In der 1. Klasse Nord-West hat sich die ASKÖ Sparkasse Eferding/Fraham am Freitagabend mit dem SV Guschlbauer Waizenkirchen 1:1 getrennt. Für Trainer Roland Ulrich war es ein intensives Spiel auf gutem Niveau, in dem seine Mannschaft mit einer geänderten Taktik stark begann, sich für eine sehr gute Anfangsphase aber nicht voll belohnte. Genau darin sah er auch den Hauptgrund, warum auswärts am Ende nicht noch mehr möglich war.

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Ulrich hatte vor allem an den ersten 25 bis 30 Minuten Gefallen. "Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen", sagte der Trainer und sprach von zwei bis drei "riesengroßen Möglichkeiten", die seine Mannschaft in dieser Phase herausgespielt habe. Waizenkirchen ging in der 16. Minute durch Kristóf Kugler mit 1:0 in Führung, doch aus Sicht des Coaches war genau das zu wenig für den Aufwand, den seine Elf in der Anfangsphase betrieben hatte. "Leider haben wir die Möglichkeiten verpasst und nur 1:0 geführt", meinte Ulrich. Über die Seite kam seine Mannschaft immer wieder gefährlich nach vorne, im Zentrum war laut dem Trainer auch Moritz Wolfsteiner mehrmals frei. Was fehlte, war in diesen Szenen aber die letzte Genauigkeit, sei es bei der Flanke, beim Pass oder beim Abschluss.
Dass die Gastgeber nach diesem Waizenkirchner Beginn in der Partie blieben, überraschte Ulrich nicht. Er sprach über Eferding-Fraham mit großem Respekt und nannte den Gegner sogar "einen klaren Meisterkandidaten". Vor allem die Kompaktheit und die Gefahr bei ruhenden Bällen hob er hervor. "Der Gegner war bei seinen Standards immer wieder gefährlich, das war die entscheidende Sache für das Spiel", erklärte der Trainer. Schon nach der Führung der Gäste setzte Eferding-Fraham mit einem Lattenschuss aus rund 20 Metern ein Ausrufezeichen. In der 30. Minute fiel dann der Ausgleich zum 1:1 durch ein Eigentor von Bence Koronczi. Damit war der starke Start der Gäste vor der Pause wieder egalisiert, und mit dem 1:1 ging es in eine offene zweite Hälfte.
Auch nach der Pause blieb die Partie laut Ulrich intensiv und temporeich, ohne dass noch ein weiteres Tor dazukam. Gerade deshalb blieb ihm eine Szene besonders hängen. Waizenkirchen traf in der zweiten Halbzeit noch einmal, doch der Assistent hob die Fahne und erkannte den Treffer wegen Abseits nicht an. "Das war aus meiner Sicht nicht ganz sicher Abseits", sagte Ulrich, der darin die große Möglichkeit sah, mit 2:1 in Führung zu gehen und das Spiel vielleicht sogar zu gewinnen. Den Unparteiischen wollte er deswegen aber ausdrücklich nicht in die Kritik nehmen. Im Gegenteil: "Der Schiedsrichter hat eine sehr gute Leistung gezeigt. Das war kein leichtes Spiel mit vielen Zweikämpfen." Das einzige größere Fragezeichen sei eben diese eine Entscheidung geblieben.
Unter dem Strich überwog beim Waizenkirchner Trainer deshalb klar das Positive. Er war zufrieden damit, wie seine Mannschaft den geänderten Plan umgesetzt hatte. "Wir haben mit einer anderen Taktik begonnen, und das hat richtig gut gepasst", sagte Ulrich. Seine Elf habe 90 Minuten sehr diszipliniert gespielt, ein hohes Tempo gehalten und immer wieder gefährliche Aktionen gehabt. Gleichzeitig sprach er aber auch offen an, was noch fehlt. "Im letzten Drittel hat uns ein bisschen die Präzision gefehlt, der letzte Pass hat nicht richtig funktioniert." Gerade bei einer jungen Mannschaft sei das aber ein normaler Entwicklungsschritt. Umso wichtiger war für ihn die Erkenntnis aus dem Auftritt in Eferding: "Wir dürfen vor keinem Gegner Angst haben. Wir können mit jeder Mannschaft mitspielen." Der Sieg in Eferding blieb zwar aus, doch Ulrich blickte nach dem Punktgewinn sehr zuversichtlich nach vorne: "Wenn das so weitergeht, schaut unsere Zukunft richtig gut aus."