In der 1. Klasse Süd-West hat der WSV-ATSV Ranshofen am Freitagabend bei der Union Aspach-Wildenau mit 2:1 gewonnen. Lange sah es danach aus, als würden die Gäste für eine ordentliche Leistung nichts mitnehmen, ehe sie in der Schlussphase doch noch zurückkamen. Neo-Trainer Marco Oberst sprach von einer „schweren Geburt“, betonte aber vor allem eines: „Der Glaube war da.“

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Marco Oberst ärgerte vor allem, dass seine Mannschaft sich für eine ordentliche Anfangsphase zunächst nicht belohnte. „Wir sind gut in die Partie gestartet, haben die erste Halbzeit im Griff gehabt“, sagte der Trainer nach dem Auswärtssieg. Zur Pause stand es 0:0, und aus Sicht der Gäste sprach wenig dafür, dass sie später einem Rückstand hinterherlaufen würden. Genau das passierte aber kurz nach dem Seitenwechsel. In der 51. Minute brachte Alexander Hittmair den Aufsteiger in Führung. Oberst ordnete die Szene klar ein: „Dann ist leider wieder aus einem Eigenfehler das 1:0 entstanden.“ Dass Aspach-Wildenau davor nach seiner Wahrnehmung kaum zwingend geworden sei, machte den Ärger aus Ranshofener Sicht noch größer.
Der Rückstand brachte Ranshofen laut seinem Trainer danach spürbar aus dem Konzept. „Nach dem Gegentor haben wir nicht mehr ins Spiel gefunden“, sagte Oberst. Statt am eigenen Plan festzuhalten, habe seine Elf Dinge versucht, „die einfach nicht so zu uns passen“, und damit Aspach-Wildenau wieder stärker gemacht. Der Gegner sei in dieser Phase gefährlicher geworden, auch wenn Oberst den Glauben seiner Mannschaft nie verloren sah. Genau dieser Glaube zahlte sich ganz am Ende aus. In der 90. Minute traf Niklas Zach zum 1:1, und in der vierten Minute der Nachspielzeit drehte Dimitrije Tasev die Partie mit dem 2:1 endgültig. Oberst verwies darauf, dass seine Mannschaft in dieser Phase konsequenter über außen spielte und sich damit spät doch noch belohnte.
Gerade deshalb fiel die Analyse des Trainers trotz des späten Sieges nicht euphorisch, sondern ziemlich klar aus. Oberst gefiel vor allem das Spiel seiner Mannschaft mit dem Ball. „Sehr gut funktioniert hat das Spiel mit dem Ball, vor allem in der ersten Halbzeit“, sagte er und verwies darauf, dass er ähnliche Ansätze schon im vorigen Spiel gesehen habe. Was ihm weiterhin fehlt, ist aber mehr Konsequenz im letzten Drittel. „Was noch nicht so gut funktioniert, ist die Gefährlichkeit vorm Tor, die Chancenverwertung und vielleicht in manchen Momenten die Geduld, am Plan festzuhalten“, sagte Oberst. Genau darin lag für ihn auch der rote Faden dieses Abends: Ranshofen war über längere Strecken ordentlich im Spiel, machte sich das Leben aber mit einem Fehler und einer hektischen Phase nach dem 0:1 selbst schwer.
Nach dem Schlusspfiff überwog beim neuen Trainer trotzdem klar die Zufriedenheit. Die Union Aspach-Wildenau habe vor allem die Fehler der Gäste gut genutzt, das eigentliche Spiel habe seine Mannschaft aber über weite Strecken kontrolliert, meinte Oberst. Auch Schiedsrichter Seyfert lobte er ausdrücklich: „Ich finde, er hat das sehr ordentlich gemacht, war sehr präsent und hat sich nicht einschüchtern lassen.“ Vor allem aber sprach er seiner Mannschaft ein großes Kompliment aus. „Ich bin sehr stolz auf meine Truppe“, sagte der Trainer. Die vergangenen Wochen seien schwierig gewesen, weil gute Leistungen durch eigene Fehler oft bitter bestraft worden seien. Umso mehr Hoffnung zieht er aus diesem späten 2:1. „Es war heute eine schwere Geburt, aber der Knoten ist geplatzt. Ich glaube, dass es jetzt bergauf geht für uns.“