In der 1. Klasse Süd-West lieferte Union Raiffeisen Neukirchen/Enknach gegen den TSV Aurolzmünster ein intensives Kellerduell, das 1:1 endete. Trainer Harald Erbschwendtner ordnete die Partie klar als Abstiegskracher ein: „Da spielt der Drittletzte gegen den Vorletzten – da will jeder die Punkte, Verlieren ist verboten.“ Sein Team startete stark und hatte das Geschehen zunächst im Griff, nach der Pause wurde die Partie ausgeglichener. Ein ärgerliches Gegentor nach eigener Standardsituation brachte den Rückstand, doch am Ende überwog die Erleichterung über den Zähler. Inhaltlich hob Erbschwendtner die kompakte, disziplinierte Umsetzung hervor, sah seine Mannschaft über weite Strecken als spielbestimmend – und betonte zugleich, dass der Abschluss die große Baustelle bleibt.

Foto von Janosch Diggelmann auf Unsplash
Laut Erbschwendtner kamen seine Jungs in den ersten 20 Minuten „sehr gut ins Spiel“ und hatten den Gegner „im Griff“. Bereits vor der Pause boten sich zwei hochkarätige Chancen zur Führung, nach dem Seitenwechsel summierte der Coach insgesamt fünf Topchancen für sein Team. Besonders in Erinnerung blieben ihm eine Eins-gegen-eins-Szene sowie eine Großchance von Lucian Stolojescu nach einem Stanglpass von Simon Schrems von rechts. Aurolzmünster blieb vor allem über Freistöße gefährlich – und genau in dieser Phase fiel auch das 0:1: Auf einen eigenen Freistoß folgte ein weiter Abschlag des gegnerischen Torhüters, ein aufspringender Ball wurde von einem Innenverteidiger unterschätzt – der Rückstand war da. Torschütze: Thomas Fellner.
Die Partie war „sehr, sehr am Limit“ der Zweikampfintensität, blieb aus Sicht Erbschwendtners jedoch fair. Der Schiedsrichter ließ viel laufen und hart spielen, behielt dabei aber eine für beide Seiten nachvollziehbare Linie. Unterm Strich standen lediglich zwei Verwarnungen, je eine pro Team – passend zur Drucksituation im Tabellenkeller, wo die Zweikämpfe gesucht und angenommen werden.
Den Ausgleich zum 1:1 besorgte Lucian Stolojescu. Überschattet wurde die Szene von einem schweren Zusammenprall zwischen dem Torwart und einem Neukirchner Spieler unmittelbar beim Treffer in der 88. Minute: Beide blieben bewusstlos liegen, die Partie wurde unterbrochen; Rettung und Notarzt waren rasch vor Ort. Nach etwa fünf bis sieben Minuten waren beide wieder ansprechbar, wurden jedoch mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht.
Erbschwendtner nutzte den Moment für Genesungswünsche und den Hinweis, dass „die Gesundheit im Vordergrund“ steht. Sportlich zieht er Zuversicht aus der stabilen Defensivarbeit und der disziplinierten Umsetzung trotz kleinen Kaders, fordert aber mehr Effizienz im Abschluss: „Wir lassen viel zu viele Chancen liegen.“ Für zusätzliche Spannung sorgen nun drei Nachbarschaftsderbys – jede Woche ist ein Derby –, in denen sich jeder von seiner besten Seite zeigen will und keiner verlieren mag.