In der 2. Klasse Mitte-West hat der SK Stratex Gallspach im Derby gegen die Union GT Weibern nach 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Remis geholt. Das Remis fühlte sich beim Absteiger dennoch nicht wie ein gewonnener Punkt an. Co-Trainer Serkan Arslan sah nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte und einer klaren Steigerung nach der Pause vor allem ein altes Problem: viele Möglichkeiten, aber zu wenig Ertrag vor dem Tor.

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Arslan beschrieb eine Partie, die aus seiner Sicht zunächst offen verlief. "Die erste Halbzeit war bis zur 30. Minute ausgeglichen", sagte der Gallspacher Co-Trainer. Genau in dieser Phase sah er seine Mannschaft ordentlich im Spiel, ehe kurz vor der Pause der erste Rückschlag kam. Offiziell brachte Viktor Veres Weibern in der 45. Minute mit 1:0 in Führung. Bei der Entstehung sprach Arslan von einem Eigenfehler auf der linken Seite. Der Ball sei nicht früh genug nach vorne gespielt worden, danach habe Gallspach die Situation nicht sauber gelöst. So ging es mit einem 0:1 in die Kabinen, obwohl die Gastgeber das Spiel bis dahin nicht als klare Angelegenheit für die Gäste erlebt hatten.
Nach dem Seitenwechsel sah Arslan seine Mannschaft dann klar verbessert. "Wir waren in der zweiten Halbzeit besser, wir wollten mehr und spielerisch waren wir besser als der Gegner", sagte er. Umso bitterer war aus Gallspacher Sicht, dass zunächst wieder Weibern traf. Benjamin Landauer erhöhte in der 53. Minute auf 2:0 und brachte die Gäste damit in eine sehr gute Ausgangslage. Gallspach ließ sich davon aber nicht hängen. Paul Straßl verkürzte in der 58. Minute auf 1:2 und nur drei Minuten später stellte er mit seinem zweiten Treffer auf 2:2. Innerhalb kurzer Zeit war die Partie damit wieder völlig offen, und genau in dieser Phase hatte Gallspach aus Sicht des Heimteams die Möglichkeit, das Derby noch ganz auf seine Seite zu ziehen.
Gerade deshalb blieb nach dem Schlusspfiff das Gefühl, dass für Gallspach mehr möglich gewesen wäre. "Wir hätten schon mehr erwartet, weil die Chancen da waren", meinte Arslan, der vor allem die Abschlüsse seiner Mannschaft als großes Thema nannte. "Vorm Tor waren wir einfach harmlos", sagte er deutlich und verwies sogar auf vier Lattenschüsse. Für ihn zog sich dieses Problem auch über die bisherigen Spiele hinweg. Besonders deutlich wurde das in der Schlussphase noch einmal durch eine umstrittene Szene. Arslan schilderte, dass es in der 90. Minute zunächst Strafstoß für Gallspach gegeben habe, ehe der Unparteiische nach den Protesten der Gäste auf Freistoß außerhalb des Strafraums entschied. "Das war ein hundertprozentiger Elfer", sagte der Co-Trainer zu dieser Situation.
Neben der Chancenverwertung nahm Arslan auch die Spielweise des Gegners auf. Die Union Weibern habe ihn überrascht, "weil die von Anfang an hart gespielt haben". Dazu hätten die Gäste viele zweite Bälle gewonnen und seien in den Zweikämpfen stark gewesen. Gerade in einem Derby war das für den SK Gallspach ein Punkt, mit dem die Gastgeber laut Arslan nicht gut genug umgingen. Noch deutlicher wurde er in der Selbstkritik an seiner eigenen Mannschaft: "Du musst als Mannschaft auftreten, wenn du nicht als Mannschaft auftrittst, wird es immer schwierig." Deshalb hilft das 2:2 nur bedingt weiter. Der Doppelschlag von Paul Straßl brachte Gallspach zwar den ersten Punkt in dieser Saison, die offenen Themen bleiben aber klar dieselben: mehr Konsequenz im Abschluss und ein konzentrierterer Auftritt von Beginn an.