In der 1. Klasse Nord-Ost hat der SC BT-Bau Tragwein/Kamig am Samstagnachmittag einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Heimsieg gegen den ASV Hagenberg gedreht. Nach einer schwierigen Anfangsphase kämpften sich die Gastgeber noch vor der Pause zurück und blieben auch danach das aktivere Team. Sektionsleiter Daniel Adlesgruber sprach von großer Moral, verschwieg nach dem Erfolg aber auch die eigenen Fehler in der Defensive nicht.

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Dass es gegen den Tabellenführer ein unangenehmer Nachmittag werden könnte, zeichnete sich aus Sicht der Gastgeber zunächst schnell ab. Adlesgruber schilderte den Beginn offen und ohne viel Beschönigung: „Hagenberg hat sehr stark begonnen, durch einen Fehler von uns relativ schnell das erste Tor gemacht und dann auch noch das zweite. Sie hatten sogar noch die Chance auf das 0:3.“ Auf die frühen Warnzeichen folgten dann auch die Treffer. Robin Tucho brachte die Gäste in der 21. Minute mit 1:0 in Führung, Dominik Mayrwöger erhöhte in der 32. Minute auf 2:0. Tragwein/Kamig brauchte eine Zeit, um in die Partie zu finden, kam dann aber deutlich besser hinein. In der 40. Minute verkürzte Tobias Schützeneder auf 1:2. Laut Adlesgruber konnten die Gastgeber „durch einen Fehler in der Abwehr von Hagenberg“ den Anschlusstreffer machen. Kurz darauf fiel sogar noch das 2:2. Lorenz Huber traf in der 43. Minute. Genau dieses Tor hob er besonders hervor: „Das Tor nach dem Eckball war wirklich ein wunderschönes Tor.“ Genau dieses Tor hob er besonders hervor: „Das erste Tor nach dem Eckball war wirklich ein wunderschönes Tor.“ So stand es zur Pause trotz des klaren Fehlstarts plötzlich wieder völlig offen.
Mit dem Doppelschlag vor der Halbzeit hatte sich die Partie aus Sicht der Heimelf komplett gedreht, auch wenn der Spielstand zunächst nur ausgeglichen war. Adlesgruber sagte, dass mit diesen Treffern spürbar mehr möglich wurde: „Mit dem Anschlusstreffer beim 2:1 beziehungsweise dann mit dem 2:2 hat sich immer mehr abgezeichnet, dass wir die Partie auch gewinnen können.“ Genau dieses Gefühl setzte sich nach der Pause laut seiner Einschätzung fort. „In der zweiten Halbzeit hat sich das weiter fortgeführt, dass wir mehr vom Spiel gehabt haben und eigentlich auch die besseren Chancen hatten“, erklärte der Sektionsleiter. Konkrete Möglichkeiten nannte er nicht, doch seine Einordnung war klar: Tragwein/Kamig war nach dem 0:2 nicht nur wieder da, sondern über weite Strecken das aktivere Team. Die Belohnung kam erst ganz spät, dafür umso wichtiger. In der 94. Minute erzielte Lorenz Huber das 3:2 und schnürte damit seinen Doppelpack. Adlesgruber beschrieb die Szene so: „Am Schluss, als er sich im Sechzehner gut durchgesetzt hat, war das noch der krönende Abschluss für ihn.“ Dass sogar noch mehr möglich gewesen wäre, deutete er ebenfalls an: „Vielleicht wäre dann sogar noch das 4:2 möglich gewesen.“
So groß die Freude über den späten Heimsieg war, so deutlich sprach Adlesgruber danach auch die Punkte an, die ihm nicht gefallen haben. Die größte Stärke seiner Mannschaft sah er eindeutig in der Reaktion auf den Zwei-Tore-Rückstand. „Dass wir gut dagegengehalten haben, muss man ihnen wirklich groß anrechnen“, sagte er und verwies gerade auf die schwierige Anfangsphase gegen einen Gegner, von dem man wisse, „dass Hagenberg sehr gut ist“. Für Tragwein/Kamig war genau diese Moral der Schlüssel, weil die Mannschaft nach dem 0:2 nicht auseinanderfiel, sondern wieder ins Spiel zurückkam. Gleichzeitig wollte Adlesgruber den Sieg aber nicht dazu nutzen, die Schwächen unter den Teppich zu kehren. „Gerade defensiv haben wir es ihnen trotzdem zu leicht gemacht. Durch den einen oder anderen Fehler passieren leider sehr unglückliche Gegentore“, stellte er fest. Damit beschrieb er auch ziemlich genau den Widerspruch dieses Nachmittags: vorne effizient und nach Rückstand mutig, hinten aber in mehreren Situationen zu fehleranfällig. Gerade weil Hagenberg stark begonnen hatte, fiel dieser Teil der Analyse entsprechend kritisch aus.
Der 3:2-Erfolg bekommt auch deshalb zusätzliches Gewicht, weil der ASV Hagenberg als Tabellenführer nach Tragwein gekommen war und nun die erste Niederlage der Saison hinnehmen musste. Adlesgruber ordnete auch den Gegner entsprechend ein und machte klar, dass dessen Qualität im Spiel von Beginn an sichtbar war. Umso höher bewertete er den Umstand, dass seine Mannschaft nach dem Rückstand nicht nur zurückkam, sondern die Partie am Ende tatsächlich noch drehte. Nach sieben Runden hält der SC Tragwein/Kamig damit bei zehn Punkten, während Hagenberg trotz des Rückschlags vorne bleibt. Zum Abschluss sprach Adlesgruber noch einen Punkt an, der im Unterhaus oft nicht selbstverständlich erwähnt wird: die Leistung des Unparteiischen. „Strittig finde ich jetzt nichts, es war ein faires Spiel. Schiedsrichter Aliu muss ich ganz positiv erwähnen. Der war richtig gut, hat das Spiel ab der ersten Sekunde im Griff gehabt und das wirklich sehr sachlich und souverän gemeistert“, sagte er. Für Tragwein/Kamig bleibt damit ein Sieg, der wegen der Aufholjagd Selbstvertrauen geben kann, aber auch die Aufgabe mitnimmt, die Fehler in der Defensive rasch abzustellen.