In der 1. Klasse Ost hat der ASV Raika Haidershofen-Behamberg zum Auftakt gegen den FC LACKWERK 44 Aschach/Steyr ein turbulentes 3:3-Remis geholt. Nach einer 1:0-Pausenführung lag die junge Heimelf in der Schlussphase schon 1:2 zurück, drehte das Spiel noch auf 3:2 und musste in der letzten Minute doch den Ausgleich hinnehmen. Neo-Trainer Ahmet Rahmanovic sprach danach von einem gerechten Unentschieden, haderte aber auch mit der fehlenden Abgebrühtheit nach dem späten Führungstreffer.

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Rahmanovic beschrieb die erste Halbzeit als offen und ausgeglichen, allerdings mit dem Gefühl, dass seine Mannschaft aus dieser Phase mehr hätte mitnehmen können. "Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit sehr ausgeglichen geführt, mit Chancen auf beiden Seiten", sagte der Trainer, verwies aber auch darauf, dass Aschach einen Elfmeter ungenützt ließ. Trotzdem ging der Bezirksliga-Absteiger schon früh in Führung: Jakob Schlößl stellte in der 9. Minute auf 1:0. Für Rahmanovic war das zu diesem Zeitpunkt verdient, weil seine Mannschaft immer wieder gut in die Tiefe spielte und sich klare Möglichkeiten erarbeitete. Besonders ein Kopfball und eine Eins-gegen-eins-Situation von Rene Ramoser hätten laut dem Trainer schon vor der Pause das 2:0 bringen können. So blieb es beim knappen Vorsprung, obwohl Rahmanovic meinte, dass seine Elf mit etwas mehr Konsequenz vor dem Tor schon früher klarere Verhältnisse hätte schaffen können.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich aus dem ausgeglichenen Auftakt ein Spiel mit mehreren Wendungen. Arslan Nesimovic glich in der 50. Minute für FC LACKWERK 44 Aschach zum 1:1 aus, in der 74. Minute drehte Berthold Huemer die Partie auf 1:2. Rahmanovic sprach in dieser Phase auch von einem Rückschlag für seine Mannschaft, weil der Spielmacher im Zentrum verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Umso höher bewertete er die Reaktion seiner jungen Elf: "Die letzten zehn Minuten haben wir irrsinnige Moral gezeigt." Zuerst gelang Haci Bekir Sahan in der 84. Minute das 2:2, dann schien Kevin Schrettlinger mit dem 3:2 in der 88. Minute den späten Siegtreffer erzielt zu haben. Doch die Partie war noch nicht vorbei. In der 90. Minute kam FC LACKWERK 44 Aschach durch Lorenz Losbichler noch zum 3:3. Rahmanovic sprach dabei von einem langen Ball und einem unglücklichen Gegentor in der letzten Minute.
Trotz der zwei verlorenen Punkte in der Schlussphase hob der Trainer mehrere Dinge hervor, die bei seiner Mannschaft bereits gut funktioniert haben. "Wir waren sehr diszipliniert, haben sehr gut verteidigt und das Zentrum sehr gut geschlossen", sagte Rahmanovic. Gerade das war für ihn in diesem ersten Meisterschaftsspiel wichtig, weil ASV Raika Haidershofen-Behamberg mit einer komplett umstrukturierten und insgesamt jungen Mannschaft in die Saison gegangen ist. Positiv bewertete er auch das Umschaltspiel, aus dem sich seine Elf immer wieder Möglichkeiten erarbeitete. Gleichzeitig sprach er aber einen Punkt offen an, der im Verlauf der Partie mehrfach sichtbar wurde. Die Erfahrung und Robustheit von FC LACKWERK 44 Aschach war laut Rahmanovic deutlich zu spüren, vor allem bei Zweikämpfen und bei hohen Bällen. "Da haben wir immer wieder einmal zu kämpfen gehabt, aber wir haben es schlussendlich doch recht gut gelöst", meinte der Trainer, der sein Team über weite Strecken dennoch kontrolliert und geschlossen auftreten sah.
Die Einordnung nach dem Schlusspfiff war bei Rahmanovic deshalb nicht nur vom späten 3:3 geprägt. "Es ist summa summarum ein gerechtes Unentschieden", sagte er und lobte den Gegner als erfahrene und gute Mannschaft, die in dieser Saison noch eine starke Rolle spielen könne. Gerade deshalb wertete er den Punkt für den ASV Haidershofen-Behamberg als einen ordentlichen Start. Dazu kommt, dass der Trainer weiterhin auf ein, zwei verletzte Leistungsträger verzichten muss und der Verein nach dem Abstieg bewusst einen neuen Weg eingeschlagen hat. "Wir nutzen diese Saison, um eine junge Mannschaft zu formen. Wir haben viel Qualität, brauchen aber auch ein bisschen Erfahrung", sagte Rahmanovic. Genau dieser fehlende letzte Schritt war für ihn nach dem 3:2 entscheidend: "Nach dem 3:2 hat uns vielleicht die Abgebrühtheit gefehlt, diesen einen Angriff zu unterbinden." Der Auftaktpunkt ist damit für die Niederösterreicher kein Endpunkt, sondern ein erster Hinweis darauf, dass die Richtung mit der jungen Mannschaft stimmt.