In der Bezirksliga West hat sich beim SV Sanube Diersbach vor rund zwei Wochen kurzfristig eine Veränderung auf der Trainerbank ergeben. Nach dem Abgang von Günter Fischer zum SV Lambrechten übernahm Christoph Schmidseder das Amt – vorerst bis Saisonende. Der Start ist gelungen: Ein 2:0-Heimsieg gegen Gilgenberg und ein 1:1 auswärts bei Eggelsberg-Moosdorf bringen vier Punkte und bestätigen den fünften Tabellenplatz mit aktuell 30 Zählern.
Der Trainerwechsel kam nicht nur für Außenstehende unerwartet. „Für mich war es schon überraschend – und auch für den Verein, soweit ich das beurteilen kann“, sagt Schmidseder offen. Nicht nur die Diersbacher Funktionäre, sondern natürlich auch Schmidseder selbst wurden kurzfristig ins kalte Wasser geworfen. Die Anfrage kam an einem Sonntag, kurze Zeit später folgte das Gespräch – und die Entscheidung. „Ich habe zuerst gedacht, es geht um den Sommer. Aber es ging dann um das sofortige Einspringen“, schildert er. Nach kurzer Abstimmung im privaten Umfeld sagte er zu und sprang als klassischer „Feuerwehrmann“ ein – zunächst für die verbleibenden Spiele dieser Saison.
Trotz der kurzen Vorbereitungszeit verzichtete Schmidseder auf große Umbrüche. „Die Grundordnung habe ich beibehalten, aber schon auch einen neuen Plan eingebracht“, erklärt er. Der Fokus lag auf einfachen, klaren Abläufen – und das zahlte sich sofort aus. Beim 2:0-Erfolg gegen Gilgenberg präsentierte sich Diersbach über die gesamte Spielzeit stabil und konzentriert. „Die Burschen haben das über 95 Minuten richtig gut gemacht, der Gegner ist kaum zu Chancen gekommen“, so der Trainer. Auch wenn Gilgenberg als Nachzügler in der Tabelle angereist war, sah Schmidseder eine Mannschaft mit Qualität: „Die werden noch ihre Punkte machen.“
Noch aussagekräftiger war das Auswärtsspiel in Eggelsberg-Moosdorf. Nach ausgeglichener erster Hälfte kam Diersbach besser aus der Pause, geriet aber nach einer Einzelaktion in Rückstand. Die Antwort folgte prompt: Tobias Mayrhofer verwandelte einen Freistoß zum 1:1. In weiterer Folge spielte Diersbach nach einer Gelb-Roten Karte gegen die Gastgeber über eine halbe Stunde in Überzahl – und hatte mehrere gute Möglichkeiten. Ein Treffer wurde wegen eines vorangegangenen Hand-Vergehens zurecht aberkannt. „Mit den Chancen und der Überzahl waren es eher zwei verlorene Punkte. Aber insgesamt ist der Punkt bei den bekannt heimstarken Eggelsbergern natürlich positiv“, ordnet Schmidseder ein.
Mit 30 Punkten und Rang fünf ist die Ausgangslage komfortabel, dennoch bleibt der Blick klar nach vorne gerichtet. „Minimalziel sind 31 Punkte, damit wir rechnerisch durch sind“, erklärt Schmidseder. Da dieses Ziel in den verbleibenden Runden rasch erreicht werden sollte, blickt man in Diersbach eher schon darauf, die Position im oberen Tabellendrittel zu behaupten: „Wir wollen auf jeden Fall unter die Top sieben.“
Die kommenden Wochen werden dabei zur Standortbestimmung. Viele Gegner aus dem oberen Drittel warten, dazu kommen mehrere Derbys. „Das sind richtig gute Spiele, auf die wir uns freuen können“, sagt Schmidseder. Gleichzeitig ist ihm bewusst: „Punkten müssen wir trotzdem – das ist die Basis.“
Der erste Eindruck passt: Die Mannschaft wirkt stabil, die Ansätze greifen. Ob daraus mehr als nur eine Übergangslösung wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen.