In der 2. Klasse 1b lieferten sich die Union ZAUNERGROUP Ansfelden Juniors und Viktoria Marchtrenk Juniors ein Spiel, das aus Sicht der Gäste lange nach einem Punkt roch. Trotz einer Roten Karte schon in der 10. Minute kam die Viktoria nach einem 0:2 zurück und glich zum 2:2 aus, ehe ein später Treffer die 2:3-Niederlage besiegelte. Trainer Pascal Seiler hob danach vor allem Kampfgeist, Überzeugung und den großen Aufwand seiner Mannschaft hervor.

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Die Partie bekam schon nach zehn Minuten eine klare Wendung. Raffael Mörth sah bei Viktoria Rot, und damit musste die Seiler-Elf fast die gesamte Begegnung in Unterzahl bestreiten. Für den Trainer war genau das der Punkt, der den Nachmittag geprägt hat. „Wenn man 80 Minuten in Unterzahl spielt, ist es schwer“, sagte Seiler kurz nach dem Spiel. Ansfelden nutzte diese Ausgangslage zunächst gut aus und ging durch Marco Nikic in der 20. Minute in Führung. Fünf Minuten später legte Nico Paleta das 2:0 nach. Für die Gäste hätte das ein früher Bruch sein können, doch genau das war aus Seilers Sicht nicht der Fall. Viktoria antwortete noch vor der Pause, Pascal Rohrhuber verkürzte in der 29. Minute auf 2:1, und damit war die Partie trotz des doppelten Rückstands wieder offen. Seiler sprach deshalb schon im ersten Fazit nicht nur über die Niederlage, sondern auch über die Haltung seiner Mannschaft: „Der Kampfgeist, der Wille und die Überzeugung waren trotz der Niederlage positiv.“
Dass Viktoria den Glauben an etwas Zählbares nie verlor, zeigte sich gleich nach dem Seitenwechsel. Wieder war es Pascal Rohrhuber, der in der 48. Minute traf und aus dem 0:2 ein 2:2 machte. Gerade dieser Ausgleich unterstrich, wie sehr sich die Gäste in dieses Spiel hineingearbeitet hatten. Seiler betonte mehrmals, dass seine Mannschaft auch in Unterzahl weiter mutig geblieben sei. Er sprach sogar von zwei Szenen in der zweiten Halbzeit, in denen Viktoria das Spiel auf die eigene Seite hätte ziehen können. „Wenn wir das machen, sieht das anders aus“, sagte der Trainer und machte damit klar, wie knapp die Partie aus seiner Sicht tatsächlich war. Umso bitterer war dann der nächste Rückschlag. In der 81. Minute traf Ciprian Darius Eichinger für Ansfelden zum 3:2. Seiler beschrieb den Treffer als „super Schuss aus 30 Metern“ und sah darin den Moment, der seiner Mannschaft am Ende den Lohn nahm. Seine Erklärung für die Niederlage fiel deshalb einfach aus: „Heute hat uns das Glück gefehlt.“ Genau daran knüpfte er auch seine Bewertung an: „Ein Punkt wäre gerecht gewesen.“
Auffällig war nach dem Schlusspfiff, dass Seiler den Blick nicht auf Nebenschauplätze lenkte. Den Gegner beschrieb er nüchtern. Ansfelden war über weite Strecken in Überzahl und hatte die zwei Tore vor der Pause auf seiner Seite, mehr wollte der Viktoria-Coach daraus aber nicht machen. Viel wichtiger war ihm, wie seine eigene Mannschaft auf die schwierige Situation reagierte. „Mit einem Mann weniger ist das gar nicht so aufgefallen“, sagte Seiler und sprach damit eine Einschätzung aus, die aus seiner Sicht den Charakter des Spiels gut trifft. Auch den Auftritt insgesamt bewertete er positiv, obwohl das Ergebnis weh tat. „Die Jungs haben das richtig gemacht“, meinte er, und genau dieser Satz zog sich durch seine Analyse. Selbst bei der Frage nach strittigen Szenen blieb der Trainer sachlich. „Es war ein faires Spiel auf beiden Seiten“, sagte er. Den Unparteiischen beurteilte er ebenso ohne großes Aufheben: „Der Schiedsrichter war in Ordnung.“ Die Rote Karte habe den Spielverlauf natürlich verschoben, sei für ihn aber kein Vorwand, um die Leistung der eigenen Mannschaft kleinzureden.
Auch im Schlusswort war bei Seiler vor allem eines herauszuhören: Enttäuschung über das Ergebnis, aber zugleich Stolz auf die Reaktion seiner Mannschaft. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagte der Trainer noch einmal deutlich. Nach einem 0:2 zurückzukommen, mit zehn Mann auszugleichen und bis in die Schlussphase an etwas Zählbares zu glauben, war für ihn der Teil des Auftritts, den er mitnehmen will. Dass am Ende trotzdem eine 2:3-Niederlage stand, tat ihm sichtbar weh, weil er seine Mannschaft näher an einem Punkt als an einer klaren Niederlage sah. Lange hadern will Seiler damit aber nicht. Der Blick geht bereits auf das nächste Spiel. „Am Dienstag haben wir das Nachtragsspiel gegen Traun, da greifen wir wieder voll an“, kündigte er an. Und auch darüber hinaus bleibt er überzeugt, dass seine Mannschaft schnell die richtige Antwort geben kann: „Ich bin guter Dinge, dass wir die Antwort nächste Woche am Platz wieder bringen.“