In der 1. Klasse Nord-Ost hat die TSU SCRIMO Wartberg/Aist gegen die SPG Pregarten 1b einen wichtigen 2:1-Heimsieg eingefahren. Nach einem frühen Rückstand drehte Wartberg die Partie und fand damit genau die Antwort, die Trainer Dominik Grössling nach zuletzt drei Niederlagen sehen wollte: viel Arbeit gegen den Ball, mehr Entschlossenheit in den Zweikämpfen und vor allem kein Einbrechen nach dem ersten Gegentor.
Die Partie begann für Wartberg denkbar schlecht. Schon in der 3. Minute brachte Moritz Grabner die Gäste mit 1:0 in Führung, und genau diese erste Phase war aus Sicht von Dominik Grössling heikel, weil seine Mannschaft die Niederlagenserie aus den vergangenen Wochen im Kopf hatte. Umso wichtiger war für den Trainer, wie seine Elf diesmal auf den Rückstand reagierte. „Der entscheidende Moment war das Auftreten meiner Mannschaft gegen den Ball“, sagte Grössling nach dem Schlusspfiff. „Wir wussten nach drei Niederlagen in Folge, dass wir den Kopf einschalten mussten. Mit dem schnellen Gegentor hat meine Mannschaft aber nicht aufgegeben.“ Statt den Kopf hängen zu lassen, blieb Wartberg im Spiel. In der 17. Minute gelang Saikou Colley das 1:1, und genau dieser Treffer war für den Trainer der Wendepunkt in einer Partie, die bis dahin ganz leicht in eine andere Richtung hätte laufen können. Mit dem 1:1 ging es schließlich auch in die Pause.
Grössling machte nach dem Spiel deutlich, warum für ihn gerade der Ausgleich so viel Gewicht hatte. „Das 1:1 war für mich ein sehr ausschlaggebender Punkt, weil wir dann wieder an uns glauben konnten“, sagte der Wartberger Coach. Aus seiner Sicht war damit nicht nur der Spielstand repariert, sondern auch der mentale Knackpunkt überwunden. Den Treffer selbst beschrieb er so, dass sich Colley den Ball im Sechzehner noch einmal eroberte und dann zum Ausgleich traf. Dass Wartberg das Spiel danach tatsächlich drehen konnte, passte zur Linie, die der Trainer seiner Mannschaft attestierte. In der 60. Minute fiel dann das 2:1 durch Christoph Lehner. Laut Grössling entstand der Treffer nach einem Eckball, bei dem Lehner den Ball „super setzen konnte“. Damit war die Partie gedreht, und Wartberg hatte sich den Vorsprung über einen Standard erarbeitet, nachdem schon der Ausgleich neues Vertrauen gebracht hatte.
Grössling sprach nach dem Spiel nicht von einer perfekten Leistung, wohl aber von einer sehr ehrlichen. „Gut funktioniert hat die Arbeit gegen den Ball, wobei man auch sagen muss, dass es nicht immer so funktioniert hat, wie wir uns das vorgestellt haben“, erklärte er. Gerade deshalb hob er die Haltung seiner Mannschaft hervor. Für ihn lag der Unterschied vor allem darin, „dass meine Mannschaft mehr Willen hatte“ und sich den Sieg „durch Zweikämpfe, durch Leidenschaft“ erarbeitet habe. Gleichzeitig fand der Trainer auch respektvolle Worte für den Gegner. Die SPG Pregarten sei „eine sehr junge Truppe“ mit „spielstarken Jungs“ und in dieser Liga sicher nicht zu unterschätzen. Wenn diese Mannschaft noch gefestigter auftrete, könne sie „für den einen oder anderen ein Stolperstein“ werden. Die Leistung von Schiedsrichter Aistleitner bewertete Grössling als „in Ordnung“. Für die TSU Wartberg zählte am Mittwochabend vor allem etwas anderes: Nach drei Niederlagen in Folge ist der Negativlauf gestoppt, und genau das dürfte diesem 2:1 weit über die drei Punkte hinaus zusätzliches Gewicht geben.