In der 1. Klasse Süd-West hat sich der UFC Burgkirchen am Freitagabend mit dem ATSV Mattighofen 3:3 getrennt. Nach einem Derby mit früher Gästeführung, mehreren Wendungen und dem Ausgleich kurz nach der Pause sprach Trainer Werner Hartl von einer Partie "auf Augenhöhe". Unterm Strich, so seine Einschätzung, sei der Punkt für beide Seiten verdient gewesen, auch wenn aus seiner Sicht mehr drin gewesen wäre.

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Für Mattighofen begann der Abend stark. Schon in der 2. Minute brachte Adis Sistek die Gäste mit 1:0 nach vorne, und genau dieses Bild meinte Hartl später, als er sagte, seine Mannschaft sei "vom Anfang an auf Augenhöhe" gewesen und habe sogar "kleine Vorteile" gehabt. Burgkirchen antwortete aber früh und deutlich. Milutin Radonjic traf in der 8. Minute zum 1:1 und legte in der 16. Minute das 2:1 nach. Die Partie blieb dennoch offen, weil Mattighofen sich vom schnellen Rückstand nicht aus dem Tritt bringen ließ. Ilija Ivic stellte in der 30. Minute auf 2:2, ehe Filip Avramovic sechs Minuten vor der Pause mit dem 2:3 dafür sorgte, dass die Gäste nach einem offenen ersten Abschnitt wieder mit einer Führung in die Kabine gingen.
Nach dem Seitenwechsel war diese Führung allerdings schnell dahin. Wieder war es Radonjic, der in der 50. Minute zum 3:3 ausglich und damit seinen Dreierpack komplett machte. Hartl sah danach vor allem eine Szene als möglichen Wendepunkt. "Der entscheidende Elfmeterpfiff blieb leider aus, dabei hätten wir in Führung gehen können", sagte der Mattighofen-Trainer. Er erinnerte zudem an eine weitere Aktion aus der ersten Halbzeit, bei der aus seiner Sicht ebenfalls ein Pfiff ausgeblieben sei. Dazu kam noch ein Lattenschuss, bei dem bei Mattighofen schon geglaubt wurde, der Ball sei über der Linie gewesen. Für Hartl waren das die Momente, in denen das Spiel auch noch auf die Seite seiner Mannschaft hätte kippen können.
Was Hartl an seiner Mannschaft gefiel, war vor allem das Spiel im Zentrum. "Das Mittelfeldkombinationsspiel nach vorne hat sehr gut funktioniert", sagte er und machte gleichzeitig klar, dass es nicht nur seine Mannschaft war, die zu Möglichkeiten kam. Auch Burgkirchen habe "sehr gute Chancen" gehabt, deshalb wollte er das Ergebnis nicht künstlich in eine Richtung drehen. "Beiderseits war es eine hochklassige Partie", lautete seine Einordnung, und genau daraus leitete er auch sein Fazit ab. Burgkirchen habe phasenweise Druck gemacht, dann habe wieder Mattighofen gedrückt, und mit etwas Glück wäre laut Hartl sogar noch ein später Sieg möglich gewesen. Gerade deshalb wirkte sein Urteil glaubwürdig und nicht wie eine Floskel: "Der Punkt geht in Ordnung für beide Mannschaften."
Dass Hartl trotz der angesprochenen Szenen nicht nur haderte, passte zu seinem gesamten Eindruck von diesem Derby. Er sprach nicht von einer verschenkten Partie, sondern von einem Spiel, das lange auf Messers Schneide stand und in mehreren Phasen kippen konnte. Mattighofen nahm also einen Punkt mit, steht nach drei Runden nun bei vier Zählern und bleibt damit im vorderen Mittelfeld der Tabelle. Viel wichtiger war für den Trainer nach dem 3:3 aber ohnehin, wie seine Mannschaft aufgetreten ist und dass sie nach Rückschlägen immer wieder zurückkam. Lange nachreden wollte er deshalb nicht. Sein Schluss war klar und bodenständig: "Der nächste Gegner kommt und wir wollen wieder voll punkten zu Hause."