Spielberichte

"Wir waren eher wie ein Begleitschutz" – SC Marchtrenk Juniors zahlen in Thalheim für 45 schwache Minuten

Union Thalheim
SC Marchtrenk Juniors

In der 1. Klasse Mitte hat die Union Thalheim das Heimspiel gegen die SC Gartenkomplett Marchtrenk Juniors mit 4:1 gewonnen. Für Neo-Trainer Sandi Dizdaric lag der Unterschied klar in den ersten 45 Minuten: zu wenig Gegenwehr, zu viele Fehler und ein Gegner, der das konsequent ausnutzte. Nach der Pause zeigten die Gäste zwar ein anderes Gesicht, doch da war der Rückstand bereits zu groß.

Pinker Fußball neben Torstange

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Vier Tore vor der Pause legen das Spiel früh fest

Schon die Torfolge machte deutlich, warum Dizdaric den Fokus fast ausschließlich auf die erste Halbzeit legte. Der Bezirksliga-Absteiger ging bereits in der 5. Minute durch Matej Marcinkovic in Führung und hatte damit früh genau den Start, den sich die Gastgeber gewünscht hatten. Vor der Pause legte die Heimelf dann gnadenlos nach: Marcinkovic traf in der 32. Minute zum zweiten Mal, nur zwei Minuten später erhöhte Dario Kajic auf 3:0, ehe Ivan Vareskic kurz vor dem Seitenwechsel das 4:0 besorgte. Für den Trainer der Juniors war diese Entwicklung kein Zufall. "Die erste Halbzeit haben wir ziemlich verschlafen. Wir haben keine Gegenwehr gemacht", sagte Dizdaric. Noch deutlicher wurde er, als er den Auftritt seiner Mannschaft einordnete: "Wir haben Thalheim spielen lassen. Wir waren eher wie ein Begleitschutz." Genau das ärgerte ihn besonders, weil seine Elf weder in die Zweikämpfe kam noch dem Gegner früh genug auf den Füßen stand.

Eigenfehler und zu viel Platz spielen Thalheim in die Karten

Aus Sicht des Marchtrenker Trainers lag der Knackpunkt nicht nur in der allgemeinen Passivität, sondern auch in den konkreten Fehlern, die seine Mannschaft vor der Pause machte. Beim ersten Gegentor nach einer Ecke, sagte Dizdaric, "darf er nicht allein zum Köpfen kommen". Auch vor dem 0:2 sah er einen völlig unnötigen Ballverlust nach einem eigenen Freistoß, der Thalheim in eine ideale Situation brachte. Für ihn passte das alles zu einem Auftritt, den er so von seiner Mannschaft nicht kennt. "Wir waren nicht aggressiv. Wir sind nicht in die Zweikämpfe reingekommen. Wir haben dem Gegner viel zu viel Platz gegeben", sagte er. Wenn man eine Mannschaft wie Thalheim nicht attackiere, erklärte der Coach weiter, dann bekomme sie Räume, Sicherheit am Ball und könne ihr Spiel aufziehen. Genau das sei passiert. Gleichzeitig erkannte Dizdaric an, dass die Gastgeber ihre Sache in dieser Phase sehr gut machten. Thalheim sei mutig nach vorne gespielt, sei bissiger gewesen und habe die Fehler seiner Mannschaft "eiskalt" ausgenutzt. Deshalb, so seine klare Einschätzung, sei die 4:0-Führung zur Pause auch verdient gewesen.

Nach der Pause ein anderes Gesicht – Andrejevic trifft zum 4:1

So deutlich Dizdaric die erste Halbzeit kritisierte, so klar stellte er sich nach dem Spiel vor seine Mannschaft, wenn es um den zweiten Durchgang ging. In der Kabine seien die Probleme angesprochen worden, danach habe sein Team vieles besser umgesetzt. Marchtrenk ging höher drauf, spielte Mann gegen Mann und machte es Thalheim damit wesentlich schwerer als noch vor der Pause. "Die zweite Halbzeit kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das war ein ganz anderes Gesicht", sagte der Trainer. Er sprach von mehr Elan, mehr Motivation und davon, dass seine Mannschaft zu einigen Torchancen gekommen sei. Lange blieb es zwar beim 4:0, doch in der 82. Minute gelang Marko Andrejevic immerhin noch der Treffer zum 4:1-Endstand. Dizdaric meinte sogar, mit etwas mehr Glück wäre noch mehr möglich gewesen, ordnete das aber sofort realistisch ein. Über die gesamten 90 Minuten sei es eben zu wenig gewesen, um in Thalheim etwas mitzunehmen, weil eine starke Halbzeit einen derart schwachen ersten Durchgang nicht mehr ausgleichen könne.

Keine Ausreden, sondern klarer Blick nach vorne

Bemerkenswert war nach dem Spiel, dass der neue Trainer gar nicht erst nach Nebenschauplätzen suchte. Schiedsrichter Schwandner nahm er ausdrücklich aus der Diskussion. "Der Referee hat das Spiel eigentlich sehr gut geleitet", sagte Dizdaric und wollte auch eine mögliche Strafraumszene in der Schlussphase nicht als Ausrede gelten lassen. Viel wichtiger war ihm die eigene Analyse. Respekt vor dem Gegner gehöre immer dazu, meinte er, aber in den 90 Minuten gibt es nur Vollgas. Genau das habe seiner Mannschaft vor der Pause gefehlt. Trotzdem will er die Niederlage nicht größer machen, als sie ist. Die zweite Halbzeit nehme er aus Thalheim mit, sie mache Mut für die nächsten Aufgaben. Nach vier Spielen halten die Juniors bei sechs Punkten, dazu werde der Kader nun wieder voller. "Wir werden ab Montag wieder Vollgas ins Training einsteigen", kündigte Dizdaric an. Und auch die Richtung für die nächsten Wochen gab er klar vor: "Wir sind eine sehr, sehr gute Mannschaft und werden stärker zurückkommen." 

1. Klasse Mitte: Thalheim : SC Marchtrenk Juniors - 4:1 (4:0)

  • 82
    Marko Andrejevic 4:1
  • 43
    Ivan Vareskic 4:0
  • 34
    Dario Kajic 3:0
  • 32
    Matej Marcinkovic 2:0
  • 5
    Matej Marcinkovic 1:0