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Union Gunskirchen setzt trotz Umbruch auf Entwicklung statt Tabellenrechnen

Union Humer Gunskirchen

Nach einer starken Rückrunde in der Landesliga Ost startet die Union Humer Gunskirchen mit neuen Vorzeichen in die Saison der Landesliga West: Der Wechsel von der Ost- in die West-Gruppe, mehrere Abgänge und fünf Neuzugänge sorgen für Bewegung im Kader. „Wir wollen einfach guten Fußball spielen und diese junge Mannschaft einen Schritt weiterbringen“, sagt Trainer Ervin Begic im Gespräch mit Ligaportal. Nach Platz acht zum Saisonende ist die Stimmung im Verein gut, auch wenn sich der Coach bewusst nicht auf ein konkretes Tabellenziel festlegen will.

Spieler in grünem Trikot führt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Eine Rückrunde, die vieles verändert hat

Dass die vergangene Spielzeit intern als Erfolg gewertet wird, hat vor allem mit den Monaten nach der Winterpause zu tun. Gunskirchen holte in der Rückrunde 25 Punkte, löste sich rasch von den Abstiegsrängen und schob sich noch auf Rang acht nach vorne. „Wir haben uns relativ schnell von den Abstiegsrängen distanziert und dann mit Platz acht eine wirklich sehr gute Saison abgeschlossen“, sagt Begic. Mit 45 Gegentoren in der Hinrunde, noch die schwächste Defensive der Liga, stabilisierte sich das Team defensiv und kassierte im neuen Jahr nur noch 17 Gegentore. Für einen Verein, der zu Saisonbeginn noch unter Druck stand, war das ein klares Signal, dass die Entwicklung in die richtige Richtung ging.

Begic sieht einen wesentlichen Grund dafür in der Winterarbeit. Die Mannschaft sei nicht nur sportlich stabiler geworden, sondern auch körperlich gut durch die entscheidende Phase gekommen. „Wir sind in der Rückrunde sehr gut durchgekommen, weil die Jungs eine sehr gute Vorbereitung im Winter gemacht haben.“ Dass Gunskirchen über einen Kunstrasen verfügt, habe sich dabei bezahlt gemacht. Der Trainer spricht offen von einem „Wettbewerbsvorteil“, der sich auch bei der Verletzungssituation bemerkbar gemacht habe.

Viele Wechsel im Kader, der Fokus liegt auf dem Zusammenspiel

Ruhig ist der Sommer trotzdem nicht verlaufen. Mit Dibran Rrahmani, Akos Gillich, Aleksander Popovic (alle SC Marchtrenk), Adama Traoré (Frankreich), Liam Schmuck (Studium), Goran Čolić sowie Leart und Leon Aljiji haben mehrere routinierte Spieler den Verein verlassen. Dazu kommen mit Karim Keik, Denni Kapetanovic, Albin Ramadani, Argjend Hyseni und Alessandro Markulj fünf zum Teil sehr junge Neuzugänge. Begic spricht daher von einem „etwas größeren Umbruch“.

Genau daraus ergibt sich auch der Schwerpunkt der Vorbereitung. Nicht einzelne taktische Details stehen im Vordergrund, sondern das rasche Zusammenfinden der neuen Gruppe. „Wir sind jetzt klar dynamischer und vertikaler geworden, der Fokus liegt aber größtenteils darauf, als Team zu wachsen und dann im ersten Spiel auch als solches aufzutreten“, sagt der Trainer. Dass es derzeit keine Langzeitverletzten gibt, erleichtert diese Arbeit. Zusätzlich kommt mit Stammtorwart Huso Cajtinovic der etatmäßige Kapitän nach Kreuzbandriss zurück. Abgesehen von urlaubsbedingten Abwesenheiten seien damit alle fit und einsatzbereit.

Kontinuität gibt es dafür rund um die Mannschaft. Im Trainerstab bleibt alles beim Alten, auch im Vorstand stehen keine Veränderungen an. Für Begic ist das in einer Phase des personellen Umbaus kein Nebenaspekt. Während sich auf dem Feld einiges verändert, bleibt das Umfeld stabil.

80-Jahr-Feier stärkt den Zusammenhalt

Wie eng Mannschaft und Verein derzeit zusammengerückt sind, zeigte sich zuletzt auch abseits des Rasens. Die 80-Jahr-Feier in der vergangenen Woche beschreibt Begic als „wirklich sensationell“. Spieler, Funktionäre und Nachwuchsbetreuer halfen mit, das Programm über zwei Tage zu stemmen. Für den Trainer war das mehr als nur ein Jubiläum: „Da haben wir gesehen, was für ein toller und großer Verein die Union Gunskirchen ist.“

Begic verbindet diesen Rückenwind auch mit einem Anspruch an seine Mannschaft. Viele Funktionäre würden im Hintergrund unzählige Stunden opfern und „sehr, sehr gute Arbeit“ leisten, um dem Team vieles zu ermöglichen. „Das wollen wir am Spielfeld zurückzahlen, weil die tollen Bedingungen hier nicht selbstverständlich sind“, sagt er. Diese Haltung passt zur aktuellen Ausrichtung des Vereins: weniger große Ansagen, mehr Entwicklung im Alltag.

Keine Platzvorgabe, aber ein klarer Anspruch

Bei den Zielen bleibt die Union deshalb bewusst vorsichtig. Der Ligawechsel erschwert die Einordnung, weil viele Gegner für Begic und seine Mannschaft noch schwer einzuschätzen sind. „Wir können schwer Ziele definieren, weil wir die Gegner in der Gruppe West noch nicht ganz einschätzen können. Ich sehe aber ganz klar Bad Wimsbach und Pettenbach vorne.“ Einen Tabellenplatz will der Trainer daher nicht ausrufen.

Ganz ohne Maßstab geht der Verein aber nicht in die neue Saison. Gunskirchen habe bei den Neuzugängen „nicht auf die Namen geschaut“, sondern auf Profile, die zur Mannschaft passen. Der Anspruch lautet, unabhängig von der Endplatzierung eine Entwicklung zu sehen. Wenn es gelingt, die junge Elf rasch zu formen und den Schwung aus der starken Rückrunde mitzunehmen, soll sich das in geschlossenen Auftritten und mutigem Fußball zeigen.