In der 1. Klasse Nord hat der Union St. Veit/M. dem SV Hellmonsödt lange ein umkämpftes Spiel geliefert, am Ende setzten sich die Gäste aber mit 3:1 durch. Für Patrick Stummer lag der Unterschied vor allem in der Kompaktheit, im Laufaufwand und in den berühmten paar Prozent mehr Willen. Genau das zeigte sich nach der frühen Führung vor allem in der späten Phase der Partie.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Patrick Stummer beschrieb die Partie als intensives Spiel von Beginn an. Es habe viele Zweikämpfe gegeben, gleichzeitig aber zunächst nur wenige klare Möglichkeiten. Das deckte sich auch mit dem Spielverlauf, denn bis zur 14. Minute blieb vieles Stückwerk. Dann brachte Jürgen Enzenhofer die Gäste nach einer Ecke mit 1:0 in Führung. Stummer hob diesen Treffer besonders hervor und sagte über den Torschützen: „Das hat Enzenhofer super gemacht.“ Für ihn war dieses Tor in einer Phase wichtig, in der beide Mannschaften erst einmal ihren Rhythmus suchten. Dass Hellmonsödt diesen knappen Vorsprung mit in die Pause nahm, passte aus seiner Sicht gut zu einem Spiel, das vor allem von Intensität und weniger von vielen Torchancen lebte. Zur Halbzeit stand deshalb ein enges, aber für die Gäste wertvolles 1:0.
Nach dem Seitenwechsel brauchte St. Veit nicht lange, um zurückzuschlagen. In der 49. Minute fiel durch Jakub Rosulek das 1:1. Für Stummer war besonders ärgerlich, wie dieses Gegentor entstand. „Das 1:1 entsteht aus einem langen Ball. Da haben wir die Kopfballstärke gewusst, die St. Veit durch Rosulek mitbringt, haben das aber nicht clever genug verteidigen können“, sagte er. Hellmonsödt ließ sich von diesem Ausgleich aber nicht aus dem Konzept bringen und blieb bei seinem Plan. Der SVH hat sich danach noch ein paar Chancen heraußspielen können, aber nicht im Tor untergebracht. Durch einen Lattenkracher von Thomas Oyrer und eins gegen eins Situationen von Thomas Hofer lag das 1:2 oftmals in der Luft. Lange sah es danach aus, als würde die Partie offen bleiben, ehe die Gäste in der Schlussphase noch einmal zuschlugen. In der 87. Minute brachte dann für Stummer Man of the Match Julian Pichler Hellmonsödt wieder in Führung. Stummer schilderte die Szene als Ballgewinn vor dem Sechzehner mit schnellem Umschalten und einem sauber zu Ende gespielten Angriff. In der Nachspielzeit fiel dann die Entscheidung: Nach einem gewonnenen Zweikampf an der Mittellinie lief der Konter laut Stummer in eine Zwei-gegen-eins-Situation, die David Mühlberger zum 3:1 abschloss.
Warum Hellmonsödt dieses Auswärtsspiel am Ende auf seine Seite zog, beantwortete Stummer sehr deutlich. „Der entscheidende Faktor war definitiv die Kompaktheit, der Einsatzwille, die Laufbereitschaft und der unbändige Wille, dieses Spiel zu gewinnen“, sagte der Sportliche Leiter. Dieses Lob zog sich durch seine gesamte Analyse. Mehrfach sprach er davon, dass seine Mannschaft bereit gewesen sei, „Dreck zu fressen“, viele Kilometer zu machen und Fehler füreinander auszubügeln. Genau darin sah er den Unterschied. „Wir haben St. Veit nicht ins Spiel kommen und ihnen ihre Stärken nicht ausspielen lassen“, erklärte Stummer. Besonders zufrieden war er mit der Defensivarbeit, weil seine Elf seiner Meinung nach wieder nur wenig zuließ. Aus dem Spiel heraus sei bei den Gastgebern fast gar nichts gekommen, gefährlich sei es in erster Linie durch hohe Bälle und Standards geworden. Gleichzeitig gefiel ihm, dass sich seine Mannschaft offensiv wieder Chancen herausspielte. „Defensiv haben wir wieder einmal sehr wenig zugelassen und offensiv spielen wir uns mittlerweile Gott sei Dank auch wirklich wieder Chancen heraus“, sagte er. Auch die Trainer Lang und Pfister muss man hier mal großes Lob aussprechen. Die in dieser schweren Situation nicht aufgegeben und hart weiter gemacht haben, um das Ruder rumzureißen. Und jetzt für diese Arbeit vom Team mit guten Leistungen und Punkten belohnt werden.
Respekt hatte Stummer trotz des Sieges dennoch für den Aufsteiger. Die Union St. Veit sei „der erwartet schwere Gegner“ gewesen, sagte er, und verwies dabei vor allem auf Jakub Rosulek und Enis Karaman, auf die man sich gezielt eingestellt habe. Gleichzeitig war er überzeugt, dass der SV Hellmonsödt den Hausherren die nötigen Räume nahm und ihnen dadurch viel von ihrer Spielfreude entzog. „St. Veit spielt nicht schlecht, aber sie haben definitiv nicht ihre beste Saisonleistung gebracht. Die können besser spielen“, ordnete er ein. Ganz ohne Diskussionen ging der Samstagnachmittag aus seiner Sicht aber nicht über die Bühne. Über mehrere Situationen könne man reden, weil für ihn bei der Leistung von Schiedsrichter Führer „keine Linie erkennbar“ gewesen sei. „Dass es da und dort dann mal laut oder hitzig wurde, darf dich dann nicht wundern“. Am Urteil über das Spiel änderte das für ihn nichts. „Der entscheidende Faktor war sicher die zwei Prozent, um die wir mehr wollten“, sagte Stummer. Für Hellmonsödt, das nach zwölf Runden bei neun Punkten hält, ist dieser 3:1-Auswärtssieg deshalb nicht nur wegen des Ergebnisses wichtig, sondern auch wegen der Art und Weise, wie er zustande kam. "Aber jetzt legen wir den vollen Fokus auf nächsten Samstag im Derby gegen Reichenthal".