In der 2.Klasse Ost hat die Union Maria Neustift nach einem starken Herbst im Frühjahr an Konstanz verloren. Trainer Mario Wittmann macht dafür vor allem die Verletzungssorgen verantwortlich. Selbst die beiden Vergleiche mit Union St. Ulrich – auswärts 2:1 gewonnen, daheim 2:3 verloren – passen in dieses Bild. „Der Herbst war unglaublich stark. Im Frühjahr hatten wir dann einige schwere Verletzungen“, sagt Wittmann.

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Wittmann zeichnet im Rückblick ein recht klares Bild der Saison. Die erste Hälfte war aus seiner Sicht sehr stark, die zweite dann deutlich schwieriger. „Dadurch war die Rückrunde nicht mehr so souverän“, sagt der Trainer und verweist dabei auf mehrere personelle Rückschläge, die den Rhythmus der Mannschaft spürbar verändert haben. Konkret nennt er unter anderem einen Spieler der mit einer herausgesprungenen Kniescheibe ausfiel. Dazu kamen weitere schwerere Blessuren, darunter eine Schulterverletzung und ein längerer Ausfall, sodass einzelne Spieler erst im Herbst wieder zur Verfügung stehen sollen. Gerade in einer Mannschaft, die stark über Eingespieltheit kommt, schlagen solche Ausfälle natürlich besonders durch. Entsprechend erklärt sich für Wittmann auch, warum Maria Neustift das Niveau des Herbstes in der Rückrunde nicht mehr durchgehend halten konnte.
Dass der Verein trotz dieser Lage nicht am Transfermarkt nachgebessert hat, ist eine bewusste Entscheidung. „Wir haben keine Neuzugänge. Wir arbeiten nur mit eigenen Spielern“, sagt Wittmann. Das ist eine klare Linie, die zum Klub passt und die auch zeigt, wie Maria Neustift sich aufstellt. Statt kurzfristig von außen zu reagieren, setzt man weiter auf den bestehenden Kader und auf Spieler aus den eigenen Reihen. Dazu kommt, dass es im Umfeld keine großen Umbrüche gibt. „Das Trainerteam bleibt gleich“, betont Wittmann, auch sonst gebe es abgesehen vom traditionellen Sportfest keine größeren Änderungen. Gerade nach einer Saison mit personellen Problemen ist diese Konstanz ein wichtiger Punkt. Der Verein hält an seinem Weg fest, auch wenn der sportliche Verlauf im Frühjahr nicht mehr so glatt war wie noch in den Monaten davor.
Ein Thema, das über den Sommer hinaus Bedeutung haben wird, ist der Abschied von Niklas Schweighuber. Wittmann verliert über ihn kein unnötig großes Wort, macht seine Bedeutung aber deutlich. „Niklas Schweighuber natürlich mit seiner individuellen Klasse. Ein extrem starker Spieler. Leider verlässt er unseren Verein“, sagt der Trainer. Dass dieser Verlust nicht leicht aufzufangen sein wird, liegt auf der Hand, schließlich war Schweighuber laut Wittmann als zentraler Mittelfeldspieler und Stürmer einsetzbar und kam auf 34 Tore. Gleichzeitig betont der Trainer, dass die Stimmung innerhalb der Mannschaft stimmt. „Die Menschlichkeit in unserem Team ist sowieso top“, sagt er und hebt bewusst nicht mehrere Einzelspieler heraus. Sportlich zeigte Maria Neustift zum Saisonende trotz aller Probleme jedenfalls noch einmal, dass viel Qualität vorhanden ist: Aus den letzten fünf Partien holte das Team vier Siege, gewann unter anderem 7:1 gegen Union Sipbachzell und 5:0 gegen die Sattledt Juniors, musste dazwischen aber auch ein 3:6 gegen SV Losenstein hinnehmen.
Gefragt nach der Mannschaft, die ihn in der Liga besonders beeindruckt hat, nennt Wittmann ohne langes Zögern St. Ulrich. Gleichzeitig ordnet er auch die direkten Duelle ein: „Auswärts haben wir 2:1 gewonnen und zu Hause leider 2:3 verloren. Da waren wir schon extrem ersatzgeschwächt.“ Genau darin steckt noch einmal viel von dem, was Maria Neustifts Saison ausgemacht hat. Wenn die personelle Lage passte, war die Mannschaft konkurrenzfähig und erfolgreich. Sobald die Ausfälle zu groß wurden, ging ein Teil der Souveränität verloren. Für die kommende Saison ist die Hoffnung deshalb vor allem an eine Entspannung im Kader geknüpft. Nach dem Aufstieg in die 1. Klasse Ost bleibt der Verein seinem Weg treu, das Trainerteam bleibt unverändert – und wenn die Verletzten im Herbst Schritt für Schritt zurückkommen, will Maria Neustift wieder an jene Phase anschließen, die Wittmann selbst als „unglaublich stark“ bezeichnet.