Zum Saisonauftakt der 1. Klasse Ost hat die Union Maria Neustift gegen den TUS Kremsmünster nach einem 0:2 zur Pause noch ein 2:2-Remis geholt. Für Neo-Trainer Jozsef Weisz war das Remis deshalb besonders bitter, weil seine Mannschaft die erste Hälfte klar bestimmte und aus seiner Sicht die Chance auf das vorentscheidende dritte Tor liegen ließ. Genau dort setzte seine Analyse nach dem Schlusspfiff an.
Jozsef Weisz machte gleich deutlich, wie er den Nachmittag einordnete. „Ich bin enttäuscht vom Ergebnis“, sagte der Trainer von TUS Kremsmünster, obwohl seine Mannschaft zunächst genau das auf den Platz brachte, was sie sich vorgenommen hatte. Schon in der 4. Minute brachte Tobias Messing die Gäste mit 1:0 in Führung. Weisz sprach von einem „wunderschönen Tor“ und einem Schuss aus rund 16 Metern. Auch beim 0:2 in der 35. Minute war er voll des Lobes für den Abschluss, diesmal von Oliver Bodnar, der ebenfalls aus etwa 16 Metern traf. Dazu passte auch die Einschätzung des Trainers zur ersten Hälfte: „Im offensiven Bereich waren wir klar besser, klar dominant und die klar bessere Mannschaft.“ Weil TUS Kremsmünster diese Phase in Tore ummünzte, ging es mit einer verdienten 2:0-Führung in die Pause.
Gerade deshalb ärgerte Weisz der zweite Durchgang umso mehr. „In der zweiten Halbzeit haben wir überhaupt nicht umsetzen können, was wir besprochen haben“, sagte er, und genau so schilderte er auch den Verlauf nach dem Seitenwechsel. Union Maria Neustift wurde besser, während TUS Kremsmünster das Spiel nicht mehr so kontrollieren konnte wie vor der Pause. Der Trainer sah den entscheidenden Punkt vor allem im verpassten 3:0: „Wenn wir nach dem 2:0 am Anfang der zweiten Halbzeit das dritte Tor machen, ist das Spiel entschieden.“ Dieses Nachlegen blieb aus. Stattdessen kam Union Maria Neustift in der 70. Minute durch Samuel Schweighuber auf 1:2 heran. In der Schlussphase blieb das Heimteam dran und bekam in der Nachspielzeit noch einmal die Gelegenheit. Samuel Schweighuber traf in der 92. Minute ein zweites Mal und stellte damit auf 2:2, nachdem TUS Kremsmünster den Vorsprung nicht über die Zeit bringen konnte.
Weisz versuchte nach dem Spiel gar nicht, die Gründe kompliziert zu erklären. Für ihn lag das Problem vor allem bei der eigenen Mannschaft. „In der ersten Halbzeit hat im Großen und Ganzen viel gut funktioniert“, sagte er. Für die zweite Hälfte fiel sein Urteil dagegen deutlich knapper und härter aus: „In der zweiten Halbzeit kann ich nicht viel sagen, was gut funktioniert hat“ und „Es hat einfach mehr von uns gefehlt“. Den Gegner wollte er dabei keineswegs kleinreden. Den Aufsteiger beschrieb er als „kämpferisch starke Mannschaft“, dazu sprach er auch den schwierigen Platz an: „Der Rasen war überhaupt nicht gut.“ Am Ende steht für den TUS Kremsmünster zum Start in die neue Saison ein Punkt, der sich nach einer 2:0-Führung aber nicht wie ein gewonnener anfühlt. Die Richtung, in die Weisz mit seiner Mannschaft weiterarbeiten will, ist nach diesem Auftakt trotzdem klar: Die gute erste Halbzeit muss über 90 Minuten halten, damit aus einem starken Beginn auch ein voller Ertrag wird.