In der 1. Klasse Nord-West hat sich der UFC Haibach/Donau am Sonntagnachmittag von der SPG St. Roman/Esternberg 1b mit einem 1:1-Unentschieden getrennt. Nach einer starken ersten Hälfte führte Haibach verdient, nach der Pause verlor die Elf von Markus Hinterleitner aber den Zugriff und musste noch den Ausgleich hinnehmen. Der Trainer sprach nach dem Schlusspfiff von zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten und von einem Punkt, mit dem am Ende beide Seiten leben konnten.

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Für Markus Hinterleitner begann die Partie so, wie man sich das als Heimtrainer wünscht: wach, mit Energie und mit Zug nach vorne. "Es war von der ersten Minute an eine offene Partie auf beiden Seiten. Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben in den ersten Minuten gleich Chancen vorgefunden", sagte der Haibach-Coach. Gleichzeitig machte er klar, dass sich die Gäste keineswegs nur aufs Verteidigen beschränkten. St. Roman wollte mitspielen und brachte ebenfalls Offensivaktionen auf den Platz. Trotzdem sah Hinterleitner seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten vorne. Haibach spielte ein starkes Gegenpressing, war aktiver gegen den Ball und investierte viel. In dieser Phase fiel auch die Führung: Nach einem Abschlag wurde der Ball gut verarbeitet, dann ging es schnell in die Tiefe, über die Seite kam die Hereingabe und Michael Baschinger vollendete in der 24. Minute zum 1:0. Für den Trainer war das "nicht unverdient", weil seine Mannschaft die bessere erste Hälfte erwischt hatte und die Führung bis zur Pause ordentlich verteidigte.
Was Haibach vor der Pause noch gut im Griff hatte, kippte nach dem Seitenwechsel aber zusehends. Hinterleitner sprach sehr offen an, wo seine Mannschaft den Faden verlor: "In der zweiten Halbzeit haben wir plötzlich überhaupt keinen Zugriff mehr gehabt. Es waren zwei unterschiedliche Halbzeiten von der Mannschaft her." St. Roman wurde stärker, bekam eine druckvolle Phase und drängte Haibach weiter zurück. Der Trainer erklärte das nicht nur mit der eigenen nachlassenden Aggressivität, sondern auch mit der Qualität des Gegners. "Sie haben eine spielstarke Mannschaft, gerade mit ihren Legionären. Dazu haben sie vorne einen Stürmer und auf der Außenbahn einen sehr schnellen, sehr guten und trickreichen Spieler. Das muss man erst einmal verteidigen", sagte Hinterleitner. Genau in dieser Phase fiel auch der Ausgleich: Über die Seite kam der Ball in den Rückraum, dort wurde der Außenspieler übersehen und Jonas Schlager traf in der 80. Minute zum 1:1. Für Haibach war das bitter, für den Trainer aber auch die logische Folge davon, dass seine Mannschaft die Positionen nicht mehr so sauber hielt wie in der ersten Hälfte.
Unter dem Strich wollte Hinterleitner das Remis weder schönreden noch dramatisieren. Seine Einordnung fiel klar aus: "Aufgrund der ersten Halbzeit, wo wir stärker waren, und der zweiten Halbzeit, wo St. Roman mehr gemacht hat und auch klar besser war, würde ich sagen, ist es für beide ein verdienter Punkt gewesen." Ganz zufrieden klang der Trainer trotzdem nicht, weil er im Spielverlauf mehr gesehen hatte als nur das Endergebnis. Er verwies auf die ungenutzten Chancen vor der Pause und darauf, dass seine Mannschaft nach dem 1:0 zu wenig nachlegen konnte. Zudem wurde es in der Nachspielzeit noch einmal heikel, als die Gäste sogar noch trafen, der Treffer wegen Abseits aber nicht zählte. "Da hätten wir sogar noch fast verlieren können", sagte Hinterleitner. Diskussionen über Schiedsrichter Akpinar wollte er daraus nicht machen. Für den UFC Haibach bleibt damit nach neun Runden der zehnte Punkt, und auch das sagte der Trainer deutlich: "Schön langsam wird das mit den Unentschieden ein bisschen zu wenig." Genau deshalb wird in Haibach weniger das Resultat an sich Thema sein als die Frage, warum die gute erste Halbzeit nicht über 90 Minuten gehalten werden konnte.