In der 1. Klasse Süd ist die SV Gmunden Juniors gegen Union Gampern am Freitagabend zu einem klaren 5:0-Heimsieg gekommen. Aus Sicht der Gäste lag der Knackpunkt nicht nur im frühen Rückstand, sondern vor allem in der eigenen Chancenverwertung. Sektionsleiter Johann Stockinger sprach nach dem Spiel von einem Abend, an dem sich seine Mannschaft trotz Einsatzes nie für ihren Aufwand belohnen konnte und die Gegentore zu leicht kassierte.

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Auf dem Kunstrasen in Gmunden tat sich Gampern nach Einschätzung von Stockinger von Beginn an schwer, auch weil bei seiner Mannschaft Nervosität zu spüren war. Trotzdem beschrieb er keinen einseitigen Auftakt. "Die ersten Minuten hatten beide Seiten Großchancen", sagte der Sektionsleiter. Zunächst musste der Gamperner Tormann mehrmals eingreifen, danach ließ auch die eigene Elf gute Möglichkeiten liegen. Genau das ärgerte Stockinger im Rückblick besonders, weil sich seine Mannschaft für ihren Aufwand nicht belohnte. Stattdessen fiel in der 7. Minute das 1:0 durch Medhat Elsayed. Aus Gamperner Sicht entstand der Treffer nach einem Ballverlust im Angriff und einem schnellen Konter der Gastgeber, bei dem Stockinger zudem eine mögliche Abseitsposition gesehen haben wollte.
Für Stockinger war dieses erste Gegentor der Moment, an dem die Partie in die falsche Richtung lief. "Der entscheidende Moment war für mich das 1:0, das wir bekommen haben, und unsere Chancenverwertung", sagte er. Schon in der 14. Minute legte Gmunden nach, als Jonas Schinagl auf 2:0 stellte. Der Gamperner Sektionsleiter meinte, dieser Treffer habe sich angekündigt, weil seine Mannschaft hohe Bälle nach mehreren Ecken nicht gut verteidigte. Als Schinagl in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auch noch das 3:0 erzielte, war die Sache aus seiner Sicht entschieden. "Dann war das Spiel gegessen", sagte Stockinger. Nach der Pause setzte sich das Bild fort: Taiya Ohta traf in der 72. und 89. Minute noch zweimal und stellte damit den 5:0-Endstand her.
Gerade dieser Gegensatz zwischen vorhandenem Einsatz und fehlender Belohnung zog sich für Stockinger durch den ganzen Abend. "Die Mannschaft hat sich bemüht, man kann ihr prinzipiell keinen Vorwurf machen", sagte er, nannte aber auch klar das aus seiner Sicht größte Problem: "Das größte Problem ist momentan das Selbstvertrauen." Gampern habe diesmal sogar mehr Chancen gehabt als in den Wochen davor, nur fehle derzeit die Sicherheit vor dem Tor. Auf der anderen Seite sei das Selbstvertrauen von Gmunden "ganz anders wie das unsere". Zusätzlich wurde der Abend nach seiner Darstellung von der Verletzung eines Gamperner Spielers überschattet. Den Unparteiischen wollte Stockinger dagegen nicht in den Mittelpunkt rücken. Dessen Leistung sei "okay" gewesen und habe das Spiel nicht beeinflusst.
Die klare Niederlage ändert für Gampern nichts daran, dass der Blick schon wieder nach vorne gehen muss. Unter der Woche gab es einen Trainerwechsel, Stockinger sprach deshalb ausdrücklich von einem Neuanfang. "Wir stehen mit dem Rücken an der Wand, aber wir werden nicht aufgeben, wir werden weiterkämpfen", sagte er. Schon am Sonntag gegen Union Zell/Moos erwartet er ein anderes Gesicht seiner Mannschaft und hofft, dass die neuen Verantwortlichen aus den ersten Eindrücken rasch die richtigen Schlüsse ziehen. Zum Abschluss nutzte Stockinger den Rahmen auch für persönliche Worte an die bisherigen Trainer. Er bedankte sich für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und wünschte beiden "alles Gute für die Zukunft".