Spielberichte

„Das 0:1 hat uns aus dem Spiel gebracht“ – ATSV Ranshofen lässt bei 1:2-Niederlage zu viele Chancen liegen

WSV-ATSV Ranshofen
SPG Ostermiething Juniors/Tarsdorf

In der 1. Klasse Süd-West hat der WSV-ATSV Ranshofen gegen die SPG Stampfl - Bau Ostermiething Juniors/Tarsdorf mit 1:2 verloren, obwohl die Gastgeber lange mehr vom Spiel hatten. Co-Trainer Julian Leitner sah viel Ballbesitz und ordentliche spielerische Ansätze, sprach aber vor allem von fehlender Konsequenz vor dem Tor. Als Knackpunkt machte er das 0:1 aus, nach dem Ranshofen den Faden verlor.

Mehrere Paar Trainingsschuhe stehen am Spielfeldrand neben der Bande

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Vor der Pause fehlt aus Sicht der Gastgeber das 1:0

Der Samstagnachmittag begann aus Sicht der Hausherren durchaus ordentlich. Ranshofen hatte laut Leitner über weite Strecken viel Ballbesitz und kam vor allem im ersten Durchgang immer wieder in gute Räume. Genau dort lag aber schon das Problem, das sich später rächen sollte. „Wir haben viel Ballbesitz gehabt und aus unseren Chancen, vor allem in der ersten Halbzeit, wenig daraus gemacht“, sagte der Co-Trainer. Mehrfach sei seine Mannschaft gefährlich vor das Tor gekommen, „aber wir haben es verabsäumt, das 1:0 zu machen“. So ging es mit einem 0:0 in die Pause, obwohl Ranshofen das Gefühl haben musste, aus dieser Phase mehr mitnehmen zu können. Leitner sprach sogar von ein, zwei Aktionen, in denen seine Mannschaft „auf 1:0 stellen muss“.

Nach Gegentor geht Rhythmus verloren

In der zweiten Halbzeit kippte die Partie dann aus Sicht der Gastgeber in eine ungünstige Richtung. In der 67. Minute brachte Fabian Bulzan den Aufsteiger in Führung. Leitner führte den Gegentreffer auf ein Abstimmungsproblem zurück und nannte die Szene später auch klar den entscheidenden Moment des Spiels. „Es war auf jeden Fall das 1:0, wo nach einem abgefälschten Ball der Gegner allein auf das Tor gelaufen ist“, erklärte er. Danach habe seine Mannschaft nicht mehr so zu ihrem Spiel gefunden wie davor. „Dadurch haben wir ein wenig unsere Spielphilosophie vermissen lassen und sind nicht mehr so in die Partie gekommen“, sagte Leitner. Als Dominik Cvijanovic in der 82. Minute auf 2:0 erhöhte, wurde die Aufgabe noch schwerer. Immerhin kam Ranshofen durch den klaren Elfmeter, den Dimitrije Tasev in der 88. Minute zum 1:2 verwandelte, noch einmal heran. Für eine Wende reichte die späte Reaktion aber nicht mehr.

Ballbesitz war da, Konsequenz im letzten Drittel nicht

Besonders ärgerlich war für Leitner, dass die Partie erneut ein Thema offengelegt hat, das seine Mannschaft schon länger begleitet. Auf die Frage, was nicht funktioniert habe, kam seine Antwort schnell: „Die letzte Konsequenz vor dem Tor.“ Genau darin sah er den größten Unterschied zwischen einem ordentlichen Auftritt und einem Ergebnis, das am Ende auch etwas einbringt. „Wir haben viele Chancen gehabt, die haben wir nicht konsequent ausgenutzt. Das sind Sachen, an denen wir die Stellschrauben drehen müssen“, sagte der Co-Trainer. Dabei stellte er ausdrücklich nicht die spielerische Leistung seiner Mannschaft infrage. Im Gegenteil: „Wir waren spielerisch sehr stark, aber unsere Chancen nach vorne haben wir einfach vermissen lassen.“ Dazu kam aus seiner Sicht, dass der viele Ballbesitz nicht oft genug in wirklich gefährliche Aktionen im letzten Drittel umgewandelt wurde. „Wir haben über das gesamte Spiel eigentlich den meisten Ballbesitz gehabt, aber wir haben die gefährlichen Zonen im letzten Drittel nicht angespielt“, so Leitner.

Gegner setzt seinen Plan um, Ranshofen bleibt bei vier Punkten

Dass die Spielgemeinschaft die drei Punkte mitnahm, erklärte Leitner nicht nur mit den eigenen Versäumnissen. Er bescheinigte dem Gegner auch einen klaren und gut umgesetzten Matchplan. „Der Gegner hat sich gut auf uns eingestellt, hat mit langen Bällen operiert und den Matchplan gut umgesetzt“, sagte er. Damit habe Ostermiething Juniors/Tarsdorf den ATSV Ranshofen letztlich in die Knie gezwungen. Diskussionen über den Unparteiischen wollte der Co-Trainer dagegen gar nicht erst aufmachen. Schiedsrichter Bobaj habe „eine sehr solide Partie gepfiffen“, den Elfmeter zum Anschlusstreffer bezeichnete er als klare Entscheidung. In der Tabelle bleibt Ranshofen nach vier Runden damit bei vier Punkten und liegt auf Rang neun, während die Gäste mit acht Zählern auf Platz drei stehen. Für die Gastgeber ist die Botschaft nach diesem 1:2 jedenfalls deutlich: Der Aufwand stimmt über weite Strecken, aber ohne mehr Konsequenz vor dem Tor bleibt zu wenig Zählbares übrig.

1. Klasse Süd-West: WSV-ATSV Ranshofen : Ostermiething Juniors/Tarsdorf - 1:2 (0:0)

  • 88
    Dimitrije Tasev 1:2
  • 82
    Dominik Cvijanovic 0:2
  • 67
    Fabian Bulzan 0:1