Auch nach der 0:2-Niederlage in Perg zum Auftakt in der 2. Klasse 1b macht die SPG Niederneukirchen/St. Florian Juniors ihre Lage nicht nur an Resultaten fest. „Grundsätzlich war das Abschneiden positiv“, sagt Trainer Moritz Casagrande im Gespräch mit Ligaportal. „Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen. Gleichzeitig gehört zu unserer Aufgabe, junge Spieler auf den nächsten Schritt vorzubereiten. Dass wieder mehrere Akteure den Sprung in die Kampfmannschaft oder in höherer Ligen geschafft haben, bestätigt unseren Weg."

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Die vergangene Saison ordnet Casagrande daher bewusst nicht nur über die Tabelle ein. „Wir haben wieder zwei Spieler in die Kampfmannschaft gebracht und auch zwei Spieler in höhere Ligen abgegeben“, sagt der Trainer. Für eine junge Mannschaft ist das im Selbstverständnis der SPG ein zentraler Maßstab. Natürlich hätten wir uns tabellarisch mehr gewünscht. Gleichzeitig darf man den Erfolg einer jungen Mannschaft nicht ausschließlich an Punkten messen.
Damit beschreibt Casagrande auch die Rolle seines Teams im Vereinsgefüge. Die SPG soll nicht bloß um Ergebnisse spielen, sondern Spieler für die nächste Stufe vorbereiten. Dieses Spannungsfeld zwischen Ausbildung und Ergebnis gehört intern längst dazu. Gewinnen bleibt wichtig, doch nicht um den Preis, die Entwicklung der jungen Gruppe aus den Augen zu verlieren.
In der Vorbereitung setzt die SPG deshalb nicht auf einen einzigen Schwerpunkt, sondern arbeitet in allen Spielphasen. Casagrande nennt die defensive Arbeit, das Umschalten und das Offensivspiel als Bereiche, in denen weiter gefeilt wird. Noch wichtiger ist für ihn aber das Zusammenführen der Gruppe. „Wir müssen jetzt die neuen Spieler, gerade aus der Jugend, wieder in die Mannschaft integrieren, alle zusammenfinden und als Team wachsen“, sagt er.
Gerade darin sieht der Trainer auch die große Chance der neuen 1b-Liga. Für Casagrande kann sie eine ideale Plattform sein, um Talente an den Erwachsenenfußball heranzuführen und sie Schritt für Schritt an höhere Aufgaben heranzubringen. Er hofft, dass möglichst viele Vereine diesen Weg konsequent gehen, weil das aus seiner Sicht langfristig auch die Qualität der Liga anheben würde. Der Ansatz der SPG passt genau dazu: jung, durchlässig und eng an die Kampfmannschaft angebunden.
Im Sommer hat sich personell dennoch einiges getan. Luca Fuchsjäger wechselte zu Babenberg Linz, Sinisa Rudic nach Traun und Giullian-Dennis Imbrea nach Dionysen. Dazu rückten Jonas Kopececk und Tobias Heibl in die Kampfmannschaft auf. Auf der Zugangsseite kamen mit Sufean Selim von Donau Linz und Fabian Tomasciuc aus der Akademie des LASK zwei Spieler dazu, die dem Kader zusätzliche Optionen geben. Zusätzlich wurden mehrere Spieler aus der U16 hochgezogen.
Auch im Trainerstab gibt es eine Änderung. Mit Mario Retschitzegger unterstützt ein neuer Co-Trainer die Mannschaft. Er war bisher jahrelang im Nachwuchs von Niederneukirchen tätig und kennt damit den Unterbau, aus dem die SPG regelmäßig Spieler nach oben zieht. Für ein Team, das stark von interner Entwicklung lebt, passt das gut ins Konzept.
Ganz reibungslos verlief die Vorbereitung allerdings nicht. Casagrande berichtet von Urlaubern, kleineren Ausfällen und immer wieder auch von Spielern, die parallel in der Kampfmannschaft dabei waren. Dazu kommen vier Langzeitverletzte. Immerhin hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt, weil in den vergangenen Wochen nach und nach wieder mehr Spieler ins Training zurückkehrten.
Für die Saison formuliert der Trainer einen klaren Anspruch. „Natürlich wollen wir so viele Spiele wie möglich gewinnen und vorne mitspielen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben.“ Entscheidend werde sein, die eigene Leistung konstanter auf den Platz zu bringen. „Wenn wir unsere Leistung konstant und mutig auf den Platz bringen, werden auch die Ergebnisse kommen“, sagt Casagrande. Die Linie ist damit klar: Entwicklung zuerst, ohne sich mit Mittelmaß zufriedenzugeben.