Spielberichte

„Wir hätten das Spiel locker gewinnen müssen“ – Union Wartberg/Krems lässt bei 1:1-Remis zu viel liegen

Union Wartberg/Kr.
Maria Neustift

In der 1. Klasse Ost hat sich die Sportunion Wartberg/Krems am Sonntagnachmittag in Runde drei mit einem 1:1-Unentschieden von der Union Maria Neustift getrennt. Für Wartberg fühlte sich dieser Punkt aber klar zu wenig an. Neo-Trainer Albert Kabashi machte nach dem Schlusspfiff vor allem die mangelnde Chancenverwertung als Grund aus, warum die Gastgeber einen aus seiner Sicht möglichen Heimsieg verpassten.

Gestapelte Bälle auf Rasen

Foto von Pedram Raz auf Unsplash

Wartberg legt nach der Pause vor, Maria Neustift gleicht aus

Der Spielverlauf gibt dieser Einschätzung zumindest in den Eckdaten recht. Zur Pause stand es noch 0:0, obwohl Kabashi seine Mannschaft bis dahin schon klar im Vorteil gesehen hatte. Kurz nach Wiederbeginn brachte dann Szilard Perlaki die Wartberger in der 49. Minute mit 1:0 in Führung. Die Gastgeber hatten damit genau jenen Vorsprung, auf den sie laut ihrem Trainer schon früher hingearbeitet hatten. Lange hielt dieser aber nicht. In der 65. Minute traf Simon Keller für den Aufsteiger zum 1:1 und stellte die Partie damit wieder auf Anfang. Weil in der restlichen Spielzeit kein weiterer Treffer mehr fiel, blieb es am Ende bei einer Punkteteilung, mit der sich Wartberg deutlich schwerer anfreunden konnte als die Gäste.

Coach Kabashi kommt immer wieder auf dieselbe Ursache zurück

Viel Spielraum für Interpretationen ließ der Wartberger Trainer in seiner Analyse nicht. Für ihn lag der entscheidende Punkt klar auf der Hand. „Normalerweise hätten wir gewinnen müssen“, sagte Kabashi, und er legte sofort nach: „Wir haben vier, fünf, sechs hundertprozentige Chancen gehabt. Es war ein Spiel der vergebenen Chancen.“ Gerade dieser Satz beschreibt ziemlich genau, wie der Trainer den Nachmittag einordnet. Nicht das eigene Auftreten an sich war aus seiner Sicht das Problem, sondern einzig der letzte Schritt vor dem Tor. „Es hat alles funktioniert. Bis auf den Abschluss“, meinte Kabashi. Auch deshalb fiel sein Fazit deutlich aus: „Sonst hätten wir das Spiel locker gewinnen müssen.“ Damit war auch erklärt, warum sich das 1:1 für die Gastgeber nicht wie ein gewonnener Punkt, sondern eher wie zwei verlorene anfühlte.

Respekt für den Gegner, aber keine Ausreden gesucht

Trotz des Ärgers über das Ergebnis suchte Kabashi keine Nebenschauplätze. Schiedsrichter Zahirovic nahm er ausdrücklich aus der Diskussion. „Der Schiri war in Ordnung. Am Referee ist es nicht gelegen, dass wir unentschieden gespielt haben“, stellte der Trainer klar. Auch für den Gegner fand er respektvolle Worte. Die Union Maria Neustift sei „eine eingeschworene Truppe“, bei der „jeder für den anderen kämpft und das Maximum gibt“. Gerade deshalb ordnete er den Ausgleich der Gäste nicht als Zufall ein, auch wenn er den Spielausgang aus Wartberger Sicht weiter an der eigenen Abschlussschwäche festmachte. Dass Maria Neustift nach Kabashis Eindruck zuletzt stabiler auftritt, passte für ihn ebenfalls ins Bild. Für die Union Wartberg bleibt nach dem ersten Punkt der Saison damit vor allem die Erkenntnis, dass vieles schon passt, der Ertrag vor dem Tor aber noch nicht. Oder, wie es der Trainer auf die einfachste Formel brachte: „Chancenauswertung.“

1. Klasse Ost: Wartberg/Kr. : Maria Neustift - 1:1 (0:0)

  • 65
    Simon Keller 1:1
  • 49
    Szilard Perlaki 1:0