In der 1. Klasse Nord-Ost hat sich Union Ried in der Riedmark nach einer langen Zitterpartie am Ende auf Rang zwölf gerettet. Trainer Matthias Lindtner sieht darin mehr als nur den Klassenerhalt. "Ich glaube, dass wir mit den letzten sieben Spielen diesen Turnaround geschafft haben", sagt er und verbindet den Rückblick auf die schwierige Saison sofort mit einer klaren Ansage für den Sommer: Ried soll stabiler bleiben, mit Ball mutiger werden und vorne mehr aus seinen Chancen machen.

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Wenn Lindtner auf die vergangenen Monate zurückblickt, beginnt seine Geschichte bewusst nicht erst mit dem Schlussspurt, sondern mit dem Winter. Damals übernahm er eine Mannschaft, die laut eigener Einschätzung als Letzter dastand, viele negative Erfahrungen aus eineinhalb schwierigen Jahren mitgenommen hatte und vor allem defensiv große Probleme zeigte. "Wir haben versucht, weniger Gegentore zu bekommen", sagt der Trainer. Dazu kamen taktische Anpassungen, etwa bei den Abständen zwischen den Ketten und bei den Verschiebemustern. Für Lindtner war genau das die Basis dafür, dass sich die Entwicklung später auch in Ergebnissen niederschlug. Dass Ried die Saison nach langer Zeit im Tabellenkeller noch auf Rang zwölf beendete und in den letzten fünf Spielen immerhin drei Siege holte, passt zu dieser Einschätzung. Die Erfolge gegen U. Königswiesen, SPG Pregarten 1b und zum Abschluss gegen Baumgartenberg waren für ihn kein Zufall, sondern das sichtbare Ergebnis einer Arbeit, die schon früher begonnen hatte. "Die letzten sieben Spiele haben gezeigt, dass dieser Verlauf stimmt", sagt Lindtner, der den späten Aufwärtstrend als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg wertet.
So zufrieden Lindtner mit der Stabilisierung ist, so klar benennt er auch den nächsten Schritt. Für die kommende Vorbereitung will er den Fokus deutlich stärker auf das Spiel mit dem Ball legen. "Wir wollen mehr mit dem Ball gestalten, das Spiel mehr an uns ziehen und noch torgefährlicher werden", formuliert er das Ziel. Damit spricht er einen Punkt an, der Ried in der Rückrunde trotz sichtbarer Fortschritte immer wieder gebremst hat. "Das war oft unser Manko in der letzten Halbsaison, dass wir sehr viele Chancen ausgelassen haben. Das macht schon meistens den Unterschied", sagt der Trainer. Es geht ihm also nicht nur darum, geordneter zu verteidigen, sondern auch darum, aus Ballbesitz mehr zu machen und Spiele aktiver zu bestimmen. Genau dort erwartet er sich auch Hilfe von möglichen Verstärkungen. Zwei bis drei Spieler, vor allem für das Offensivspiel, sollen Qualität und Persönlichkeit mitbringen. Namen nennt Lindtner noch nicht, wohl aber das Anforderungsprofil: Führungsspieler, die den vielen jungen Riedern weiterhelfen und im letzten Drittel aus Möglichkeiten mehr Ertrag holen.
Veränderungen gibt es im Sommer trotzdem, auch wenn der Stamm des Kaders erhalten bleibt. Mit Daniel Pührerfellner, Patrick Werner und Lukas Triebert verliert Ried drei erfahrene Kräfte, die in die Fußballpension gehen. Lindtner macht kein Geheimnis daraus, dass diese Abgänge sportlich und menschlich Gewicht haben. Pührerfellner war als Kapitän auf der Seite und auch vorne einsetzbar, Werner im Zentrum beheimatet, Triebert über Jahre eine feste Größe in der Verteidigung. Gleichzeitig betont der Trainer, dass diese Schritte intern schon länger bekannt waren und den Verein deshalb nicht unvorbereitet treffen. Auch im Trainerstab gibt es eine Änderung, weil der bisherige Co-Trainer Niklas Rimser sein Amt aus familiären und zeitlichen Gründen zurückgelegt hat. Ried reagiert darauf mit einer neuen Co-Trainerin mit UEFA-B-Lizenz. Sabrina Hackl kennt die vielen jungen Spieler aus dem Verein bereits aus dem Nachwuchs und soll Lindtner in der täglichen Arbeit unterstützen. Der restliche Rahmen bleibt ruhig, der Vorstand unverändert, größere infrastrukturelle Themen wie eine Sanierung oder ein Neubau des Vereinsgebäudes sind zwar angedacht, aber noch Zukunftsmusik.
Am deutlichsten wird Lindtner, wenn es um die Richtung des Vereins geht. Er spricht nicht zuerst über Tabellenplätze, sondern über Entwicklung, Identifikation und Zusammenhalt. In Ried, sagt er, gehe es darum, die eigenen Jungen weiterzubringen und daraus eine funktionierende Mannschaft zu formen. "Mir ist wichtig, dass die Entwicklung immer nach oben zeigt", sagt der Trainer. Dass er diesen Weg ernst meint, untermauert auch das Umfeld: Rund 140 Kinder und Jugendliche sind im Verein eingebunden, im Nachwuchs gab es mehrere Meistertitel, und die 1b soll weiter ein wichtiger Schritt nach oben bleiben. Lindtner schildert den Zusammenhalt im Verein mit großer Wertschätzung und hebt hervor, wie stark die Unterstützung von Vorstand, Helfern und Zuschauern in einer nicht einfachen Saison gewesen sei. Am 6. Juli startet Ried ohne bekannte Verletzungssorgen in die Sommervorbereitung, inklusive Laufdiagnostik und klarer Trainingssteuerung. Für die kommende Saison erwartet Lindtner eine starke, spielerisch interessante Liga mit vielen Derbys. Gerade deshalb freut er sich auf die Aufgabe. Seine Mannschaft soll nicht nur bestehen, sondern sich weiter nach oben arbeiten und den Trend der letzten Wochen bestätigen.