In der 1. Klasse Süd-West hat sich der FC NGEN Pischelsdorf am Freitagabend vom UFC Lasco Lochen mit einem 3:3-Unentschieden getrennt. Nach starkem Beginn, einem 1:3 kurz nach Wiederbeginn und dem späten Ausgleich blieb bei Neo-Trainer Halil Durmaz vor allem eine Einschätzung hängen: Seine Mannschaft war aus seiner Sicht näher am Sieg, brachte ihre Überlegenheit aber nicht mit genug Cleverness und Kaltschnäuzigkeit auf den Platz.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Die Gastgeber fanden gut in die Partie und belohnten sich in der 15. Minute mit dem 1:0 durch Lucas Achleitner. Genau diese Phase meinte Durmaz auch nach dem Spiel, als er sagte: „Wir waren in den ersten zwanzig Minuten klar überlegen.“ Für den Pischelsdorfer Trainer war das die Zeit, in der seine Mannschaft sowohl offensiv als auch defensiv das brachte, was sie sich vorgenommen hatte. Mit dem Ausgleich durch Florian Reitsamer in der 25. Minute änderte sich das Bild aber spürbar. Durmaz sprach davon, dass sein Team nach dem 1:1 für gut 20 bis 25 Minuten „komplett aus dem Konzept“ war. Noch vor der Pause drehte Lochen die Partie, als Simon Schwab in der 37. Minute das 1:2 erzielte. Aus einer starken Anfangsphase wurde damit ein Rückstand zur Halbzeit.
Besonders bitter aus Sicht der Heimischen war, dass gleich nach dem Seitenwechsel der nächste Rückschlag folgte. Christian Bamminger traf in der 47. Minute zum 1:3 und stellte Pischelsdorf vor eine noch schwierigere Aufgabe. Gerade das ärgerte Durmaz, weil die zweite Hälfte eigentlich mit einem klaren Plan angegangen worden war. „Was wir uns für die zweite Halbzeit vorgenommen haben, haben wir in den ersten eineinhalb Minuten gleich vermissen lassen“, sagte er. Trotzdem blieb seine Mannschaft diesmal nicht lange hängen. Schon fünf Minuten später verkürzte Philip Marsell Aigner auf 2:3, und genau ab dieser Phase sah Durmaz seine Elf wieder klar im Spiel. „Ab Minute 48 waren wir die klar dominierende und spielbestimmende Mannschaft“, lautete seine Einordnung. Pischelsdorf blieb am Drücker, musste aber bis in die Schlussphase warten, ehe Philip Marsell Aigner in der 86. Minute doch noch den Ausgleich zum 3:3 besorgte.
Dass sich Durmaz mit dem Punkt nur teilweise anfreunden konnte, hatte vor allem mit dem Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag zu tun. „Mit Sicherheit waren wir näher am Sieg“, sagte der Trainer offen und begründete das mit der Überlegenheit seiner Mannschaft in der Anfangsphase und nach der Pause. Was ihm fehlte, formulierte er ebenso klar: „Cleverness. Kaltschnäuzigkeit und Cleverness, das war definitiv das, was wir aktuell noch missen.“ Als Beispiel nannte er die Szene, in der das 2:0 möglich gewesen wäre, „wo der Torwart fast geschlagen war und dann der Ball von der Latte wieder zurück in die Hände gekommen ist“. Auf der anderen Seite fielen die Gegentore aus seiner Sicht zu leicht. Durmaz verwies auf einen Freistoß, auf ein Tor nach einer Ecke und ein Gestocher und sagte deutlich, dass Pischelsdorf den Gegner wieder ins Spiel gebracht habe, weil das zweite eigene Tor nicht gefallen sei. Selbst eine mögliche Abseitsfrage beim dritten Lochener Treffer wollte er nicht groß machen. „Ich war zu weit weg, ob das Abseits war oder nicht, aber ansonsten war das ganz okay“, sagte er über die Leistung des Schiedsrichters.
Unter dem Strich blieb für den FC Pischelsdorf nach Runde drei ein 3:3 und damit der zweite Punkt der noch jungen Saison, während der UFC Lochen nun bei vier Zählern hält. Für Durmaz war nach dem offenen Schlagabtausch vor allem wichtig, was seine Mannschaft aus diesem Abend mitnimmt. „Wir müssen Lehren daraus ziehen“, sagte der neue Trainer und wurde dabei sehr konkret. Es gehe darum, Spiele „clever anzusetzen, clever anzulegen“ und gerade die letzten Pässe sauberer zu spielen. Durmaz machte aber auch klar, dass er trotz des Ärgers über den verpassten Sieg nicht nur das Negative sieht. Seine Mannschaft hatte nach dem 1:3 die richtige Reaktion, kam noch einmal zurück und holte sich zumindest den Ausgleich. Wenn es den Pischelsdorfern gelingt, ihre starken Phasen in mehr Ertrag umzuwandeln, dann ist der Trainer überzeugt: „Dann werden auch die Siege hoffentlich bald folgen.“