Spielberichte

„Nach dem frühen 0:1 sind wir zurückgekommen“ – Marchtrenk Juniors drehen das Spiel in Wels

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Blaue Elf Wels
SC Marchtrenk Juniors

In der 1. Klasse Mitte haben die SC Gartenkomplett Marchtrenk Juniors beim ASK Blaue Elf Wels einen 2:1-Auswärtssieg geholt. Nach dem frühen Gegentor wirkte Marchtrenk zunächst nicht hellwach, arbeitete sich laut Trainer Sandi Dizdaric aber immer besser in die Partie und nahm am Ende drei hart erkämpfte Punkte mit. Ausschlaggebend war für ihn weniger spielerischer Glanz als die Reaktion seiner Mannschaft auf diesen denkbar schlechten Start.

Torwart in Neongrün, im Vordergrund der Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Früher Schock, dann der schnelle Ausgleich

Für die Gäste begann die Partie denkbar schlecht. Ivan Zeko brachte die Welser schon in der 1. Minute mit 1:0 in Führung, und Dizdaric machte im Gespräch keinen Hehl daraus, wie sehr ihn dieses Gegentor ärgerte. „Wir haben in den ersten zehn, zwanzig Sekunden ein Tor kassiert, weil wir nicht hellwach waren. Wir waren verschlafen, nicht anwesend am Platz. Das darf uns eigentlich nicht passieren“, sagte der Trainer. Gerade deshalb sei die Reaktion seiner Mannschaft umso wichtiger gewesen. Marchtrenk ließ sich von diesem Nackenschlag nicht aus dem Spiel bringen, kam laut Dizdaric Schritt für Schritt besser hinein und wurde in der 6. Minute mit dem 1:1 belohnt, das offiziell Rilind Emra gutgeschrieben wurde. Für den Trainer war dieses Tor die passende Antwort auf den frühen Rückschlag. Er sprach von einem Weckruf, nach dem seine Mannschaft mental zurückgekommen sei. Kurz vor der Pause sah er dann noch auf Welser Seite einen Stangenschuss, dazu auf beiden Seiten Möglichkeiten in einer Phase, die er als „ein wenig hin und her“ beschrieb. Mit dem 1:1 zur Halbzeit konnten aus seiner Sicht beide Mannschaften leben.


Viele Zweikämpfe, viele lange Bälle, wenig Spielfluss

Dass es keine Partie für Fußball-Feinschmecker war, sprach Dizdaric ganz offen an. Er schilderte ein Spiel, das über weite Strecken von langen Bällen, vielen Zweikämpfen und ständigen Verlagerungen lebte. Vor allem Blaue Elf Wels habe immer wieder diagonal auf die Seiten gespielt, besonders häufig nach rechts, um dort Druck aufzubauen. „Es war sehr schwierig zu spielen, weil es wirklich viel um Zweikämpfe gegangen ist“, sagte der Marchtrenker Coach. Nach seiner Einschätzung war auf beiden Seiten spielerisch nicht allzu viel möglich, weil der Platz kein sauberes Kombinationsspiel zuließ. Trotzdem wollte er das nicht als Ausrede verstanden wissen. „Wir reden uns nicht raus“, stellte er klar. Gerade das macht seine Einordnung glaubwürdig: Marchtrenk gewann dieses Spiel nicht, weil alles glattlief, sondern weil die Mannschaft sich auf die Bedingungen einstellte und den Kampf annahm. So entwickelte sich eine Begegnung, in der weniger die feine Klinge, sondern vielmehr Einsatz, Körpersprache und Wachsamkeit in den Duellen gefragt waren.

Bozic Mirko trifft nach Standard, Marchtrenk bringt den Vorsprung ins Ziel

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eng und kampfbetont. Dizdaric räumte offen ein, dass die Welser in dieser Phase durchaus das 2:1 hätten machen können. „Einen Tausender haben sie gehabt“, sagte er und sprach davon, dass seine Mannschaft in dieser Situation im Zweikampf etwas naiv gewesen sei. Da hätten die Gäste auch das nötige Glück gehabt. Danach sah der Trainer seine Elf aber wieder stabiler und auch mit besseren Ballstafetten und Kombinationen. Die Entscheidung fiel schließlich in der 78. Minute nach einem Standard. Bozic Mirko brachte den Ball laut Dizdaric zunächst mit der Brust Richtung Tor, der Welser Tormann lenkte ihn aus seiner Sicht noch an die Latte, ehe Bozic im Nachsetzen per Kopf zum 2:1 traf. „Da haben wir beim Tor auch Glück gehabt. Aber im Endeffekt fragt keiner mehr, wie“, sagte der Trainer. Genau das passte zu seiner gesamten Analyse dieses Nachmittags: Es war kein Sieg für das Lehrbuch, sondern einer, den sich Marchtrenk mit Beharrlichkeit, einer guten Reaktion auf den Fehlstart und der nötigen Portion Fortune holte.

„Wichtig sind die drei Punkte“

Die Schlussphase beschreibt Dizdaric als reine Arbeit. Seine Mannschaft habe in den letzten zehn bis fünfzehn Minuten „voll reingehauen“, viele Bälle geklärt und alles investiert, um den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Dass das nicht immer schön ausgesehen habe, störte ihn nach dem Abpfiff überhaupt nicht. „Wichtig sind die drei Punkte“, betonte er mehrmals. Diskussionen über den Schiedsrichter wollte er gar nicht erst beginnen, weil für ihn immer die eigene Leistung und der eigene Auftritt entscheidend sind. Umso höher bewertet er diesen Sieg, weil sich Marchtrenk die nunmehr zehn Punkte laut seiner Darstellung trotz schwieriger Vorbereitungszeit, Verletzungen und weiterer Ausfälle hart erarbeitet hat. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Dizdaric, und dieser Satz passt gut zu einem Auftritt, der nicht über spielerischen Glanz, sondern über Moral, Widerstandskraft und eine starke Schlussphase zum Erfolg führte. Für die Marchtrenker ist dieser Auswärtssieg damit mehr als nur ein weiterer Dreier: Er bringt sie nach dem jüngsten Rückschlag wieder auf Kurs.

1. Klasse Mitte: B.Elf Wels : SC Marchtrenk Juniors - 1:2 (1:1)

  • 78
    Bozic Mirko 1:2
  • 6
    Rilind Emra 1:1
  • 1
    Ivan Zeko 1:0