In der 1. Klasse Süd hat sich die Union Gampern am Freitagabend gegen den SV Kieninger-Bau Bad Goisern mit 1:4 geschlagen geben müssen. Für Trainer Gerald Zwitter lag der Schlüssel früh auf dem Platz: das schnelle 1:0 und vor allem das 2:1 kurz vor der Pause. Nach einer umkämpften ersten Halbzeit legten die Gäste nach dem Seitenwechsel nach und brachten den Auswärtssieg am Ende deutlich über die Bühne.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Für die Gäste begann die Partie genau so, wie man sich das auswärts wünscht. Schon in der 1. Minute ging Bad Goisern in Führung, nachdem Ardit Neziri einen Eckball hereingab und Xaver Wickl per Kopf zum 0:1 traf. Zwitter sprach von einem „super Start“ seiner Mannschaft und machte später klar, wie wichtig dieser Auftakt für den weiteren Verlauf war. Ganz ruhig blieb die Partie danach aber nicht. Gampern kam in der 16. Minute durch Simon Premm zum 1:1 und zeigte laut Zwitter gerade in der ersten Halbzeit, dass hier nichts geschenkt werden würde. „Es war vor allem in der ersten Halbzeit wirklich ein sehr guter Gegner, der im körperlichen Bereich top dagegengehalten hat“, sagte der Trainer. Das Spiel war damit wieder offen, und Bad Goisern musste sich den Zugriff erst wieder holen.
Dass Zwitter nach dem Schlusspfiff immer wieder auf das zweite Tor zu sprechen kam, hatte einen klaren Grund. In der 43. Minute stellte Oliver Istvan Pinter auf 1:2, und genau dieser Treffer war für den Trainer der Moment, der seiner Mannschaft den Weg geebnet hat. „Die ersten beiden Tore. Also auf jeden Fall das Tor in der ersten Minute und vor allem dann das zweite Tor vor der Halbzeit“, fasste er die entscheidenden Szenen zusammen. Besonders beim 2:1 gefiel ihm nicht nur der Zeitpunkt, sondern auch die Ausführung. „Es war eine Eckballvariante von uns. Vom Corner kam der Rückpass auf die Sechzehnergrenze und Oliver Pinter hat den Ball direkt übernommen und perfekt ins lange Eck platziert“, schilderte Zwitter. Mit dieser Führung ging Bad Goisern in die Kabine und hatte sich damit in einer umkämpften Partie eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen.
Was dem Trainer danach besonders gefiel, war die Reaktion seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte. Zwitter sagte deutlich: „Nach der Halbzeit hat meine Mannschaft wirklich ein sehr gutes Spiel abgeliefert.“ Das zeigte sich auch am Spielstand. In der 59. Minute erhöhte Nico Großpointner nach einem Abpraller mit einem Weitschuss auf 1:3, und damit war Bad Goisern endgültig in der Lage, das Spiel kontrollieren zu können. Ganz zufrieden war Zwitter trotzdem nicht mit jeder Szene, weil seine Mannschaft die Partie früher hätte noch klarer machen können. „Wir haben es leider versäumt, noch mehr tolle Chancen in Tore umzumünzen“, meinte er. Belohnt wurden die Gäste dann aber doch noch einmal: In der 81. Minute traf Justin Engleitner zum 1:4-Endstand und setzte damit den Schlusspunkt unter einen Abend, an dem Bad Goisern seine guten Phasen konsequent genutzt hat.
In der Analyse des Trainers ging es nach dem Spiel nicht nur um die Tore, sondern vor allem um die Art und Weise, wie seine Mannschaft aufgetreten ist. „Auf jeden Fall der Zusammenhalt, das Zweikampfverhalten, einfach das gesamte Auftreten“, hob Zwitter hervor. Gerade nach dem letzten Spiel sei das „eine super Reaktion“ gewesen. Den Unterschied zwischen beiden Teams sah er daher weniger in einzelnen Szenen als in der Haltung seiner Mannschaft über weite Strecken der Partie. „Im Auftreten und im Willen und in der Entschlossenheit meiner Mannschaft“, so seine knappe, aber klare Erklärung. Gleichzeitig sprach er auch einen Punkt an, an dem der SV Bad Goisern weiter arbeiten muss: „Verbesserungsbedarf gibt es natürlich im Spiel mit dem Ball, vor allem in der ersten Halbzeit.“ Dass er trotz des klaren Sieges nicht nur das Ergebnis mitnimmt, passt zu seinem Gesamtbild des Abends. Die Union Gampern habe nie aufgegeben, das Spiel sei „kampfbetont“ und „hart“, aber „im Grunde genommen wirklich fair“ gewesen. Auch mit dem Unparteiischen war der Trainer einverstanden: „Für mich gab es keine Situationen zum Diskutieren. Schiedsrichter Aichner hat eine tadellose Leistung gezeigt.“ Ganz am Ende blieb von ihm ein einfaches Fazit stehen, das den Abend aus Sicht der Gäste gut zusammenfasst: „Pauschallob an die gesamte Mannschaft. Schwung mitnehmen und weiter abliefern.“