In der 1. Klasse Nord-Ost musste die Union Ried in der Riedmark beim SC BT-Bau Tragwein/Kamig eine 0:2-Niederlage einstecken. Zwei Standardtore von Tobias Schützeneder entschieden ein Spiel, in dem die Gäste viel Ballbesitz hatten, sich aber im letzten Drittel nicht belohnten. Rieds Trainer Matthias Lindtner brachte es auf den Punkt: „Der Wille war da, aber der letzte Pass hat gefehlt.“ Am Ende blieb Tragwein effizient, während Ried trotz Aufwand ohne Torerfolg blieb.

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Beide Teams starteten abwartend, Ried tastete sich auf dem großen Platz in Tragwein erst hinein. „Wir haben versucht, uns auf den großen Platz einzustellen und über die Seiten mit unserer Schnelligkeit in Konter zu kommen“, erklärte Matthias Lindtner. Nach 19 Minuten folgte der erste Nackenschlag: Ein Freistoß von der Seite segelte in den Strafraum, dort behielten die Gastgeber die Übersicht – Tobias Schützeneder drückte zum 1:0 ein. „Nach einem Freistoß von der Seite verlieren wir das Duell, und Schützeneder macht ihn“, so Lindtner. Das Gegentor wirkte wie ein Weckruf für Ried. Die Gäste schoben die Linie höher, pressten aggressiver und übernahmen weite Strecken die Kontrolle. „Wir sind sehr hoch draufgegangen und wollten schnell das 1:1“, sagte der Coach. Bis zur Pause blieb es aber beim 1:0, auch weil Ried im letzten Drittel die Genauigkeit fehlte.
Nach dem Seitenwechsel hielt Ried am Plan fest: hoch anlaufen, den Ball schnell zurückerobern und das Spiel in die Hälfte der Hausherren verlagern. Phasenweise gelang das gut, die Gäste hatten mehr vom Spiel. „Wir hatten viel den Ball, aber im letzten Drittel waren wir zu ungenau. Der letzte Pass kam nicht an“, beschrieb Lindtner die größte Baustelle des Abends. Es blieben Halbchancen und Ansätze, wirklich zwingend wurden die Rieder selten. Tragwein ließ hinten wenig zu und wartete geduldig auf den Moment – und der kam in Minute 78 erneut nach einem ruhenden Ball. Ein weiter Freistoß wurde immer länger, Rieds Keeper konnte nicht entscheidend klären, wieder war Schützeneder zur Stelle und stellte auf 2:0. „Ein Freistoß von weiter weg wurde länger und länger. Unser Tormann ließ ihn fallen, Schützeneder schob ein. Das 2:0 war dann entscheidend“, so Lindtner.
Während Ried am Drücker war, nutzte Tragwein seine Möglichkeiten – vor allem bei Standards. „Tragwein war schlichtweg konsequent. Sie haben harte Zweikämpfe geführt, uns im Zentrum das Leben schwer gemacht und waren effektiv durch ihre Standards“, lobte Lindtner den Gegner. Auch zum Unparteiischen fand der Ried-Coach ruhige Worte: „Der Schiedsrichter war sehr unaufgeregt, es gab keine strittigen Szenen.“
In seiner Analyse sah er kein Klassenunterschiedsspiel, sondern eine enge Partie, die in den entscheidenden Momenten kippte: „Vom Gefühl her wäre ein Unentschieden drin gewesen. Wir hatten vielleicht mehr Ballbesitz, aber nur bis 20, 30 Meter vor dem Tor. Dann war bei uns Schluss.“ Tragwein hielt dagegen kompakt, verteidigte aufmerksam – und machte aus zwei Freistößen zwei Tore.
Unterm Strich blieb für Ried viel Aufwand ohne Ertrag – und die bittere Erkenntnis, dass Standards an diesem Abend den Unterschied machten. „Den Willen kann ich meiner Mannschaft nicht absprechen, der war bis zum Schluss da. Aber die letzte Genauigkeit hat heute gefehlt“, sagte Lindtner. Bitter aus Rieder Sicht: Der Trainer berichtete von zwei Verletzungen sowie anstehenden Gelbsperren, was den ohnehin kleinen Kader zusätzlich fordert. „Das ärgert mich mehr als die Niederlage. Der Kader ist sehr klein“, meinte er. Positiv sieht Lindtner, dass nun „Junge aus der zweiten Reihe die Chance bekommen, sich zu zeigen“.
In der Tabelle bleibt Ried mit 18 Punkten auf Rang 12 gefordert, während Tragwein mit nun 39 Zählern im vorderen Drittel steht. Für Ried gilt: Die Leidenschaft passt – jetzt muss der letzte Pass wieder sitzen.