Spielberichte

"Wir haben nach dem 1:0 aufgehört" – SV Waizenkirchen gibt gegen Wesenufer Pausenführung aus der Hand

SV Waizenkirchen
Union Wesenufer

In der 1. Klasse Nord-West hat der SV Guschlbauer Waizenkirchen am Sonntagnachmittag gegen die Union eFiT Wesenufer trotz eines Blitzstarts nur ein 2:2-Remis geholt. Nach dem frühen 1:0 und einer Pausenführung ließen die Gastgeber den Gegner zurück in die Partie, gerieten nach dem Seitenwechsel sogar in Rückstand und retteten erst spät den Punkt. Trainer Roland Ulrich sprach danach von einer "ganz, ganz schlechten Leistung" seiner Mannschaft.

Nahaufnahme: Spieler setzt zum Eckball an

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Blitzstart ohne Wirkung

Der Nachmittag begann für Waizenkirchen eigentlich ideal. Schon in der 1. Minute brachte Tobias Arzt die Heimischen 1:0 in Führung, zur Pause stand dieses Ergebnis noch immer. Ulrich sprach beim ersten Treffer sogar von einer "sehr schön fertig gespielten Aktion", also von genau jenem Fußball, den er von seiner Mannschaft sehen wollte. Umso größer war für ihn danach der Bruch im Spiel. "Wir haben in der ersten Minute die Führung gemacht. Dann haben wir gedacht, das Spiel ist schon gewonnen. Das war eine totale Fehlentscheidung von uns", sagte der Trainer. Aus seiner Sicht zog sein Team danach das Tempo komplett heraus und verlor alles, was in den vergangenen Wochen noch besser gewesen war. "Spielerisch und kämpferisch war das überhaupt nicht so wie in den letzten zwei Runden", meinte Ulrich. Seine Zusammenfassung fiel entsprechend deutlich aus: "Das war von beiden Seiten kein gutes Spiel."

Vor der Pause blieb das zweite Tor aus

Dass es am Ende nur zu einem Punkt reichte, machte Ulrich nicht allein am Verlauf nach der Pause fest. Für ihn hätte Waizenkirchen die Partie schon in der ersten Hälfte viel klarer auf seine Seite ziehen können. Zwar war der Trainer mit dem gesamten Auftritt unzufrieden, dennoch sah er vor dem Seitenwechsel genügend Möglichkeiten, um das 1:0 auszubauen und damit Ruhe ins Spiel zu bringen. "Das Unentschieden geht in Ordnung, weil wir wirklich so eine schlechte Leistung gezeigt haben", sagte er offen. Zugleich verwies er auf jene Szenen, die das Spiel anders hätten laufen lassen können: "Wenn wir nach dem 1:0 nicht aufhören, geht das Spiel sicher anders. Wir hatten in der ersten Halbzeit noch zwei, drei sehr gute, große Chancen." Gerade das ärgerte ihn besonders, weil eine höhere Führung vieles einfacher gemacht hätte. "Dann wären wir vielleicht mit einem 2:0 oder 3:0 in die Kabine gegangen und hätten das Spiel sicher gewinnen können", sagte der Waizenkirchner Coach.

Wesenufer kommt zurück und dreht Partie

Statt eines beruhigenden Vorsprungs kam Wesenufer direkt nach Wiederbeginn zurück. Pavel Hajek traf in der 47. Minute zum 1:1 und stellte das Spiel damit sofort wieder auf Anfang. Waizenkirchen fand in dieser Phase laut seinem Trainer nicht mehr richtig hinein, und in der 74. Minute folgte der nächste Rückschlag, als Matej Balek die Gäste mit 2:1 in Führung brachte. Für Ulrich lag der Knackpunkt dabei nicht nur in den Toren selbst, sondern vor allem in ihrer Entstehung. Das 1:1 bezeichnete er ohne Umschweife als "riesengroßen Tormannfehler", weil der Treffer aus seiner Sicht auf diese Art nicht fallen darf. Noch mehr ärgerte ihn das 1:2, weil diesem Tor ein eigener Standard vorausgegangen war. "Wir hatten Eckball, dann haben wir einen Fehlpass als letzter Spieler gemacht, und Wesenufer hat den Konter gespielt", schilderte er. Für den Trainer passte das genau zu diesem Nachmittag: "Wir haben wieder zwei riesengroße Fehler gemacht, und die zwei riesengroßen Fehler sind bestraft worden."

Wolfsteiner rettet noch einen Punkt, Ulrich bleibt trotzdem hart

Immerhin kam der SV Waizenkirchen nach dem Rückstand noch einmal zurück. Moritz Wolfsteiner erzielte in der 82. Minute das 2:2 und sorgte damit zumindest dafür, dass die Gastgeber nicht mit leeren Händen dastanden. Ulrich sah darin aber nur einen kleinen Lichtblick in einem Spiel, mit dem er insgesamt überhaupt nicht einverstanden war. "Gut hat gar nichts funktioniert. Wir haben die schlechteste Leistung bisher gezeigt", sagte er sehr klar. Als einzig Positives nannte er die Reaktion nach dem 1:2: "Nach dem Führungstor der Union Wesenufer haben wir wieder ein bisschen Gas gegeben und den Ausgleich geschossen. Das war das Einzige Positive." Auch Schiedsrichter Luckeneder nahm der Trainer ausdrücklich aus der Kritik heraus, obwohl er eine Szene in der ersten Halbzeit anders bewertet hatte. "Aus meiner Sicht war das Elfmeter. Aus Sicht des Unparteiischen nicht. Das kann passieren, aber generell hat der Referee eine gute Leistung gezeigt." Für den SV Waizenkirchen stehen nach vier Runden damit vier Punkte zu Buche und vor allem die Aufgabe, die deutlichen Worte des eigenen Trainers rasch in eine bessere Leistung umzusetzen.

1. Klasse Nord-West: Waizenkirchen : Wesenufer - 2:2 (1:0)

  • 82
    Moritz Wolfsteiner 2:2
  • 74
    Matej Balek 1:2
  • 47
    Pavel Hajek 1:1
  • 1
    Tobias Arzt 1:0