In der 1. Klasse Nord-Ost setzte es für die Union Baumgartenberg beim SC St. Pantaleon-Erla eine 2:4-Niederlage. Dabei führten die Gäste früh, ehe Pantaleon noch vor der Pause ausglich und nach dem Wechsel zulegte. Trainer Jürgen Kappl sprach von einem gebrauchten Tag seiner Elf, lobte aber fair den Gegner: „Unterm Strich verdient verloren, weil Pantaleon an dem Tag einfach besser war.“ Gleichzeitig kritisierte er die eigene Herangehensweise und kündigte an, für die kommenden Wochen an ein paar Stellschrauben zu drehen.

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Der Nachmittag begann aus Sicht der Gäste ideal. Bereits nach acht Minuten schlug Lukas Günther Spiegl zu und stellte auf 0:1 – genau das Umschaltspiel, das sich Baumgartenberg vorgenommen hatte. „Unser Tor war genau das, was wir spielen wollen: Ballgewinn, schnell umschalten, direkt abschließen“, beschrieb Kappl die Führung. Pantaleon blieb aber dran und kam noch vor dem Pausenpfiff durch Stefan Reimann zum 1:1 (44.). „Wir haben nicht in unser Spiel gefunden, waren unsicher“, ordnete Kappl die erste Hälfte ein. Nach dem Seitenwechsel wurde Pantaleon das aktivere Team: Göktan Özyilmaz drehte die Partie mit dem 2:1 (52.), Julian Mayr legte zum 3:1 nach (68.) und erneut Özyilmaz stellte mit dem 4:1 (75.) die Weichen klar. In der Nachspielzeit betrieb Matthias Schalhas mit dem 4:2 (90+3) Ergebniskosmetik – am Heimsieg änderte das nichts mehr.
Jürgen Kappl suchte die Erklärung vor allem bei der eigenen Ausrichtung. „Wir haben nicht in unser Spiel gefunden, eventuell auch die falsche Taktik gewählt. Vielleicht hätten wir defensiver stehen müssen und nicht vorne unser Glück suchen“, sagte der Baumgartenberg-Coach offen. Sein Team habe die Idee, flach und schnell umzuschalten, „einfach nicht am Platz bringen“ können. Gleichzeitig hob Kappl die Qualität des Gegners hervor: „Der Gegner hat’s über die Seite sehr gut gemacht, die haben zwei, drei Unterschiedsspieler. Vor allem die Nummer sieben war für mich der beste Spieler am Platz – dynamisch, schnell, abgezockt. Und die Nummer acht im Zentrum ist ein hervorragender Kicker.“ Dass die Gastgeber nach dem Ausgleich drangeblieben sind, passte ins Bild: „Pantaleon war an diesem Tag einfach besser, daher ist der Sieg in Summe verdient.“
Bei einigen Situationen haderte der Trainer allerdings mit Entscheidungen. „Sehr viele strittige Entscheidungen gegen uns“, meinte Kappl und sprach von einer „wenig klaren Linie“ des Unparteiischen. Beim 1:1 sah er einen Fehler seiner Mannschaft, das 3:1 wertete er als „darf nie und nimmer passieren“, und er blieb bei seiner Einschätzung, dass eine Szene in der zweiten Hälfte „eine ganz klare rote Karte“ gewesen sei. Auch Abseitsfragen bei einem Treffer standen für ihn zur Diskussion. Wichtig war Kappl trotz aller Emotionen die Einordnung: „Trotzdem haben wir in Summe verdient verloren, weil Pantaleon besser war.“ Er wollte den Fokus daher schnell wieder auf die eigenen Themen richten: „Wir müssen bei uns ansetzen und beim nächsten Mal eine andere Spielidee suchen.“
Kappl blickte nach vorn und kündigte Anpassungen an. „Wir werden die nächsten Spiele ein bisschen anders angehen. Wir werden das spielen, was uns stark macht“, sagte er. Die Personalsituation bleibt angespannt, wie der Trainer betonte: „Wir spielen noch immer mit vielen Verletzten. Nächste Woche kommt vielleicht der Tormann zurück, dann vielleicht ein Mittelfeldspieler.“ Große Umbrüche erwartet er dennoch nicht: „Wir werden jetzt nicht mehr viel verändern, aber hart arbeiten.“ Sein Glaube an das Ziel bleibt ungebrochen: „Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Und an den Gegner schickte er eine faire Botschaft mit: „Gratulation an Pantaleon – ich glaube, die haben sich den Klassenerhalt gesichert.“