In der 1. Klasse Ost hat sich der SV Sierning am Sonntagnachmittag mit 1:0 gegen die USV Remax Alpha St.Ulrich Juniors durchgesetzt. Der knappe Heimsieg passte gut zum Bild, das Trainer Dominik Ebner nach dem Schlusspfiff zeichnete: Seine Mannschaft blieb geduldig, verteidigte aufmerksam und ließ kaum etwas zu, nutzte ihre Möglichkeiten aber nicht konsequent genug. Dadurch blieb eine Partie offen, die Sierning nach der Führung von Lorenz Artmayr eigentlich früher hätte beruhigen können.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Ebner erlebte zunächst kein Spiel, das sofort auf Betriebstemperatur kam. „Zu Beginn war es ein Abtasten beider Mannschaften, es gab wenig Torchancen und viel Mittelfeldgeplänkel“, sagte der Coach. Genau so entwickelte sich auch die Anfangsphase: Beide Teams fanden nur schwer in gefährliche Räume, vieles spielte sich zwischen den Strafräumen ab. Dann aber brachte Sierning die Aktion auf den Platz, die den Nachmittag entscheiden sollte. „Danach haben wir eine schöne Aktion gehabt mit einem Diagonalball, sind mit einem Doppelpass in den Sechzehner gekommen und haben das 1:0 gemacht“, schilderte Ebner. Den Treffer in der 25. Minute erzielte Lorenz Artmayr, mit dem knappen Vorsprung ging es später auch in die Halbzeit.
Dass diese Partie bis ganz zum Ende spannend blieb, erklärte Ebner vor allem mit der ungenutzten Möglichkeit auf das 2:0. Nach der Führung arbeitete sich Sierning weitere gute Abschlüsse heraus, ließ den Aufsteiger damit aber im Spiel. „Wir hatten mehrere hundertprozentige Torchancen, sicher drei bis vier, die wir leider nicht verwerten konnten. Wenn wir da das 2:0 machen, ist die Partie gegessen“, sagte der Trainer. Genau darin sieht er trotz des Erfolgs auch den klarsten Ansatzpunkt für Verbesserungen. „Aufgrund der hochkarätigen Chancen, die wir nicht nutzen konnten, würde ich sagen: in der Chancenauswertung.“ So blieb der Vorsprung bis in die Schlussphase schmal, selbst wenn die Gäste ab der 86. Minute nach der Roten Karte gegen Tobias Hochbaumer in Unterzahl zu Ende spielen mussten.
Für Ebner war der Sieg deshalb nicht nur eine Frage des einen Tores, sondern vor allem eine Frage der mannschaftlichen Ordnung. „Wir waren geduldig und diszipliniert. Defensiv haben wir kaum Chancen zugelassen und waren immer sehr gut gegen den Ball“, sagte er. Damit umriss der Trainer genau jene Punkte, die ihm an der Leistung seiner Mannschaft am besten gefielen. Gleichzeitig stellte er auch dem Gegner ein ordentliches Zeugnis aus. St. Ulrich habe sich „im tiefen Block sehr gut“ präsentiert, mit vielen Spielern hinter dem Ball verteidigt und es den Gastgebern damit schwer gemacht, klare Möglichkeiten sauber herauszuspielen. Umso wichtiger war für Sierning, die Ruhe nicht zu verlieren und auch bei einer knappen Führung nicht hektisch zu werden.
Dass der SV Sierning die Partie am Ende ohne Gegentor über die Linie brachte, war für Ebner auch ein Beleg dafür, dass der Auftritt insgesamt wieder stimmte. „Es war einfach wieder eine sehr gute, geschlossene Mannschaftsleistung“, sagte er und hob dabei nicht nur die Startelf hervor. „Auch jene Spieler, die von der Bank kamen, brachten noch einmal richtig Schwung in die Partie und ich bin stolz auf die gesamte Mannschaft.“ Neben dem knappen, aber wertvollen 1:0 nahm der Trainer also vor allem das Gefühl mit, dass seine Mannschaft als Einheit funktioniert. In der Tabelle hält Sierning nach zwei Runden bei sechs Punkten, und wenn die Chancenverwertung noch besser wird, dürfte dieser stabile Start zusätzlich Rückenwind geben. Auch die Leistung des Unparteiischen ordnete Ebner sachlich ein: „Die Leistung von Schiedsrichter Denthaner war gut, die Dreierbesetzung hat ihren Job sehr gut gemacht.“