In der 2. Klasse Mitte-West musste sich die Union Kremsmüller Steinhaus am Sonntagnachmittag der SPG Taufkirchen/Michaelnbach mit 0:2 geschlagen geben. Zur Pause war noch alles offen, ehe die Gäste die Partie in der Schlussphase entschieden. Trainer Ivo Josipovic sprach nach dem Abpfiff von einer guten und korrekten Begegnung, sah seine Mannschaft über weite Strecken nicht schlechter, vermisste aber genau das, was am Ende den Unterschied machte: die Tore.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Zur Halbzeit stand es 0:0, und genau dieses Bild passte gut zu dem, was Josipovic nachher schilderte. Der Steinhaus-Trainer sprach von einem knappen Spiel, das lange auf der Kippe stand und in seinen Augen "ein bisschen auf unserer Seite" war. Seine Mannschaft hatte laut seiner Einschätzung gute Aktionen und war im Spiel, ohne sich dafür zu belohnen. So blieb die Partie offen, bis Daniel Benjamin Linka in der 78. Minute das 0:1 für die Gäste erzielte. Auch danach war für Steinhaus noch Zeit da, doch statt eines Ausgleichs fiel in der Nachspielzeit das 0:2 durch Michael Jukic. Josipovic ordnete auch diese Phase klar ein: "Es war bis zu den letzten zwölf Minuten ein knappes Match. Dann hat der Gegner mit zwei Toren die Punkte mitgenommen."
Besonders deutlich wurde Josipovic bei der eigenen Chancenverwertung. "Wir haben unsere Chancen nicht ins Tor gemacht", sagte er, und damit fasste er den Nachmittag aus seiner Sicht ziemlich treffend zusammen. Der Trainer wollte seiner Mannschaft den Einsatz nicht absprechen, im Gegenteil. "Wir haben super gespielt, super Aktionen gemacht, aber wir müssen Tore machen. Das fehlt uns noch", erklärte er. Genau darin sah er am Ende den Unterschied zwischen beiden Teams. Während Steinhaus viel investierte und sich immer wieder in ordentliche Situationen brachte, blieb Taufkirchen/Michaelnbach ruhig und nutzte seine Möglichkeiten spät konsequent. "Wenn du keine Tore schießt, dann nimmt der Gegner die drei Punkte", sagte Josipovic in einfacher, aber sehr klarer Form.
So sehr Josipovic die fehlenden Tore bei seinem Team ansprach, so klar zollte er auch dem Gegner Respekt. "Sie haben super gekämpft, als Kollektiv gearbeitet, sind kompakt gestanden und waren von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert", sagte der Steinhaus-Coach über Taufkirchen/Michaelnbach. Nach seiner Wahrnehmung war das genau die Art von Spiel, auf die sich seine Mannschaft einstellen musste: wenig Raum, viel Arbeit und ein Gegner, der geduldig blieb. Ein Aufreger blieb für ihn dennoch die Linie des Schiedsrichters. Josipovic meinte, seine Mannschaft habe sich korrekt verhalten, der Schiedsrichter sei ihm aber insgesamt zu streng gewesen. Die Entscheidungen des Referees wollte er nicht als alleinige Erklärung für die Niederlage stehen lassen, sie blieben für ihn aber ein Punkt, der direkt nach dem Spiel noch nachwirkte.
Trotz des Ärgers nach dem Schlusspfiff schlug Josipovic insgesamt keinen schrillen Ton an. Er sprach ausdrücklich von einer "wirklich korrekten" Partie auf beiden Seiten und bedankte sich auch für den sportlichen Umgang. Gerade deshalb legte er den Fokus am Ende wieder auf seine eigene Mannschaft und auf das, was sie aus diesem 0:2 mitnehmen soll. "Wir trainieren weiter, spielen weiter und suchen neue Punkte, neue Siege und mehr Spaß", sagte der Trainer. Nach drei Runden hält die Union Steinhaus bei drei Punkten, während die SPG Taufkirchen/Michaelnbach nun vier Zähler auf dem Konto hat. Für die Gastgeber bleibt nach einem lange offenen Spiel damit vor allem die Erkenntnis, dass Aufwand und gute Phasen alleine nicht reichen, wenn in den entscheidenden Momenten die Tore fehlen.