Spielberichte

"Wir sind ruhig geblieben": Sierning löst eine zähe Partie erst spät klar

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SV Sierning
Union Wartberg/Kr.

In der 1. Klasse Ost hat sich SV Sierning gegen die tief stehende Sportunion Wartberg an der Krems mit 4:1 durchgesetzt, auch wenn es lange nach mehr Arbeit als Glanz aussah. Trainer Dominik Ebner sprach danach von einer "schwierigen Partie" auf holprigem Boden, lobte die Ruhe seiner Mannschaft und sah den Unterschied vor allem in der größeren Qualität sowie im klareren Willen, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen.

Jugendliche Spieler mit Bällen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Geduld bis zur Führung vor der Pause

Schon in der Anfangsphase wurde deutlich, dass es für die Gastgeber kein Spiel werden würde, das sich von selbst öffnet. Ebner brachte es treffend auf den Punkt: "Vom Beginn an war es eine schwierige Partie." Wartberg stand sehr tief, machte das Zentrum dicht und ließ nur wenig Räume zu. Dazu kam ein Platz, der laut Siernings Trainer "sehr holprig" war und das schnelle Kombinationsspiel erschwerte. Trotzdem arbeitete sich Sierning in die Partie hinein und kam zu Möglichkeiten, ohne sie zunächst zu nutzen. Erst in der 37. Minute fiel das 1:0, als Wartberg im Aufbau einen Fehler machte und Lorenz Artmayr ins kurze Eck abschloss. Ebner nannte die Führung zu diesem Zeitpunkt verdient, schränkte aber auch ein, dass es "wenig hochkarätige Chancen" gegeben habe. Mit diesem knappen, aber aus Sicht der Gastgeber verdienten Vorsprung ging es in die Pause.


Mehr Druck nach der Pause, kurz darauf wieder Spannung

Nach dem Seitenwechsel wurde Sierning zwingender. "Wir waren am Drücker, haben besser gespielt", sagte Ebner, und genau so entwickelte sich die Partie auch. Die Hausherren hatten nun mehr vom Spiel und legten in der 72. Minute durch Florian Hofer das 2:0 nach. Eigentlich schien die Richtung damit klar vorgegeben, doch lange Ruhe kehrte nicht ein. Fast im Gegenzug verkürzte Gergely Mecs in der 74. Minute auf 2:1, nachdem Sierning einen Standard nicht konsequent verteidigt hatte. Dadurch wurde das Spiel noch einmal enger, obwohl Ebner keinen einzelnen Schlüsselmoment ausmachen wollte. "Wir haben das Spiel über weite Teile dominiert", meinte der Trainer, während Wartberg aus seiner Sicht nur "sporadisch Nadelstiche" setzen konnte. Ganz entschieden war die Partie dann erst in der Schlussphase, als Marcel Herzog zunächst in der 88. Minute das 3:1 erzielte und in der 90. Minute mit seinem zweiten Treffer auch den 4:1-Endstand herstellte. Beide späten Tore fielen nach Standards, womit Sierning in den letzten Minuten doch noch für klare Verhältnisse sorgte.

Viele Chancen liegen gelassen, der Kampfgeist stimmt

So deutlich das Ergebnis am Ende aussieht, ganz zufrieden war Ebner mit der Chancenverwertung trotzdem nicht. "Wir hatten sicher noch zehn hochkarätige Möglichkeiten", sagte der Sierning-Coach, der dabei nicht nur auf die reine Zahl der Abschlüsse blickte, sondern auch auf die Qualität der ungenutzten Situationen. Der Ball sei auf dem schwierigen Terrain immer wieder versprungen, dazu seien letzte Pässe unsauber geblieben oder ein Gegenspieler noch dazwischengekommen. Ebner sprach sogar davon, dass Sierning die Partie deutlich früher hätte entscheiden können, weil seine Mannschaft zwischenzeitlich zweimal allein auf das Tor lief und daraus kein Tor machte. Umso wichtiger war ihm aber ein anderer Punkt: "Ich möchte der Mannschaft den Kampfgeist nicht absprechen." Gerade gegen einen Gegner, der tief verteidigt und wenig anbietet, sei es entscheidend gewesen, ruhig zu bleiben und weiter Fußball spielen zu wollen. Genau das hob der Trainer positiv hervor.

Mehr Qualität und größerer Wille als Unterschied

Am Ende sah Ebner den Unterschied zwischen beiden Mannschaften vor allem in der Sierninger Breite und im Auftreten über die gesamten 90 Minuten. "Ich glaube, dass wir viel mehr Qualität auf den Rasen bringen und auch von der Bank noch einmal Qualität nachbringen konnten", sagte er nach dem Schlusspfiff. Dazu kam aus seiner Sicht ein Faktor, der in solchen Partien oft den Ausschlag gibt: "Der Wille, das Spiel zu gewinnen, war auf unserer Seite größer." Für Sierning ist der 4:1-Erfolg damit ein weiterer wichtiger Schritt in einer bislang starken Saison. Nach 13 Runden halten die Sierninger bei 34 Punkten und bleiben damit auf Rang zwei der Tabelle. Wartberg bleibt nach der Niederlage bei vier Zählern. Der Nachmittag hat allerdings auch gezeigt, dass selbst ein klarer Heimsieg erst erarbeitet werden muss, wenn der Gegner kompakt steht und der Boden vieles schwerer macht.

1. Klasse Ost: Sierning : Wartberg/Kr. - 4:1 (1:0)

  • 90
    Marcel Herzog 4:1
  • 88
    Marcel Herzog 3:1
  • 74
    Gergely Mecs 2:1
  • 72
    Florian Hofer 2:0
  • 37
    Lorenz Artmayr 1:0