Spielberichte

"Zu viele Fehler im Spielaufbau": SPG Wilhering/Mühlbach gibt in Pichling Sieg aus der Hand

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Union Pichling
Wilhering/Mühlbach

In der 1. Klasse Mitte hat sich die DSG Union Pichling am Samstagnachmittag ein 2:2-Unentschieden gegen die SPG Wilhering/Mühlbach gesichert. Nach der 1:0-Pausenführung der Gastgeber drehte die SPG die Partie nach Seitenwechsel, brachte den Vorsprung aber nicht über die Zeit. Trainer Alexander Oppolzer sprach von einem "gerechten Unentschieden", weil seine Mannschaft nach starkem Comeback in der Schlussphase zu viele Fehler im Spielaufbau machte.

Gelber Fußball im Tornetz

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Pichling hat zuerst die Kontrolle, dann dreht sich das Bild

Alexander Oppolzer musste nach dem Schlusspfiff zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten einordnen. In der ersten Hälfte, so der Trainer der SPG, hatte Pichling klare Vorteile und war in vielen Szenen einen Schritt schneller. Das 1:0 durch Julian Henebichler in der 9. Minute passte aus seiner Sicht deshalb zum Spielverlauf. "Pichling hat in der ersten Halbzeit mehr das Spiel kontrolliert. Wir haben ein bisschen Probleme gehabt, ordentlich in die Zweikämpfe zu kommen, waren da oft der Zweite", sagte Oppolzer. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurde seine Mannschaft etwas präsenter. Nach dem Seitenwechsel sah der Trainer dann aber eine völlig veränderte Partie. Wilhering/Mühlbach kam mit mehr Zug aus der Kabine, übernahm das Kommando und belohnte sich zunächst durch Jan Wintersberger mit dem 1:1 in der 52. Minute. Als Matthias Schatzeder in Minute 64 auf 2:1 stellte, war die Begegnung aus Sicht der Gäste komplett gedreht.


Bis zum 2:1 läuft vieles richtig, danach geht Momentum verloren

Gerade die Reaktion nach dem Rückstand gefiel Oppolzer besonders gut, weil seine Mannschaft nach der Pause genau das auf den Platz brachte, was in der Halbzeit angesprochen worden war. "Wir sind mit einem anderen Gesicht rausgekommen", sagte er, und dieses andere Gesicht zeigte sich vor allem darin, dass Wilhering/Mühlbach das Spiel lange kontrollierte. Der Trainer sprach sogar davon, dass seine Mannschaft die zweite Halbzeit bis zum 2:1 eigentlich komplett im Griff gehabt habe. Ganz fertig war die Arbeit damit allerdings nicht. Oppolzer verwies auf eine weitere gute Möglichkeit zum 3:1, die das Spiel wohl entschieden hätte. Stattdessen blieb Pichling im Spiel und warf in der Schlussphase mehr nach vorne. Genau dort sah der Trainer den Knackpunkt. "Nach dem 2:1 haben wir das Momentum verloren. In den letzten zehn, fünfzehn Minuten waren wir wieder öfter der Zweite", sagte Oppolzer. Dazu kamen aus seiner Sicht zu viele unkontrollierte Bälle aus der Defensive. "Wir hätten die Bälle aus unserem Verteidigungsdrittel kontrollierter rausbringen müssen. Da sind uns viel zu viele Fehler im Spielaufbau passiert", erklärte er.

Ausgleich fällt nach Standard, am Ende bleibt für Coach Oppolzer Remis stimmig

Der Ausgleich zum 2:2 fiel dann in der 82. Minute durch Dumitru Adrian Stanculescu und passte für Oppolzer genau in jene Phase, in der seine Mannschaft den Zugriff verlor. Besonders bitter aus Sicht der Gäste: Der Treffer entstand nach einer Standardsituation. "Das war ein Fehler von unserem Tormann beim Rauskommen. Das war ein bisschen ein Geschenk für Pichling", sagte der Trainer offen. Er blieb bei der Szene aber nicht stehen, sondern ordnete sie sofort in den Gesamtverlauf ein. Pichling habe in dieser Phase wieder Druck gemacht und sei auch zu weiteren Möglichkeiten gekommen. Deshalb wollte Oppolzer dem späten Gegentor nicht mehr Gewicht geben, als es im Gesamtbild verdient. "Auf der anderen Seite hatten sie auch noch zwei, drei Chancen, wo der Ausgleich drinnen gewesen wäre. Insgesamt passt das 2:2", meinte er. Auch den Gegner beurteilte er positiv. Pichling sei "eine gute Mannschaft, offensiv sehr schnell", die zuerst stark begonnen, dann nachgelassen und am Ende wieder gut ins Spiel zurückgefunden habe. Beim Schiedsrichter sah Oppolzer ebenfalls keinen großen Aufreger. "Im Großen und Ganzen hat er eine gute Leistung gebracht", sagte er, auch wenn ihm die Zahl der Gelben Karten etwas zu hoch vorkam.

Leistung macht Mut, Schlussphase bleibt klarer Auftrag

Trotz des verpassten Sieges nahm Oppolzer aus dem Auftritt auch einiges mit, das ihm gefiel. Vor allem die Moral nach dem 0:1 und die Qualität der zweiten Halbzeit hob er hervor. "Da haben wir die Sachen umgesetzt, die wir besprochen haben. Bis zur 75., 80. Minute war ich sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft", sagte der Trainer. Genau deshalb überwog bei ihm nach dem 2:2 auch nicht nur der Ärger über zwei verlorene Punkte, sondern ebenso die Erkenntnis, dass seine Mannschaft in dieser Form Spiele drehen und über weite Strecken kontrollieren kann. Der Punkt bringt die SPG Wilhering/Mühlbach nach sechs Runden auf elf Zähler und hält die Mannschaft im oberen Bereich der Tabelle. Der klarste Lernpunkt aus Pichling bleibt für Oppolzer aber die Schlussphase: Wenn die Zweikämpfe, die zweiten Bälle und der erste Pass aus der Defensive nicht mehr passen, kann selbst eine starke zweite Halbzeit am Ende nur noch zu einem Unentschieden reichen.

1. Klasse Mitte: Pichling : Wilhering/Mühlb. - 2:2 (1:0)

  • 82
    Dumitru Adrian Stanculescu 2:2
  • 64
    Matthias Schatzeder 1:2
  • 52
    Jan Wintersberger 1:1
  • 9
    Julian Henebichler 1:0