In der 1. Klasse Ost hat der SV Sierning den TUS Kremsmünster mit 4:2 geschlagen und dabei vor allem seine starke Phase vor der Pause genutzt. Trainer Dominik Ebner machte das im Anschluss deutlich: Das 1:0 und das schnelle 2:0 seien der Knackpunkt gewesen. Aus einer zunächst zähen Partie wurde so ein Heimsieg, bei dem aber nicht alles nach Wunsch lief.

Image by Jörg Struwe from Pixabay
Der Beginn war aus Sierninger Sicht alles andere als einfach. Kremsmünster verteidigte kompakt, arbeitete diszipliniert gegen den Ball und machte den Gastgebern das Leben lange schwer. Ebner beschrieb diese Phase sehr offen: "Zu Beginn war es für uns sehr schwierig. Kremsmünster hat kompakt verteidigt, wir haben kaum Räume vorgefunden, das Spiel ist einfach so dahingeplätschert." Der Trainer sprach sogar von einem überraschend starken Beginn der Gäste, die sein Team bis zur 30. Minute immer wieder aus dem Rhythmus brachten. Erst dann bekam die Partie eine andere Richtung. In der 31. Minute traf Marcel Herzog zum 1:0. Für Ebner war genau dieser Treffer der Moment, in dem seine Mannschaft endlich Zugriff bekam. "Das 1:0 war sicher einmal der Knackpunkt", sagte der Sierning-Coach.
Entscheidend war für Ebner aber nicht nur die Führung selbst, sondern vor allem die Reaktion danach. Sierning blieb nicht stehen, sondern setzte sofort nach. Bereits in der 33. Minute erhöhte Simon Pranzl auf 2:0, und genau dieses schnelle Nachlegen stellte für den Trainer die Weichen auf Heimsieg. "Nach dem 1:0 und dem 2:0 direkt hintereinander war klar, dass die Partie in unsere Richtung kippt", erklärte Ebner. Seine Mannschaft habe geduldig weitergespielt und nach dem ersten Treffer nicht auf Sicherheit geschaltet. Kurz vor der Pause folgte in der 42. Minute noch das 3:0, wieder durch Pranzl. Ebner gefiel gerade diese Phase besonders gut: "Wir sind geduldig geblieben, haben ruhig weitergespielt und nach dem 1:0 nicht abwartend agiert, sondern sofort weiter Druck gemacht." Von der 30. Minute bis zum Pausenpfiff habe seine Elf, so der Trainer, "sehr, sehr starken Fußball gespielt".
Mit dem klaren 3:0 zur Pause war die Partie allerdings noch nicht erledigt. Ebner störte vor allem, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel nicht mehr dieselbe Aggressivität auf den Platz brachte. "Nach der Pause haben wir ein bisschen diese Aggressivität vermissen lassen", sagte er. Kremsmünster kam besser ins Spiel, setzte Sierning phasenweise unter Druck und blieb mit vereinzelten Angriffen gefährlich. In der 61. Minute nutzten die Gäste das zum 3:1 durch Noah Thaler. Ebner führte das allgemein darauf zurück, dass seine Mannschaft in Eins-gegen-eins-Situationen Probleme hatte und diese nicht gut lösen konnte. Ganz kippen ließ Sierning die Partie aber nicht. Die Gastgeber erhöhten noch einmal den Druck, und Denis Dobretsberger stellte in der 68. Minute auf 4:1. Das 4:2 durch Tobias Messing in der 84. Minute wollte Ebner nicht näher bewerten. "Ich muss mir das im Video genau ansehen. Möchte das so nicht weiter kommentieren", sagte der Trainer und ergänzte zugleich, dass die Situation am Ausgang des Spiels nicht mehr viel geändert habe.
Interessant war nach dem Schlusspfiff, dass Ebner den Sieg nicht einfach nur abhakte. Einerseits hob er die Wirkung seiner Offensive deutlich hervor, andererseits sprach er auch die Punkte an, die ihm trotz der vier Tore nicht gefallen haben. Besonders Simon Pranzl stellte er heraus, weil die Neuerwerbung aus Neuzeug die Mannschaft angetrieben und mit seinen zwei Treffern für die Vorentscheidung gesorgt habe. Auch Marcel Herzog bekam ein Sonderlob, weil sein Führungstor "einen richtigen Schwung in die Mannschaft gebracht hat". Zugleich machte Ebner klar, dass diesmal vor allem hinten noch Arbeit wartet: "In den letzten Spielen musste ich immer die Defensive loben. Dieses Mal haben wir noch Verbesserungspotenzial in der defensiven Abstimmung." Es gehe darum, Kontersituationen besser zu verteidigen und hinten wieder kompakter zu werden. Für den SV Sierning bleibt es trotzdem ein wertvoller Heimsieg, denn nach elf Runden steht die Mannschaft mit 28 Punkten weiter auf Rang zwei und bleibt damit erster Verfolger von Vorwärts/ATSV Steyr.