Sein Team lag früh zurück, nach der Pause sogar 0:2 – und doch überwogen am Ende Erleichterung und Stolz: Marcel Rohrstorfer, Trainer von Union Gampern, zeichnete nach dem Duell mit Union Raiffeisen Zell am Moos ein Bild großer Moral, klarer Antworten auf Standards und eines körperlich intensiven, aber fair geführten Spiels. In der 1. Klasse Süd ordnete er den Auftakt pragmatisch ein: Schon nach 1 Minute geriet Gampern mit 0:1 in Rückstand durch Raphael Hammerl, später erhöhten die Gäste per Elfmeter durch Bernhard Zach auf 0:2 – doch Geduld, Wucht und Präzision bei ruhenden Bällen drehten die Statik. „Wir haben uns über Standards zurückgekämpft und die Partie entschieden“, so Rohrstorfer, der die Qualität beider Teams in einem kampfbetonten, dennoch fairen Schlagabtausch hervorhob.

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Der Matchplan war kaum angerollt, da lag Gampern bereits 0:1 zurück durch Raphael Hammerl – der frühe Gegentreffer prägte die Anfangsphase. Nach der Pause wurde es aus Sicht der Hausherren noch heikler: Zell am Moos stellte per Strafstoß durch Bernhard Zach auf 0:2. Rohrstorfer blieb ruhig und appellierte an Geduld und Struktur: „Grundsätzlich habe ich der Mannschaft mitgegeben, geduldig zu bleiben. Nach dem zweiten Gegentor haben wir etwas offensiver agiert, im Großen und Ganzen blieb die Grundordnung aber gleich.“ Den Weg zurück ebnete Gampern über ruhende Bälle: „Defensiv haben wir gut verteidigt und offensiv, speziell in der 2. Halbzeit, die Eckbälle sehr gut getreten – so kamen wir zu unseren Möglichkeiten.“ In der Schlussphase trugen die Antworten Wirkung: Valentin Fuchs stellte auf 1:2 (74.), Daniel Bauer glich zum 2:2 aus (82.), und Simon Premm drehte das Spiel zum 3:2 (88.).
Inhaltlich zeichnete der Coach ein klares Bild zweier Spielhälften: „Zell am Moos hatte in der 1. Halbzeit mehr Spielanteile und gute Möglichkeiten. In der 2. Halbzeit hatte Gampern die besseren Chancen und hat in der körperlichen Verfassung das Spiel auf seine Seite gezogen.“ Gampern verteidigte konzentriert, gewann zunehmend die Zweikämpfe und nutzte Standards als Katalysator für Druckphasen. Spektakuläre Umstellungen brauchte es nicht – das geduldige Anlaufen und das konsequente Ausspielen der eigenen Stärken zahlten sich nach dem Anschlusstreffer aus.
Auch beim Ballbesitz sah der Coach eine Verschiebung zugunsten seiner Mannschaft: „In der 1. Halbzeit war Zell am Moos öfter am Ball, in der 2. Halbzeit – speziell ab etwa der 70. Minute – hatten wir mehr Spielanteile.“ Strittige Szenen blieben aus; den Strafstoß für die Gäste bewertete er als klar. Sein Fazit: ein kampfbetontes, aber anständig geführtes Duell, in dem Gampern über Standards und Physis das Momentum drehte und in den entscheidenden Momenten die nötige Durchschlagskraft fand.