In der 1. Klasse Nord-West musste sich der SV Bäck Baggerungen Lambrechten am vierten Spieltag bei der SPG Sigharting/Andorf 1b knapp mit 0:1 geschlagen geben. Entscheidend war aus Sicht von Co-Trainer Matthias Steinhofer das frühe Gegentor nach einem Eckball, dazu kamen viele Fehlpässe und ein insgesamt zu unruhiger Auftritt. Weil der Bezirksliga-Absteiger seine besten Möglichkeiten erst spät ungenutzt ließ, blieb eine enge Partie am Ende dennoch ohne Punktgewinn.

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Die spielentscheidende Szene ereignete sich bereits in der 10. Minute. Oliver Toth brachte die Gastgeber nach einem Eckball mit 1:0 in Führung. Für Matthias Steinhofer lag der Ursprung dieser Situation allerdings bereits vor der eigentlichen Standardsituation. „Der entscheidende Knackpunkt war natürlich das Gegentor zum 1:0. Bereits im Vorfeld hätten wir die Entstehung dieses Eckballs besser verteidigen und verhindern müssen“, analysierte der Co-Trainer. Besonders ärgerlich war aus seiner Sicht jedoch die anschließende Ausführung des Standards. „Beim Eckball selbst wurde die klare Zuteilung, die im Vorfeld vorgegeben war, nicht konsequent eingehalten. In solchen Situationen entscheiden oft Kleinigkeiten, und genau diese Konsequenz hat uns gefehlt.“ Der frühe Rückstand beeinflusste den weiteren Spielverlauf maßgeblich. Sigharting/Andorf konnte dadurch aus einer stabilen Grundordnung agieren, während Lambrechten gezwungen war, mehr Initiative im eigenen Ballbesitz zu übernehmen.
Das Gegentor allein war für Steinhofer jedoch nicht ausschlaggebend für die Niederlage. Vielmehr sah er über die gesamte Spielzeit strukturelle Probleme im eigenen Spiel. „Über die gesamten 90 Minuten war es von uns kein guter Auftritt. Wir hatten zu viele Unkonzentriertheiten und unnötige Ballverluste, wodurch wir den Gegner immer wieder ins Spiel gebracht haben. Gleichzeitig konnten wir unsere wenigen klaren Torchancen nicht nutzen.“ Vor allem im Spielaufbau und Ballbesitz fehlte Lambrechten die notwendige Ruhe und Struktur. Viele Angriffe endeten früh durch technische Fehler oder unpräzise Entscheidungen. „Wir hatten im Ballbesitz zu viele Fehlpässe und teilweise keine optimale Staffelung. Dadurch waren die Passwege oft nicht gut vorbereitet und wir konnten keine nachhaltige Kontrolle über das Spiel aufbauen. Mit einer derart hohen Anzahl an einfachen Ballverlusten ist es schwierig, dem Gegner über längere Phasen das Spiel aufzuzwingen.“ Die Gastgeber präsentierten sich zudem taktisch gut vorbereitet. „Sigharting/Andorf 1b war auf unsere Spielweise gut eingestellt. Sie haben unsere Stärken gut neutralisiert und gleichzeitig versucht, unsere Schwachstellen auszunutzen.“ Gerade in der Anfangsphase hatte Lambrechten Schwierigkeiten, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. „In den ersten 30 Minuten konnten wir ihrem Spielaufbau zu wenig entgegensetzen und waren sowohl im Anlaufen als auch in der Zweikampfführung nicht konsequent genug.“
Mit zunehmender Spieldauer veränderte sich das Bild allerdings. Lambrechten stabilisierte sich und übernahm vor allem in der Schlussphase mehr Spielanteile. Steinhofer sah seine Mannschaft in den letzten Minuten sogar mit leichten Vorteilen. „In den letzten 20 bis 25 Minuten hatten wir eine leichte Überhand und aus meiner Sicht auch die klareren Torchancen. In dieser Phase haben wir deutlich mehr Druck entwickelt und den Gegner stärker in die Defensive gedrängt.“ Die Möglichkeiten auf den Ausgleich waren vorhanden. Besonders bitter war deshalb, dass Lambrechten zwei hochkarätige Chancen ungenutzt ließ. „Wir hatten in der Schlussphase zwei hundertprozentige Möglichkeiten. Wenn du in einem engen Spiel solche Chancen bekommst, musst du zumindest eine davon nutzen.“ Trotz der Niederlage bewertete Steinhofer die Kräfteverhältnisse über das gesamte Spiel differenziert. „Insgesamt war es für mich ein typisches Unentschieden-Spiel, mit leichten Vorteilen für Sigharting/Andorf 1b. Sie waren über einen längeren Zeitraum stabiler, wir hatten dafür in der Schlussphase die Möglichkeiten, das Spiel noch auszugleichen.“
Nach dem Schlusspfiff suchte Steinhofer die Ursachen in erster Linie bei der eigenen Mannschaft. Zwar empfand er die Spielleitung in einigen Situationen als inkonsequent, wollte dies aber keinesfalls als Erklärung für die Niederlage gelten lassen. „Schiedsrichter Casurovic war aus meiner Sicht teilweise sehr inkonsequent, aber das darf und wird für uns keine Ausrede sein. Wir müssen die Leistung immer zuerst bei uns selbst analysieren.“ Sein Hauptkritikpunkt betraf die Bereitschaft und Konsequenz, die notwendig ist, um enge Spiele für sich zu entscheiden. „Unsere Mannschaft ist an diesem Spieltag leider nicht in allen Bereichen an ihr persönliches Limit gegangen. Gerade in einer Liga wie dieser entscheiden oft Kleinigkeiten, Intensität und die Bereitschaft, in jeder Aktion alles zu investieren.“ Für die kommenden Wochen sei daher eine klare Reaktion notwendig. „Wir müssen aus diesem Spiel die richtigen Schlüsse ziehen und verstehen, dass wir nur dann erfolgreich sein können, wenn jeder einzelne Spieler bereit ist, sowohl körperlich als auch mental über die gesamte Spielzeit an seine Grenzen zu gehen. Mit ein paar Prozent weniger Einsatz und Konsequenz werden wir solche engen Spiele nicht gewinnen.“
Nach vier Spieltagen hält der SV Lambrechten damit bei vier Punkten. Die knappe Niederlage in Sigharting soll nun vor allem als Ansatzpunkt dienen, um die eigenen Abläufe weiter zu verbessern und in den kommenden Partien wieder mehr Stabilität und Konsequenz auf den Platz zu bringen.