Spielberichte

„Die Überzahl war am Ende ausschlaggebend“ – Spielvereinigung Schärding dreht 0:1 noch in 2:1-Sieg

Schärding SV
SV Lambrechten

In der 1. Klasse Nord-West rang die Spielvereinigung Schärding den SV Bäck Baggerungen Lambrechten mit 2:1 nieder. Nach frühem Rückstand, einer roten Karte und zwei wetterbedingten Unterbrechungen drehte die Mannschaft von Trainer Horst Dieter Gruber die Partie erst nach der Pause. Der Coach sprach hinterher von einem „sehr schweren Spiel“ und machte vor allem die lange Überzahl als wichtigen Punkt für den Heimsieg aus.

Fußball liegt im Tornetz

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Früher Rückschlag in einer zerfahrenen ersten Hälfte

Für die Spielvereinigung Fußball Schärding begann der Abend alles andere als angenehm. Schon in der 6. Minute brachte Dejan Resanovic den SV Bäck Baggerungen Lambrechten mit 1:0 in Führung, und genau dieser frühe Treffer setzte den Ton für eine erste Halbzeit, mit der Horst Dieter Gruber nicht zufrieden war. „Das frühe Tor war schon ein Nackenschlag für uns“, sagte der Trainer nach dem Spiel. Er legte sich auch in der Bewertung der ersten 45 Minuten fest: „In der ersten Halbzeit war Lambrechten deutlich besser.“ Dazu kamen die Rahmenbedingungen, die es für beide Mannschaften zusätzlich kompliziert machten. Starker Regen setzte früh ein, dazu kam ein Gewitter, das Spiel musste zweimal unterbrochen werden und gegen Ende wurden laut Gruber auch die Lichtverhältnisse schwieriger. Ein geordneter Spielfluss kam unter solchen Voraussetzungen kaum zustande, und genau in dieser unruhigen Phase wirkte der Gast zunächst wacher und energischer.

Rote Karte half, machte die Aufgabe aber nicht einfach

Ein wichtiger Einschnitt kam schon in der 10. Minute mit der roten Karte gegen Milan Meszaros. Damit spielte der SV Bäck Baggerungen Lambrechten fast die gesamte restliche Partie in Unterzahl, doch von einem einfachen Spiel wollte in Schärding danach niemand sprechen. Gruber brachte es sehr klar auf den Punkt: „Wie es oft so ist, ist es gegen zehn Gegner auch nicht immer ganz so einfach.“ Genau diesen Eindruck schilderte er ausführlich. Die Gäste verteidigten nach seiner Einschätzung „sehr gut“ und standen „mit zwei Viererketten sehr kompakt“, wodurch es für die Spielvereinigung Fußball Schärding schwer wurde, in gute Räume zu kommen. Gleichzeitig lobte er, dass der Gegner trotz Unterzahl immer wieder über Konter nach vorne kam und „Nadelstiche“ setzte. Für die Gastgeber bedeutete das viel Ballbesitz, aber längst nicht automatisch Kontrolle im letzten Drittel. Schärding musste anrennen, während Lambrechten versuchte, die frühe Führung möglichst lange zu halten.

Nach der Pause fiel erst der Ausgleich, dann die Entscheidung

Dass die Spielvereinigung Fußball Schärding das Spiel am Ende doch noch drehte, lag vor allem daran, dass sie in der zweiten Hälfte dranblieb. In der 58. Minute erzielte Michael Jobst das 1:1, und damit war die Partie wieder offen. Gruber beschrieb die eigenen Treffer nicht als fein herausgespielt, sondern als Ergebnis von Beharrlichkeit: „Unsere beiden Tore waren in der Box: mit Zielstrebigkeit einfach draufgehalten, und wir haben das Tor irgendwann einfach erzwungen.“ Genau so ordnete er auch die Schlussphase ein. Je länger die Partie dauerte, desto mehr merkte man dem SV Bäck Baggerungen Lambrechten die lange Unterzahl an, und desto eher entstanden für die Gastgeber zusätzliche Räume. In der 77. Minute machte Michael Angleitner dann das 2:1 für die Spielvereinigung Fußball Schärding. Für Gruber war das keine glanzvolle Wende, sondern eher das Resultat davon, dass seine Mannschaft trotz mancher Probleme geduldig blieb und den Druck lange genug aufrechterhielt.

Trainer bleibt kritisch und zollt dem Gegner Respekt

Trotz des Heimsiegs wollte Horst Dieter Gruber die eigene Leistung nicht schönreden. „Es war sicher nicht unsere beste Leistung“, sagte er offen und nannte auch die Punkte, die ihn gestört haben. Vor allem gegen zehn Mann habe seine Mannschaft „das Spiel nicht so gestaltet, wie wir es eigentlich wollten“. Die Breite sei nicht gut genug genutzt worden, die Gastgeber seien „immer zu zentriert“ gewesen und hätten den Gegner zu selten so verschoben, dass sich wirklich gute Räume für tiefe Bälle öffnen. Umso mehr hob Gruber hervor, wie ordentlich der Bezirksliga-Absteiger diese Aufgabe gelöst habe. „Dem Gegner muss man Respekt zollen. Die haben das wirklich sehr, sehr gut gemacht“, sagte der Trainer. Angesichts von starkem Regen, Wind und Gewitter waren die Bedingungen insgesamt schwierig. Unterm Strich zählt für die Spielvereinigung Schärding aber vor allem das Ergebnis: zweites Spiel, zweiter Sieg und damit einen ordentlichen Start in die Saison. Oder, wie es Gruber nach diesem schwierigen Freitagabend passend formulierte: „Grundsätzlich sind wir sehr froh, das Spiel gewonnen zu haben. Gott sei Dank ist es dann irgendwie noch über die Zeit gegangen.“

1. Klasse Nord-West: Schärding SV : Lambrechten - 2:1 (0:1)

  • 77
    Michael Angleitner 2:1
  • 58
    Michael Jobst 1:1
  • 6
    Dejan Resanovic 0:1