Spielberichte

„Wir haben das Spiel nicht für uns entschieden“ – Union Wesenufer lässt im Derby Sieg liegen

Union Wesenufer
UFC St. Agatha

In der 1. Klasse Nord-West hat sich die Union eFiT Wesenufer am Freitagabend im Derby mit dem UFC St. Agatha 1:1 getrennt. Nach der 1:0-Pausenführung durch Matej Balek blieb für die Gastgeber am Ende das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Trainer Nikolaus Weissenböck sprach nach dem Flutlichtspiel auf nassem, tiefem Boden von vielen Emotionen, viel Kampf und einigen liegengelassenen Chancen auf Wesenufer-Seite.

Mehrere Fußbälle in einem Netz und Aufwärmleibchen

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Gewitter, tiefer Platz und ein früher Einschnitt

Schon die Rahmenbedingungen gaben diesem Derby einen besonderen Charakter. Vor dem Anpfiff ging ein großes Gewitter nieder, deshalb begann die Partie mit Verzögerung. Danach mussten beide Mannschaften mit einem Platz zurechtkommen, der nach den Worten von Nikolaus Weissenböck „ziemlich nass und tief“ war. Dazu kam die typische Derby-Stimmung, die der Wesenufer-Coach deutlich hervorhob. „Das ist gegen St. Agatha immer mit sehr vielen Emotionen verbunden“, sagte er. Entsprechend entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, in dem viel gearbeitet werden musste. Für die Heimischen kam noch dazu, dass sie schon früh reagieren mussten. Ein Außenspieler sah rasch Gelb, und Weissenböck erklärte: „Der Schiedsrichter hat schon angedeutet, dass das wohl relativ schnell zum Ausschluss führen kann. Darum mussten wir nach zwanzig Minuten schon wechseln.“ Dass Marcel Schlager danach „sehr gut gespielt“ habe, betonte der Trainer ausdrücklich. Trotzdem war dieser Wechsel natürlich ein Einschnitt, weil Wesenufer seine Ordnung schon sehr früh anpassen musste.

Balek bringt Wesenufer voran

Trotz dieses frühen Umbaus kam Wesenufer ordentlich in die Partie und konnte sich auch belohnen. In der 24. Minute brachte Matej Balek die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Mehr Tore fielen vor der Pause nicht mehr, also ging es mit diesem knappen Vorsprung in die Kabinen. Weissenböck sah in dieser Phase durchaus gute Dinge bei seiner Mannschaft. „Wir haben ganz gute Kombinationen gespielt. Der Kampfgeist war sehr groß“, sagte er nach dem Spiel. Genau das passte auch zum Charakter dieses Abends. Es war kein Spiel für viel Leichtigkeit, sondern eines, in dem man auf schwerem Boden Lösungen finden und gleichzeitig in den Zweikämpfen dagegenhalten musste. Mit der Führung im Rücken hatte Wesenufer zur Halbzeit eine gute Ausgangsposition, ohne dass die Partie damit schon klar in eine Richtung gekippt wäre. Auf so einem Platz und in so einem Derby blieb das Spiel offen, auch wenn die Heimelf zunächst vorne lag.

Die Chancen auf das 2:0 bleiben liegen

Der Punkt, an dem Weissenböck nach dem Schlusspfiff besonders ansetzte, war die zweite Hälfte. Aus seiner Sicht hatte Wesenufer genug Möglichkeiten, um das Derby für sich zu entscheiden. „Ich glaube, dass wir sehr viele Chancen gehabt haben, das Spiel für uns zu entscheiden“, sagte der Trainer. Vor allem nach vorne sei seine Mannschaft immer wieder gut in gefährliche Situationen gekommen. „Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir gute Konter gefahren, aber wir haben sie nicht zu Ende gespielt oder der Abschluss war einfach mangelhaft“, so seine Analyse. Genau darin lag aus seiner Sicht der Unterschied. Wesenufer hatte das 2:0 auf dem Fuß, nutzte diese Chancen aber nicht. Dadurch blieb St. Agatha in der Partie und kam in der 75. Minute durch Steven Mahringer zum 1:1. Dass am Ende nur ein Remis stand, hatte für den Trainer deshalb einen klaren Grund: Die Heimischen haben den Sack nicht zugemacht, obwohl die Möglichkeiten dafür da gewesen wären.

Was der Trainer aus dem Derby mitnimmt

Weissenböck beließ es nach dem 1:1 aber nicht bei der Kritik an der Chancenverwertung. Er sprach auch offen an, wo seine Mannschaft insgesamt noch zulegen muss. „Im hinteren Bereich müssen wir noch stabiler werden“, sagte er. Vor allem im ersten Kontakt wünsche er sich mehr Klarheit: „Wir müssen den Ball gleich wegspielen und nicht erst mit dem zweiten oder dritten Kontakt.“ Daneben erwähnte der Coach auch seine persönliche Wahrnehmung bei den Verwarnungen. Er habe das Gefühl gehabt, dass seine Mannschaft relativ schnell Gelbe Karten gesehen habe, St. Agatha dagegen nicht so. Den Gegner selbst beschrieb er dennoch respektvoll als „sehr laufstarke junge Mannschaft, sehr motiviert“, die ebenso dringend Punkte holen wollte. Zum Schluss lenkte Weissenböck den Blick noch auf das, was solche Abende im Unterhaus besonders macht. „Solche Abendspiele, Freitag-Derbys und Flutlichtspiele, das hat schon was“, sagte er und verband das mit einem Dank an die rund 150 Zuschauer. Sportlich steht für seine Mannschaft nach drei Runden nun ein Konto von vier Punkten. Das Derby hat dabei ziemlich deutlich gezeigt, woran gearbeitet werden muss: hinten noch ruhiger werden und vorne jene Chancen nützen, die diesmal für deutlich mehr als nur ein 1:1 gereicht hätten.

1. Klasse Nord-West: Wesenufer : St. Agatha - 1:1 (1:0)

  • 75
    Steven Mahringer 1:1
  • 24
    Matej Balek 1:0