In der 1. Klasse Nord-West setzte sich die Union Josko Kopfing zu Hause mit 3:2 gegen den TSV St. Marienkirchen/Schärding durch. Nach 1:2-Pausenrückstand glichen Leonhard Hauser und Adam Kozselka zweimal aus, ehe Peter Bodo in Minute 84 per Elfmeter zuschlug – herausgeholt vom 16-jährigen Joker Jonas Grüneis. Kurz danach sah Thomas Wallner bei den Gästen Rot. Für Trainer Firzet Hadžić war es ein Sieg der Moral und des Mutes, der seiner dünn besetzten Truppe weiter Rückenwind gibt.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die Partie begann zäh für Kopfing. „Nach einem unnötigen Fehlpass kassieren wir das 0:1“, schilderte Firzet Hadžić den frühen Rückstand. In Minute 23 bedankte sich Bence Kalmar und traf für St. Marienkirchen. Kopfing blieb aber ruhig, kam über die linke Seite und glich in der 34. Minute aus: Adam Kozselka setzte sich außen stark durch, seine Hereingabe verwertete Leonhard Hauser – 1:1. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+1) legten die Gäste erneut vor, wieder war Kalmar zur Stelle. Nach der Pause schob Kopfing an, blieb geduldig – und Kozselka besorgte in Minute 71 aus rund elf, zwölf Metern den verdienten 2:2-Ausgleich. Die Schlüsselszene folgte spät: Der eingewechselte Jonas Grüneis erzwang im Sechzehner einen Strafstoß, Peter Bodo blieb in Minute 84 eiskalt und drehte das Spiel. Nur eine Minute später sah Thomas Wallner auf Seiten der Gäste Rot, Kopfing brachte die Führung abgeklärt über die Zeit.
Hadžić hatte seine Elf bewusst kompakt eingestellt. „Wir wollten defensiv gut stehen, die Räume eng machen und die Abstände klein halten, weil sie viele lange Bälle nach vorne spielen.“ Dass sein Team trotz Rückschlägen den Faden nicht verlor, führte er auch auf den Charakter der Truppe zurück: „Die Jungs haben tolle Moral gezeigt, wirklich taktische Disziplin und Glauben bewiesen.“ Die Ausgangslage war alles andere als einfach. „Unser Kader war gewaltig geschwächt, die Personallage sehr angespannt“, betonte der Coach, der mehrere Ausfälle kompensieren musste. Umso bemerkenswerter war der Mut zum Risiko in der Schlussphase. „Ich habe zwei Junge gebracht – Jonas Grüneis (16) und Felix Hatzmann (16). Das war ein Bauchgefühl, Jonas hat super trainiert. Er holt uns den Elfer – eine Situation, die man nur im Fußball erlebt.“ Dazu passte die Physis: „Wir sind topfit.“ Nach dem 2:2 habe er gemerkt, „dass St. Marienkirchen konditionell Probleme hat – wir waren druckvoller.“
Zum Gegner fand Hadžić faire Worte. „Sie stehen unter Druck im Abstiegskampf und suchen permanent die vertikalen Bälle – das haben sie 90 Minuten durchgezogen.“ Ab der 70. Minute sah er Vorteile bei seiner Mannschaft: „Nach unserem Ausgleich wusste ich, wir werden das Spiel gewinnen, weil wir am Drücker waren.“ Mit dem Unparteiischen war der Trainer ebenfalls zufrieden: „Sehr solide Schiedsrichterleistung, es gab kaum strittige Szenen – ein leichtes Spiel zu pfeifen.“ Der Dreier zahlt auch auf die Tabelle ein: Kopfing hält nun bei 36 Punkten und bleibt damit zwei Zähler hinter dem ATSV Schärding. „Wir sind seit vier Runden ungeschlagen und strotzen vor Selbstvertrauen“, so Hadžić. Für die kommenden Aufgaben hofft er, gesperrte und verletzte Spieler zurückzubekommen – und formuliert das Ziel klar: „Wir werden mit voller Überzeugung und mit voller Kraft versuchen, Schärding zu schlagen.“