Spielberichte

„Ersatztormann köpft zum Ausgleich ein – Blaue Elf Wels rettet spät ein 2:2-Remis

Union Pichling
Blaue Elf Wels

In der 1. Klasse Mitte hat sich die DSG Union Pichling gegen den ASK Blaue Elf Wels nach 2:0-Pausenführung mit einem 2:2 begnügen müssen. Für die Welser war es ein Punkt der Moral: Michael Schrempf sprach von einem klar überlegenen Gegner, von einem langen Kampf nach verletzungsbedingten Wechseln und von einem Ausgleich in der Nachspielzeit, der selbst im Unterhaus nicht alle Tage vorkommt.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Gäste halten zunächst dagegen

Schrempf machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, wie er die Kräfteverhältnisse gesehen hat. „Pichling war sehr, sehr stark“, sagte der Sektionsleiter der Blauen Elf, betonte aber auch, dass seine Mannschaft vor allem in der Anfangsphase durchaus ordentlich in der Partie gewesen sei. „In der ersten Halbzeit waren wir noch gut im Spiel, haben zwei, drei gute Chancen gehabt. Die haben wir leider nicht genutzt“, so Schrempf. Während Wels diese Möglichkeiten liegen ließ, war Pichling vor dem Tor konsequenter. Manuel Raml brachte die Gastgeber bereits in der 10. Minute in Führung. Kurz vor dem Seitenwechsel legte Pichling noch einmal nach, als Benjamin Temidayo Junior Joseph in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das 2:0 erzielte und damit auch den Pausenstand herstellte.

Verletzungen bringen Wels aus dem Rhythmus

Ein entscheidender Punkt war für Schrempf die Phase ab etwa der halben Stunde. „Ab der dreißigsten Minute haben wir verletzungsbedingt wechseln müssen und sind eigentlich ab da nicht mehr ins Spiel gekommen“, erklärte er. Damit, so seine Sicht, verlor Wels den Zugriff und in weiterer Folge auch den eigenen Rhythmus. Gerade nach der Pause sei Pichling dann das klar bessere Team gewesen. „Gerade in der zweiten Halbzeit haben sie uns eigentlich gegen die Wand gespielt“, sagte Schrempf sehr offen. Dass die Gäste in dieser Phase nicht schon deutlicher in Rückstand gerieten, schrieb er vor allem dem eigenen Torwart zu. „Unser Torwart hat einen Weltklasse-Tag gehabt, er hat Pichling zur Verzweiflung gebracht“, lobte der Sektionsleiter. Auch deshalb blieb die Blaue Elf trotz klarer Vorteile der Hausherren am Leben.

Anschlusstreffer aus dem Nichts – und dann wird es außergewöhnlich

So kam Wels in einer Partie zurück, die eigentlich schon fast entschieden wirkte. In der 79. Minute verkürzte Modou Lamin Manneh auf 2:1, und selbst Schrempf sprach in diesem Moment von einem Treffer, der „de facto aus dem Nichts“ gefallen sei. Vieles deutete trotzdem weiter darauf hin, dass Pichling den Sieg über die Zeit bringen würde. Doch die Schlussphase nahm aus Welser Sicht eine ganz eigene Wendung. Wegen der personellen Probleme kam bei den Gästen sogar der Ersatztorwart als Feldspieler aufs Feld. Genau dieser Joker wurde tief in der Nachspielzeit zur Hauptfigur: Jan Reiter köpfte zum 2:2 ein. „Ich glaube, so etwas gibt’s ganz, ganz selten im Fußball“, sagte Schrempf. Für ihn war das eine Szene, die man nicht so schnell vergisst.

Großer Respekt vor Pichling, große Zufriedenheit mit dem Start

Bei aller Freude über den späten Punktgewinn blieb Schrempf in seiner Einordnung sehr klar. „Die Union Pichling war die klar bessere Mannschaft“, sagte er, und auch an anderer Stelle ließ er keinen Zweifel daran, dass die Gastgeber bei besserer Chancenverwertung deutlich hätten gewinnen können. Trotzdem hob er hervor, dass seine Mannschaft nie aufgehört habe, an den Punkt zu glauben. „Wir haben nicht aufgegeben und weiter alles probiert. Am Schluss sind wir belohnt worden.“ Diskussionsstoff sah er rund um die Partie keinen, Schiedsrichter Postlbauer nannte er „sehr souverän“. Entsprechend positiv fiel auch sein Blick auf die ersten beiden Runden aus: „Wir haben gegen den Zweiten und Vierten der Vorsaison als Aufsteiger jetzt vier Punkte geholt. Der Saisonstart ist eigentlich traumhaft.“ Schon am Samstag geht es für die Blaue Elf mit dem Derby gegen Thalheim weiter.

1. Klasse Mitte: Pichling : B.Elf Wels - 2:2 (2:0)

  • 94
    Jan Reiter 2:2
  • 79
    Modou Lamin Manneh 2:1
  • 46
    Benjamin Temidayo Junior Joseph 2:0
  • 10
    Manuel Raml 1:0