In der 1. Klasse Ost kam der ASV Raika Haidershofen-Behamberg gegen die Union St. Marien trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Neo-Trainer Ahmet Rahmanovic sprach danach von einer klar überlegenen Leistung seiner Mannschaft, die sich für viel Aufwand nicht belohnte. Vor allem die Vielzahl an Chancen und zwei aus seiner Sicht unglückliche Gegentreffer erklärten für ihn, warum am Ende nur ein Punkt blieb.

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Aus Sicht von Rahmanovic war von Beginn an klar zu sehen, in welche Richtung die Partie laufen sollte. „Wir waren ganz klar die bessere Mannschaft“, sagte der neue Trainer nach dem Schlusspfiff und verwies darauf, dass seine Elf „von der ersten Minute an den Ton angegeben“ habe. In Zahlen schlug sich das früh nieder: Ricardo Gerstmayr brachte den Bezirksliga-Absteiger bereits in der 10. Minute in Führung. Für den Coach war das nur folgerichtig, weil seine Mannschaft schon davor und danach das aktivere Team gewesen sei. Umso ärgerlicher war für ihn, dass Haidershofen-Behamberg die Führung nicht ausbauen konnte. „Wenn wir das 2:0 oder 3:0 machen, ist das Spiel für uns gelaufen“, meinte Rahmanovic. Stattdessen fiel in der 29. Minute durch Jakob Margeta das 1:1. Der Trainer sprach dabei von einem „sehr unglücklichen Treffer“ nach einer Standardsituation und mehreren zweiten Bällen. Auch nach dem Seitenwechsel reagierten die Hausherren zunächst stark: Jakob Schlößl traf unmittelbar nach Wiederbeginn zum 2:1. Lange hielt der Vorsprung aber erneut nicht, weil Simon Rumetshofer in der 53. Minute für St. Marien zum 2:2 ausglich. Rahmanovic beschrieb diesen Treffer als außergewöhnlichen Schuss aus großer Distanz und betonte zugleich ausdrücklich, dass sein Tormann absolut richtig stand.
Der rote Faden in den Aussagen des Trainers war die Chancenverwertung. Rahmanovic machte kein Geheimnis daraus, woran es aus seiner Sicht am meisten hakte. „Wir haben uns zehn bis fünfzehn hochkarätige Chancen herausgespielt“, sagte er und legte nach: „So viele Chancen sind kein Zufall.“ Gerade deshalb saß der Ärger tief, weil Haidershofen-Behamberg nach dem 1:0 ebenso wie nach dem 2:1 mehrfach die Gelegenheit gehabt habe, das Spiel zu entscheiden. Der Trainer sprach von „zwei hundertprozentigen Chancen“ noch vor der Pause und auch nach dem Seitenwechsel von weiteren Situationen, in denen „wir den Sack nicht zumachen“. Für ihn ist das weniger eine Frage der Spielanlage als der Reife in der Offensive. „Aufgrund unserer jungen Offensive fehlt da noch die Abgebrühtheit“, erklärte Rahmanovic. Genau darin sah er den Unterschied zwischen einer ordentlichen und einer erfolgreichen Leistung. Seine Mannschaft erspiele sich viel, komme immer wieder in gute Abschlusspositionen und setze vieles von dem um, was im Training vorbereitet werde. Nur der letzte Schritt fehle noch. Auch vom Pech sprach er deutlich: Mal stelle sich ein Gegenspieler noch dazwischen, mal halte der Tormann schwierige Bälle, mal komme Aluminium dazu. Trotzdem wollte er das Remis nicht nur negativ deuten. Die Häufigkeit der Chancen sei für ihn vielmehr ein Zeichen, „dass die Richtung stimmt“.
Neben der verpassten Effizienz hob Rahmanovic auch hervor, was seiner Mannschaft in weiten Phasen gut gelungen sei. „Meiner Defensive kann ich absolut keinen Vorwurf machen“, sagte er. Aus dem Spiel heraus habe der ASV Haidershofen-Behamberg „nichts bis fast gar nichts zugelassen“, dazu sei die Mannschaft diszipliniert, organisiert und kompakt aufgetreten. Besonders mit dem Umschaltspiel zeigte sich der Trainer zufrieden: „Unser Umschaltspiel hat sehr gut funktioniert.“ Immer wieder seien dadurch Räume entstanden, die zu den vielen Chancen geführt hätten. Den Gegner sah Rahmanovic vor allem über lange Bälle und Standards kommen, spielerisch hielt er seine eigene Mannschaft klar für überlegen. Entscheidend ist für ihn aber der Blick nach vorne. Trotz des erneuten Unentschiedens bleiben die Niederösterreicher ungeschlagen, und genau daran knüpfte der Trainer seine Zuversicht. „Wir werden weiter daran arbeiten“, sagte er und verwies auch auf die aktuelle Umbruchphase im Kader. Seine Mannschaft sei jung, glaube an sich und entwickle sich. Darum fällt sein Fazit trotz des Ärgers über die zwei verlorenen Führungen nicht nur kritisch aus. Rahmanovic ist überzeugt, dass mit mehr Erfahrung und mehr Ruhe vor dem Tor auch die Ergebnisse folgen werden.