In der 1. Klasse Nord-Ost hat der ASV Hagenberg das Spitzenspiel bei der Sportunion Schweinbach mit 3:2 gewonnen und damit den direkten Verfolger auf Distanz gehalten. Trainer Eric Rössl erlebte einen Freitagabend mit starkem Start seiner Mannschaft, einer deutlichen Schweinbacher Druckphase und einem späten Treffer von Robin Tucho. Vor allem der schnelle Ausgleich nach der Pause war für ihn entscheidend. "Das 2:2 war für den Kopf extrem wichtig", sagte der Coach nach dem Auswärtssieg in Runde elf.

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Rössl musste nach dem Schlusspfiff nicht lange suchen, als es um den Beginn dieser Partie ging. "Wir sind sehr gut in das Spiel gestartet. Die ersten 15 Minuten waren richtig gut von meiner Mannschaft", sagte der Trainer. Schon in dieser frühen Phase hatte Robin Tucho die große Chance auf die Führung, wenig später machte es der Angreifer dann besser. Nach Ballgewinn behauptete Dominik Seyr den Ball in der eigenen Hälfte, spielte sofort in die Tiefe und Tucho vollendete in der 8. Minute zum 1:0. "Das war für uns natürlich ein super Start ins Spiel", meinte Rössl. Lange blieb die Führung aber nicht stehen. Der Bezirksliga-Absteiger wurde stärker, kam durch Gregor Bodingbauer sieben Minuten darauf zum Ausgleich und legte durch Adrian Kaltenberger in der 18. Minute das 2:1 nach. Rössl sprach in dieser Phase von Druck der Gastgeber und nannte die erste Hälfte "ein wirklich hochklassiges Erstklassespiel von beiden Mannschaften mit viel Tempo und vielen Zweikämpfen".
Weil Schweinbach die Partie noch vor dem Seitenwechsel gedreht hatte, kam dem Start in die zweite Halbzeit aus Hagenberger Sicht besondere Bedeutung zu. Genau dort setzte seine Mannschaft an. Bereits in der 47. Minute traf Ammar Halilovic zum 2:2 und stellte die Partie sofort wieder auf Anfang. Für Rössl war das mehr als nur ein schneller Ausgleich. "Nach dem 2:1 in der Halbzeit wussten wir, dass das Spiel grundsätzlich offen ist", sagte er. Noch wichtiger sei gewesen, "dass wir gleich nach der Halbzeit das 2:2 machen. Das war für den Kopf extrem wichtig". Danach blieb die Begegnung offen, aber Hagenberg fand wieder besser in die eigene Ordnung. "Wir sind heute sehr kompakt aufgetreten. Wir haben die Zweikämpfe geführt und wollten schnell umschalten nach Ballgewinn", erklärte Rössl. Gerade das habe stellenweise richtig gut funktioniert. Gleichzeitig machte er deutlich, warum seine Mannschaft nicht durchgehend Ruhe hatte: Schweinbach bringe vor allem über die Flügel enorme Qualität mit, und genau darauf habe man sich im Lauf der Partie erst besser einstellen müssen.
Je länger das Spiel dauerte, desto mehr bestätigte sich Rössl in seinem Eindruck aus der Pause, dass an diesem Abend für beide Seiten noch alles möglich war. Hagenberg blieb im Spiel, glaubte an die eigene Chance und wurde in der Nachspielzeit belohnt. In der 91. Minute war es wieder Robin Tucho, der mit seinem zweiten Treffer das 3:2 erzielte und den Auswärtssieg fixierte. Rössl beschrieb die Aktion als "super Einzelaktion" und sah darin den passenden Schlusspunkt für einen offenen Schlagabtausch. Ganz ohne Nebenthema blieb der Abend für ihn aber nicht. "Meiner Meinung nach müssen wir in der zweiten Halbzeit klar einen Elfmeter bekommen", sagte der Trainer. Warum dieser Pfiff ausblieb, könne er nicht sagen. An der Wertigkeit des Sieges änderte das aus seiner Sicht nichts, weil seine Mannschaft bis zum Schluss dranblieb und sich diesmal spät belohnte.
Bei aller Freude über drei Punkte richtete Rössl den Blick nach dem Schlusspfiff auch auf die Dinge, die ihm weniger gefielen. Besonders das Schweinbacher 2:1 blieb hängen, weil Hagenberg dabei nach einem Eckball zu wenig konsequent verteidigte. "Geärgert hat mich das 2:1, das wir aus einer Standardsituation bekommen haben. In so einem Spitzenspiel darfst du aus einem Eckball eigentlich kein Tor erhalten", sagte der Trainer. Dort sieht er bei seiner Mannschaft noch Luft nach oben. Gleichzeitig ordnete er den Erfolg gegen die Union Schweinbach entsprechend hoch ein. Die Gastgeber seien "der erwartet schwere Gegner" gewesen, das 1:1 von Gregor Bodingbauer nannte er ein "Traumtor", und insgesamt attestierte er Schweinbach "enorme Qualität im Kader". Gerade deshalb bekommt dieser 3:2-Auswärtssieg zusätzliches Gewicht. Der ASV Hagenberg hält nach elf Runden bei 30 Punkten und bleibt damit vor Schweinbach an der Tabellenspitze.