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„Wir waren ab der 65. Minute zu passiv“ – UFC Attergau gibt in Altmünster 2:1-Führung aus der Hand

FC Altmünster
UFC Attergau

In der 1. Klasse Süd hat der FC Altmünster am Sonntagnachmittag ein dramatisches Heimspiel gegen den UFC Attergau mit 3:2 gewonnen. Die Gäste führten bis in die Schlussphase 2:1, gaben die Partie aber noch aus der Hand. Trainer Andreas Staudinger machte dafür weniger ein einzelnes Tor als vielmehr die Entwicklung nach gut einer Stunde verantwortlich: „Wir waren ab der 65. Minute generell zu passiv.“

Fußball auf Stadionrasen

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Früher Rückstand und kein guter Zugriff

Das Ergebnis auf der Anzeigetafel sprach früh gegen Attergau. Schon in der 7. Minute brachte Martin Märzendorfer den Aufsteiger in Führung, Staudinger sagte offen: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen. Altmünster hat viel stärker begonnen, war aggressiver, dynamischer.“ Genau diesen Beginn sah er als Problem. Erst mit Fortdauer der Partie fand Attergau aus seiner Sicht besser hinein. Der Ausgleich fiel dann in der 32. Minute durch Simon Sagerer zum 1:1. Staudinger hatte in dieser Phase den Eindruck, dass seine Mannschaft zulegte: „Umso länger das Spiel gedauert hat, umso besser sind wir reingekommen.“ Vor der Pause wäre laut dem Attergau-Coach sogar noch mehr möglich gewesen, weil seine Elf nach einem Stangenschuss noch an einer Führung dran war.

Nach der Pause erst auf Kurs, dann wird das Spiel wieder offen

Direkt nach dem Seitenwechsel schien sich das Blatt aus Sicht der Gäste tatsächlich zu ihren Gunsten zu drehen. In der 48. Minute traf Simon Eggl zum 1:2 und Attergau hatte das Spiel gedreht. Staudinger ordnete genau diesen Abschnitt als beste Phase seiner Mannschaft ein: „Zwischen der 30. und 60. Minute war das Spiel von unserer Seite ganz okay.“ Er sagte sogar: „Ab dann haben wir das Spiel in der Hand gehabt“ und meinte damit die Phase rund um den zweiten Treffer. Um noch einmal nachzulegen, stellte Attergau kurz nach der Pause dreimal um. Im Nachhinein sah der Trainer darin aber keinen Vorteil. „Wir haben nach der Halbzeit dreimal gewechselt, weil wir noch einmal nachlegen wollten. Leider haben wir das nicht können“, sagte er. Dazu kam noch ein weiterer Aluminiumtreffer, den Staudinger als große Möglichkeit zum möglichen 3:1 einordnete. Genau da lag für ihn später einer der Knackpunkte, weil seine Mannschaft den Vorsprung nicht ausbauen konnte.

Passivität rächt sich in der Schlussphase

Je länger die zweite Hälfte dauerte, desto weniger gefiel Staudinger das Auftreten seiner Mannschaft. Er wollte die Niederlage nicht an einem einzigen Augenblick festmachen, sondern an einer Entwicklung, die sich für ihn klar abgezeichnet hatte. „So einen entscheidenden Moment hat es nicht gegeben“, sagte der Trainer, um dann den Kern seiner Analyse nachzuschieben: „Wir waren einfach ab der 65. Minute generell zu passiv.“ Dazu passte auch seine zweite Beobachtung: „Wir haben ab der 60. oder 65. Minute die Bälle leichtfertig verloren oder verschenkt.“ In der 85. Minute fiel dann der Ausgleich durch Martin Märzendorfer zum 2:2. Staudinger sah den Ausgangspunkt in einem Freistoß, wollte daraus aber kein großes Thema machen: „Ob man das Foul geben muss oder nicht, braucht man nicht diskutieren.“ Richtig bitter wurde es für Attergau dann tief in der Nachspielzeit, als Moritz Waidacher noch das 3:2 für Altmünster erzielte. Beim letzten Gegentor fehlte seinem Trainer vor allem die Wachsamkeit im Zweikampf: Seine Mannschaft sei in diesen Aktionen „zu wenig aggressiv“ gewesen.

Coach Staudinger gesteht Altmünster den langen Atem zu

So blieb unter dem Strich eine Niederlage, die der UFC Attergau vor allem wegen des lange gehaltenen Vorsprungs wehtun muss. Staudinger sah auf der einen Seite fehlende Konsequenz bei seiner eigenen Elf, auf der anderen Seite sprach er dem Gegner aber klar Qualität zu. „Sie haben nie aufgegeben. Sie haben einfach weitergemacht bis zum Schluss“, sagte der Trainer über die Gastgeber. Auch das war für ihn ein Unterschied in dieser Partie. Gleichzeitig sprach er von einer Portion Pech, weil seine Mannschaft zweimal Aluminium traf und sich für gute Phasen nicht belohnte. „Ich würde sagen, es war ein bissl das Glück, das nicht auf unserer Seite war“, meinte Staudinger. Für den FC Altmünster bedeutet der Heimsieg in Runde drei den dritten Erfolg und damit neun Punkte, Attergau hält nach drei Spielen bei drei Zählern. Aus Sicht der Gäste bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass eine starke Phase allein nicht reicht, wenn man ein 2:1 auswärts bis zum Ende bringen will.

1. Klasse Süd: Altmünster : Attergau - 3:2 (1:1)

  • 92
    Moritz Waidacher 3:2
  • 85
    Martin Märzendorfer 2:2
  • 48
    Simon Eggl 1:2
  • 32
    Martin Märzendorfer 1:1
  • 7
    Simon Sagerer 0:1