Spielberichte

„Zu viele Fehler, vorne zu harmlos“ – Scherpink erklärt St. Wolfgangs 1:4 in Ebensee

SV Ebensee 1922
SV St. Wolfgang

Zum Abschluss der 1. Klasse Süd setzte es für den SV St. Wolfgang/Rußbach beim SV DAXNER Immobilien Ebensee 1922 ein 1:4. Der Meister begann zwar gefällig, lief nach zwei Gegentreffern aber früh hinterher, kam per Patrick Ambrosch noch vor der Pause zurück und kassierte nach dem Seitenwechsel zwei weitere Gegentore. Trainer Franz Scherpink sprach von „zu vielen eigenen Fehlern“ und einer Offensivabteilung, die „im letzten Drittel zu ungenau“ agierte. Ebensee nutzte seine Chancen konsequent und feierte zum Saisonende einen klaren Heimsieg.

Rote Tribünensitze

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Frühe Gegentreffer und viel Ballbesitz ohne Punch

St. Wolfgang startete ordentlich, hatte über weite Strecken der ersten halben Stunde mehr vom Spiel und ordentliche Passstafetten. „Wir haben ganz ordentlich begonnen“, sagte Franz Scherpink, „aber nach einem Fehler unseres Tormanns sind wir 0:1 in Rückstand geraten.“ In Minute 13 traf Manuel Schmidl für Ebensee, Scherpink schilderte einen wegrutschenden Keeper und den Ball direkt zum Stürmer – aus seiner Sicht ein vermeidbares Tor. Kurz darauf legte Schmidl in der 27. Minute das 2:0 nach. „Das war ein selbst verursachter Handelfmeter“, ordnete der Coach ein. Trotz viel Kontrolle fand St. Wolfgang im Angriffsdrittel zu wenig Präzision. „Wir waren vorne zu harmlos“, so Scherpink. Hoffnung brachte der Anschluss zum 2:1: Patrick Ambrosch traf in Minute 38 – laut Trainer per Elfmeter – und hielt die Gäste zur Pause im Spiel.

Druck nach der Pause – Ebensee antwortet eiskalt

Nach dem Seitenwechsel blieb St. Wolfgang am Drücker, ohne die ganz klaren Chancen herauszuspielen. „Wir haben Druck aufgebaut, waren aber nicht wirklich hundertprozentig gefährlich“, erklärte Scherpink. Ebensee blieb geduldig und schlug im richtigen Moment zu: Shkelqim Shabanaj stellte in der 54. Minute auf 3:1. „Das war ein schönes Tor des Gegners, technisch stark“, zollte der St. Wolfgang-Coach Respekt. Als Gregor Janovic in Minute 62 zum 4:1 traf, war die Partie entschieden. Scherpink sprach dabei erneut von einem Elfmeter nach einem Fehler im Aufbau – für ihn ein weiterer Knackpunkt auf dem langen Weg zurück. „Der Unterschied war klar: Sie haben weniger Fehler gemacht als wir. Außerdem hat Ebensee leidenschaftlich verteidigt und die Räume eng gehalten“, sagte er. Die Heimelf nutzte ihre Möglichkeiten konsequent, während St. Wolfgang sich lange nicht belohnte.

Zu wenig Genauigkeit im letzten Drittel und fehlende Automatismen

Warum kam der Meister trotz gefälliger Phasen offensiv nicht ins Rollen? „Wir hatten gute Ausgangssituationen, aber die letzte Genauigkeit hat gefehlt“, erklärte Scherpink. „Die Bälle hinter die letzte Linie kamen zu unpräzise, die Flanken in die Box haben unseren Abschlussspieler oft nicht gefunden.“ Dazu kamen Umstellungen in der Offensive: „Durch die Vorverlegung des Spieltermins waren einige nicht an Bord. Da mussten Jungs ran, die nicht die gleiche Spielpraxis haben – das gehört dazu.“ Der Gegner habe das jedoch klug genutzt. „Wir hatten mehr vom Ball, aber Ebensee hat sehr griffig verteidigt, unsere Angriffe gestört und sich den Sieg nicht unverdient geholt.“ Zur strittigen Handszene vor dem 2:0 meinte er: „Aus meiner Position schwer zu beurteilen. Insgesamt war die Schiedsrichterleistung unauffällig und in Ordnung.“

Meisterwürde, Ausblick Bezirksliga und ein großer Dank

Trotz der Niederlage bleibt der Blick nach vorne positiv. „Wir haben insgesamt eine sehr gute Saison gespielt, sind verdient Meister geworden – darauf können wir stolz sein“, betonte Scherpink mit Blick auf 62 Punkte. „Jetzt heißt es regenerieren, Anfang Juli starten wir in die Vorbereitung. In der Bezirksliga Süd wird es schneller und intensiver, da müssen wir besser verteidigen und fitter werden.“ Zugleich richtete der Trainer dankbare Worte an sein Umfeld: „Danke an alle Spieler, die Funktionäre und mein Team.“ Besonders hob er Michael Stögner hervor: „Er hat als Tormanntrainer viel beigetragen und ist später oft selbst zwischen den Pfosten gestanden. Er geht seinen nächsten Schritt – dafür möchte ich mich herzlich bedanken.“ Ebensee verabschiedet sich derweil mit Rang drei und einem überzeugenden 4:1 aus der Saison.

1. Klasse Süd: SV Ebensee 1922 : St. Wolfgang - 4:1 (2:1)

  • 62
    Gregor Janovic 4:1
  • 54
    Shkelqim Shabanaj 3:1
  • 38
    Patrick Ambrosch 2:1
  • 27
    Manuel Schmidl 2:0
  • 13
    Manuel Schmidl 1:0