In der 1. Klasse Süd-West hat der ATSV Mattighofen am Sonntagnachmittag die SPG Stampfl-Bau Ostermiething Juniors/Tarsdorf mit 2:1 geschlagen. Tobias Mösenbichler machte nach der Partie vor allem zwei Punkte aus: Der Aufsteiger ließ nach gutem Beginn und einer frühen Führung den Zugriff auf das Spiel liegen, dazu fehlte nach der Pause der nötige Zug aufs Tor.

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Aus Sicht der Gäste begann die Partie genau so, wie es sich Mösenbichler vorgestellt hatte. „Wir starten richtig gut ins Spiel. Wir dirigieren das Spiel, wir kommen gut spielerisch rein“, sagte der Neo-Trainer. Auch in den Zweikämpfen habe seine Mannschaft in der Anfangsphase wenig verloren. In der 23. Minute belohnte sich die SPG dann mit dem 1:0: Dominik Cvijanovic verwandelte einen Foulelfmeter. Für Mösenbichler war das die logische Folge eines ordentlichen Starts. Danach änderte sich die Partie aber spürbar. „Nach dem Führungstor haben wir ein bisschen nachgelassen. Mattighofen hat mehr investiert“, sagte er. In der 33. Minute fiel dann der Ausgleich durch ein Eigentor von Leon Thalmeier, nachdem die Gäste laut ihrem Trainer schon im Spielaufbau einen Fehler gemacht und die Situation danach nicht sauber genug geklärt hatten. Trotz des 1:1 zog Mösenbichler aus der ersten Hälfte noch einiges Positive: „Insgesamt war die erste Halbzeit echt okay. Auf die ganze Saison gesehen war das wahrscheinlich eine unserer besten ersten Hälften.“
Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel dann endgültig in Richtung Gastgeber. Mösenbichler formulierte es deutlich: „Wie wir aus der Kabine kommen und in die zweite Halbzeit gehen, ist schlecht. Wir geben das Spiel komplett her.“ Seine Mannschaft sei nicht mehr hinter die Kette gekommen, dazu hätten sich die Ballverluste im Aufbau gehäuft. Gleichzeitig wurde Mattighofen laut dem Ostermiethinger Trainer immer druckvoller und vor allem bei Standards gefährlicher. Weite Einwürfe und Ecken brachten die Heimelf immer wieder in gute Positionen. Der spielentscheidende Moment kam in der 62. Minute, als Filip Avramovic einen weiteren Foulelfmeter zum 2:1 verwertete. Auch diesen Pfiff stellte Mösenbichler nicht in Frage. „Der spielentscheidende Moment war natürlich dann der Elfmeter, der zu Recht Elfmeter war“, sagte er. Nach einer Ecke habe seine Mannschaft den Ball klären wollen, dabei aber zu lange gebraucht, ehe ein Mattighofener zwischen Spieler und Ball gekommen sei.
Was den Trainer besonders störte, war weniger die spielerische Anlage als der fehlende letzte Zug. „Spielerisch war es super in der ersten Halbzeit, aber dann trotzdem zu wenig Zug aufs Tor, zu wenig Zug auf das Wesentliche“, sagte Mösenbichler. Genau darin sah er auch den größten Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Während die SPG aus ihrer ordentlichen ersten Hälfte zu wenig machte, sei Mattighofen vorne effizienter gewesen und mit der Zeit klarer in seinen Aktionen geworden. „Der Unterschied war ganz klar die Effizienz“, meinte der Coach. Seine Mannschaft habe zu oft zu viel Klein-Klein gespielt und zu selten den direkten Weg gesucht. Ganz ohne Möglichkeit blieb Ostermiething Juniors/Tarsdorf nach der Pause zwar nicht, mehr als eine gute Chance sprang aber nicht heraus: Ein Gästespieler setzte sich noch einmal mit Tempo und Dribbling durch, der Ball versprang ihm vor dem Tor jedoch. Es passte damit ins Bild einer zweiten Halbzeit, in der nach vorne zu wenig kam.
Dass die Niederlage am Ende verdient war, sprach Mösenbichler offen an. „Verdient verloren. Der ATSV Mattighofen hat einfach mehr investiert“, sagte der neue Trainer, der auch die Leistung des Unparteiischen ausdrücklich positiv bewertete: „Beide Elfmeter waren gerecht gepfiffen. Sonst hat es keine strittigen Situationen gegeben.“ Für die SPG bleibt es damit nach sechs Runden bei elf Punkten, Mattighofen liegt in der Tabelle mit derselben Ausbeute auf Rang drei knapp davor. Viel wichtiger als der Blick auf das Klassement war für Mösenbichler unmittelbar nach dem Spiel aber die Aufarbeitung der eigenen Schwächen. In der Trainingswoche soll nun genau an jenem Thema gearbeitet werden, das er mehrfach ansprach: mehr Tempo, mehr Tiefe und mehr Entschlossenheit vor dem Tor. „Wir müssen einfach wissen, wann spiele ich kurz und wann kann ich tief spielen“, sagte er. Die Richtung für die nächsten Tage ist damit klar vorgegeben.