkeiten und eines Strafstoßes, der vor der Pause vergeben wurde, setzte es ein klares 2:5. Der Sportliche Leiter Gerald Trummer sprach von „Chancenwucher“ und einem Knackpunkt noch vor dem Seitenwechsel. Nach dem 1:1 vergab Leonding den möglichen Führungstreffer, danach übernahmen die Gäste im zweiten Durchgang die Kontrolle und nutzten ihre Gelegenheiten eiskalt.

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Union Leonding kam früh zu Möglichkeiten, traf aber nicht – und lief kurz darauf hinterher. Nach 18 Minuten brachte Robin Heitzendorfer Eferding/Fraham in Front, laut Gerald Trummer „durch eine Standardsituation, einen langen Anwurf – komplett unnötig, 0:1“. Leonding antwortete, Toni Mandir stellte in Minute 29 auf 1:1. Dann lag die Führung auf dem Punkt: „Wir haben gleich darauf einen Elfer verschossen“, ärgerte sich Trummer. Statt 2:1 kam der nächste Rückschlag, erneut durch Heitzendorfer zum 1:2 (38.). Mit diesem Rückstand ging es in die Pause.
Nach Wiederbeginn legten die Gäste zu: Niklas Eder erhöhte rasch auf 1:3 (49.). Ajas Karic brachte die Hausherren mit dem 2:3 (54.) noch einmal heran, doch Lukas Halbach stellte in Minute 69 den alten Zwei-Tore-Abstand her. Den Schlusspunkt setzte wieder Heitzendorfer mit seinem dritten Treffer zum 2:5 (79.). Trummer brachte es auf den Punkt: „Wir hatten Chancen für zwei Spiele. Wenn man da keine Tore macht, dann kriegen wir’s natürlich.“
Nach dem Schlusspfiff sparte der Sportliche Leiter nicht mit Selbstkritik. „Chancenwucher in der ersten Halbzeit unsererseits, einen Elfmeter vergeben, einige Chancen vergeben“, bilanzierte Trummer und nannte genau das den „Knackpunkt“. Gleichzeitig rückte er die Gegentorflut in den Fokus: „Was funktioniert hat? Die defensive Stabilität natürlich nicht. Wenn man fünf Tore kriegt zu Hause, das ist viel. Wir haben die zweitmeisten Tore geschossen in der Liga und auch so viele bekommen. Und wenn man so viele Tore bekommt, kann man nicht gewinnen. Man kann nicht jedes Spiel vier, fünf Tore schießen.“ Den Gegner lobte er fair: „Eferding/Fraham ist eine kampfkräftige Mannschaft, gut organisiert und hat die Chancen in Tore umgemünzt. Darum ist auch das Ergebnis zustande gekommen.“ Diskussionen über den Unparteiischen gab es keine: „Der Schiedsrichter war absolut in Ordnung.“ Und noch einmal sein Grundsatz: „Im Fußball zählen Tore. Das ist einmal so.“
In der Kabine herrschte Ernüchterung. „Die Mannschaft war natürlich enttäuscht, weil sich das mit den vergebenen Chancen durch die ganze Saison zieht“, sagte Trummer. Er ordnete die Tabellensituation nüchtern ein: „Platz zehn oder Platz elf sind wir, und das ist so. Das ist Fakt.“ Laut Tabelle liegt Leonding aktuell mit 30 Punkten auf Rang zehn – und trauert dennoch verpassten Möglichkeiten nach. „Es ist sehr schade, weil wir uns vielleicht sogar eine bessere Platzierung verdient hätten“, meinte Trummer, ohne Ausreden zu suchen. Personell musste Leonding improvisieren: „Es haben uns fünf Leute gefehlt, aber das soll keine Ausrede sein. Wir haben mit drei, vier Jungen gespielt, die es ganz gut gemacht haben.“
Für die finale Runde gilt Pragmatismus: „Schauen wir, was das letzte Spiel bringt.“ Der Auftrag ist klar: die vielen ordentlichen Ansätze endlich in Zählbares verwandeln – und vor dem eigenen Tor stabiler stehen.