In der 1. Klasse Nord-West hat der SV Waizenauer Taufkirchen/Pram gegen die Union Steinbrunn Schardenberg einen 2:1-Heimsieg geholt und somit den ersten Dreier in dieser Saison. Nach dem 0:1 zur Pause sah es lange nicht nach einem vollen Erfolg aus, doch die Gastgeber blieben im Spiel, kamen durch Patrick Egger zum Ausgleich und drehten die Partie in der Nachspielzeit. Trainer Rudolf Zauner hob vor allem den Glauben seiner Mannschaft bis zum Schluss hervor.

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Für Zauner begann die Partie aus Sicht seiner Mannschaft eigentlich ordentlich. „Wir haben gut begonnen“, sagte der Trainer, und er verwies darauf, dass Taufkirchen schon nach rund einer Viertelstunde zu einer guten Torchance gekommen war. Genutzt wurde diese Möglichkeit allerdings nicht, und genau das zog sich aus seiner Sicht später noch als Thema durch das Spiel. Fast im Gegenzug wurde es dann auf der anderen Seite brenzlig. Zauner schilderte eine Szene, in der der Ball „scheinbar wirklich knapp über der Linie“ gewesen sei, der Treffer aber nicht gegeben wurde. Der Schiedsrichter sei dafür nach seiner Einschätzung zu weit weg gestanden. Schardenberg blieb dennoch dran und ging in der 29. Minute durch Gabriel Bauer mit 1:0 in Führung. Vor der Pause hatte Taufkirchen noch die Gelegenheit auf den Ausgleich, doch laut Zauner hielt der Gästetorhüter in dieser Phase sehr gut und sorgte dafür, dass es mit dem 0:1 in die Kabinen ging.
Nach dem Seitenwechsel war es zunächst nicht so, dass die Hausherren sofort das Kommando übernommen hätten. Im Gegenteil: Zauner stellte klar, dass sein Tormann zweimal in Eins-gegen-Eins-Situationen retten musste und damit ganz wesentlich dafür verantwortlich war, dass der Rückstand nicht höher wurde. „Er hat uns im Spiel gehalten“, sagte der Trainer, und genau darin sah er einen der Schlüsselpunkte der Partie. Weil es beim 0:1 blieb, bekam Taufkirchen mit zunehmender Spielzeit wieder Zugriff. „Wir haben aber nicht nachgelassen und je länger das Spiel gegangen ist, desto besser sind wir wieder ins Spiel gekommen“, schilderte Zauner die Entwicklung. In der 75. Minute fiel dann der Ausgleich durch Patrick Silvio Egger, und ab diesem Zeitpunkt änderte sich auch das Gefühl auf der Bank. Auf die Frage, wann die Partie kippen könnte, sagte der Trainer knapp: „Wahrscheinlich nach dem Ausgleich, nach dem 1:1.“ Taufkirchen blieb danach dran, hatte nach Zauners Einschätzung sogar noch „die eine oder andere Chance auf den Siegestreffer“ und schlug dann tatsächlich in der letzten Aktion zu. Ein gut getretener Corner von Roman Engelbutzeder fand in der Nachspielzeit Valentin Wallisch, der zum 2:1 einköpfte.
Der Trainer wollte den Sieg nicht nur auf den späten Treffer reduzieren. Für ihn war die größte Stärke seiner Mannschaft die Haltung über die volle Distanz. „Die größte Stärke war, dass wir bis zur fünfundneunzigsten Minute nicht aufgegeben haben und an uns geglaubt haben“, sagte Zauner. Gerade weil Schardenberg nach seiner Wahrnehmung über lange Zeit die stärkere Mannschaft war, gewann dieser Punkt für ihn besonderes Gewicht. Gleichzeitig sprach er aber auch sehr offen über das, was ihm trotz des Sieges nicht gefallen hat. „Es gibt überall Verbesserungspotenziale“, meinte Zauner und nannte dann zwei Bereiche ganz konkret. Defensiv sei man „manchmal zu weit weg von den Gegenspielern“ gewesen, offensiv müsse seine Mannschaft „einfach konsequenter die Chancen nützen“. Auch den Gegner ordnete er klar ein. Schardenberg sei „über lange Zeit sehr stark“ gewesen, habe in den letzten zwanzig Minuten aber etwas nachgelassen. Dazu kam aus seiner Sicht, dass sich die Gäste in der Schlussphase „ein bissl zu sehr mit dem Schiedsrichter angelegt“ hätten. Taufkirchen habe das für sich genutzt.
Dass so ein Spiel in der Nachspielzeit noch kippt, gibt einer Mannschaft naturgemäß Rückenwind, und genau deshalb dürfte dieser Heimsieg für den SV Taufkirchen mehr wert sein als nur die drei Punkte. Zauner blieb in seinen Aussagen trotzdem auf dem Boden. Er sprach die strittige Szene in der ersten Halbzeit an, betonte am Ende aber auch: „Sonst war die Leistung von Schiedsrichter Parzer in Ordnung.“ Diese nüchterne Einordnung passte insgesamt gut zu seinem Auftritt nach dem Spiel. Er freute sich über Moral, Geduld und den späten Lohn, machte aber zugleich klar, dass die Leistung nicht in allen Phasen rund war. Unterm Strich steht für Taufkirchen ein 2:1, das erst spät entschieden wurde, davor aber viele Wendungen hatte: ein ordentlicher Beginn, ein Rückstand, ein starker Tormann, ein später Ausgleich und schließlich der Kopfball von Wallisch zum Heimsieg in der letzten Aktion.