Der bisherige Landesligist und Tabellendritte muss in der nächsten Saison in der Frauenklasse Süd/West antreten; das Ligaportal ersuchte das betroffene Team und den OÖFV um Stellungnahmen:
Cheftrainerin Iris Knienieder (SV Antiesenhofen): „Bereits Anfang Juni haben wir schon an den Verband geschrieben bzw. ihn informiert, dass wir leider aus unvorhersehbaren Gründen nicht in die LT1- OÖ-Liga aufsteigen können und haben um eine Lösung gebeten. Hätten wir den Kader aus dem Frühjahr zur Verfügung, würde ich gar nicht überlegen aufzusteigen, dann hätten wir uns darüber sogar gefreut. Wir wären jetzt aber aus verletzungsbedingten und persönlichen Gründen mit einem Kader von 11 Personen in der OÖ-Liga gestanden. Nicht stemmbar!! (in der Landesliga wären es 3 Personen mehr gewesen)
Mit 11 Spielerinnen in Oberösterreichs höchster Spielklasse?
Es ist nur einmal eine Antwort vom Verband gekommen, dass wir sonst mit einem Zwangsabstieg leben müssen und in die Frauenklasse kommen. Woraufhin wir mitgeteilt haben, ob wir da nicht zu einer anderen Lösung kommen können, da wir sonst der Gefahr laufen, uns auflösen zu müssen, da uns dann verständlicherweise Spielerinnen verlassen werden und wir überhaupt keine Mannschaft mehr stellen können!
Die wirkliche „Rückmeldung“ (die nicht nur ein e-mail war) kam dann zum ersten Mal am 30. Juni, also genau 1 Tag vor der Herausgabe der Ligaeinteilung. Meiner Meinung nach genau mit dieser Absicht, dass ja keine Zeit mehr da ist, um eine vernünftige Lösung zu finden. Stundenlange Telefonate haben an der Einstellung auch nichts mehr ändern können. Es wäre davor schon so viel Zeit da gewesen, um uns zusammenzusetzen und vernünftig zu reden. Kurz wurde uns vorgeschlagen eine Abstimmung mit den Vereinen in OÖ zu machen (um sich „abzuputzen“), wurde uns auch doch wieder verwehrt.
JA, es wurde so abgestimmt im Februar, dass die Ligen aufgefüllt werden von unten. Und JA, es ist Tatsache, dass eine Weigerung mit einem Zwangsabstieg „bestraft“ wird. Aber es steht genauso in den Auf- und Abstiegsbestimmungen, dass bei „Sonderfällen“ die Kommission entscheidet.
Kein „Sonderfall“?
Und genau das enttäuscht mich zutiefst! Dass 3 Damen in der Kommission nicht darauf bedacht sind, den Frauenfußball in OÖ bzw. Mannschaften am Leben zu erhalten, sondern lieber Entscheidungen durchbringen, nur damit man sich nicht hinstellen und rechtfertigen muss! Das zeugt für mich nicht von Führungsqualitäten.
Wir hätten noch 1 Jahr in der Landesliga gebraucht, um aus dieser großartigen Mannschaft ein nachhaltiges Team für die Zukunft zu formen. „Dank“ der Kommission Spielbetrieb für den Frauenfußball ist das leider nicht möglich!
Am 6. Juli, Montag- Abend hatten wir eine Krisensitzung und mit Stand 21:00 Uhr war der Verein Antiesenhofen stillgelegt, weil wir einfach nicht genug Leute zusammenbekommen haben! Unter jeder Menge Tränen hatten wir beschlossen, dass wir uns zurückziehen müssen. In solche verzweifelten Gesichter zu blicken, zerreißt einem das Herz!
Und in der Nacht auf Dienstag und Dienstag -Vormittag hat sich gezeigt, was diese Mannschaft ausmacht. Eine Spielerin hat alle nochmal angerufen, allen vorgeschlagen, dass wir gewissen Personen im Verband nicht die Genugtuung unserer Auflösung gönnen wollen. Mit der Einstellung „jetzt erst recht“ haben sich einige aufgerafft und entschlossen, dass wir eine Mannschaft stellen werden.
Fakt ist: Wer sich da in Zukunft Unterstützung vom Verband erhofft, sollte lieber nicht darauf zählen, es ist scheinbar egal, dass die Gefahr besteht, dass sich noch eine Mannschaft mehr auflöst. Hauptsache: das „Niedergeschriebene“ wird durchgesetzt und man verliert nicht das Gesicht.
Ich bin da leider auf einer sehr persönlichen Ebene von einzelnen Personen enttäuscht, von denen ich wirklich mehr erwartet habe.
Und umso stolzer auf unsere Mädels, dass sie sich dem nicht beugen, wir werden in der Saison 2026/27 in der Frauenklasse Süd/West (nolens volens) an den Start gehen!“
Raphael Koch, Direktor Sport und Spielbetrieb im OÖFV: „Im Zuge der letzten Ligen-Sitzung im Winter wurde von den Vereinen der OÖ-Frauenligen der Beschluss gefasst, dass sich die OÖ-Liga und die Landesliga in der Saison 2026/27 aus einer festgeschriebenen Gruppenstärke von jeweils 10 Mannschaften zusammensetzt. In diesem Zusammenhang wurde auch festgelegt, dass am Ende der Saison 2025/26 einerseits die Anzahl der Absteiger erhöht wird und dass es andererseits eine Aufstiegspflicht für alle Mannschaften entsprechend der sportlichen Reihung in der Endtabelle gibt, sofern eine Reduktion oder ein Auffüllen notwendig ist, um die vorgesehenen Gruppenstärken zu erreichen. Als Sanktion für das Nichteinhalten der Aufstiegspflicht wurde der Abstieg in die Frauenklasse festgelegt“.
Resümee:
Dem Februar-Beschluss mit der „Aufstiegs-Pflicht für alle“ wurde Genüge getan, aber es wurden schon „elegantere“ Lösungen für „Problemfälle“ gefunden. Man denke an 2021, als mit dem Argument „Spielstärke“ vom OÖFV einem Frauenteam der Einstieg in die LT1- O.Ö.-Liga e n t g e g e n den ganz klaren Bestimmungen in den Statuten erlaubt wurde.
Das erfolgreichste Frühjahrsteam wurde aus der Landesliga eliminiert
Mit ähnlich kreativer Begründung wie damals hätte man mit gutem Willen Antiesenhofen in der Landesliga halten können, noch dazu, wo mit dem Team des Tabellenvierten, SV Wallern/ Krenglbach 1 b statt der drittplatzierten Innviertlerinnen ein Team für die LT1- O.Ö. Liga z w a n g s v e r p f l i c h t e t wurde.
Bei Weigerung hätte diese Mannschaft in die Frauenklasse absteigen müssen.
Der Vollständigkeit halber: die SPG Antiesenhofen/Ried/Weilbach bereitete durch den unvorhersehbaren Rückzug kurz v o r dem Meisterschaftsstart der LT1- O.Ö.-Liga 2024/25 großen Ärger, mag sein, dass diese Tatsache echtem Lösungswillen nicht gerade förderlich war; ein Schelm, wer derartig Böses dabei denkt………?
Helmut Pichler