In der 2. Klasse Mitte-West haben sich die SC Schwanenstadt Juniors gegen die ATSV Ammer Tank Sattledt Juniors mit 3:2 durchgesetzt. Zur Pause führte Schwanenstadt 1:0, zog später sogar auf 3:0 davon und musste am Ende doch noch hart arbeiten. Neo-Trainer Christian Biel sah vor allem den Willen und die mannschaftliche Geschlossenheit als Grund für den Heimsieg, obwohl die Gäste aus seiner Sicht spielerisch Vorteile hatten.

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Christian Biel hatte schon zu Beginn ein Gefühl dafür, dass diese Partie schwer einzuschätzen sein würde. „Ein Juniors-gegen-Juniors-Spiel ist immer eine Wundertüte. Man weiß nie, was einen erwartet“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Aus seiner Sicht kamen seine Schützlinge trotzdem gut hinein, auch wenn Sattledt am Ball mehr Anteile hatte. Die Gastgeber machten die Räume im Zentrum eng, arbeiteten viel gegen den Ball und hielten die Gäste damit lange von klaren Wegen durch die Mitte ab. Biel verschwieg aber auch nicht, dass seine Mannschaft in der ersten Hälfte zweimal Unterstützung vom Spielglück hatte, bei einem Stangenschuss und bei einem guten Freistoß der Gäste. Auf der anderen Seite war Schwanenstadt vorne effizient. In der 29. Minute nutzte Nico Reisinger einen langen Ball und brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Führung. Für Biel war das eine Szene, die genau zu diesem Abend passte: „Vom Spielerischen her war Sattledt schon besser. Wir haben einfach die Fehler besser ausgenützt.“ Mit diesem Vorsprung ging es dann auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild aus Sicht des Schwanenstädter Trainers zunächst ähnlich, doch mit jeder gelungenen Aktion gewann seine Mannschaft mehr Sicherheit. Der ganz große Unterschied an diesem Abend trug dabei einen Namen: Nico Reisinger. In der 69. Minute stellte er auf 2:0, und genau dieses Tor war für Biel einer der entscheidenden Punkte des Spiels. „Nico Reisinger ist wieder sensationell von der Mittellinie außen weggelaufen und hat die ganze Hintermannschaft überlaufen“, schilderte er die Szene. Nur vier Minuten später legte Reisinger auch noch das 3:0 nach und schnürte damit seinen Dreierpack. Beim dritten Treffer sah Biel einen Freistoß als Knackpunkt und sprach dabei auch von einem leichten Torwartfehler. Für ihn war in diesem Moment klar: „Da war für mich die Sache vorbei.“ Besonders auffällig war für den Trainer dabei nicht nur die Ausbeute, sondern die ganze Art, wie Reisinger auftrat. „Spieler des Spiels war heute Nico Reisinger. Eine spielerische Qualität findest du selten so in der Liga“, sagte Biel, der vor allem den Willen und die Durchschlagskraft seines Offensivspielers hervorhob.
Ganz erledigt war die Partie aber doch noch nicht. Sattledt gab sich auch nach dem 0:3 nicht geschlagen und kam in der 79. Minute durch Lukas Wirt zum 3:1 zurück. Als Florian Schweizer in der 87. Minute auch noch das 3:2 machte, wurde es in der Schlussphase noch einmal eng. Biel erklärte das auch damit, dass seine Mannschaft in dieser Phase bereits durchwechselte und sogar zwei 15-Jährige brachte, die im Vorjahr noch in der U14 gespielt hatten. Gerade deshalb war ihm wichtig, wie seine junge Mannschaft in dieser Druckphase zusammenblieb. Er sprach von einer sehr jungen Viererkette mit einem Durchschnittsalter von nicht einmal 20 Jahren und hob dabei auch den 17-jährigen Yasser Alsanadiki hervor. Entscheidend war für ihn aber weniger das Alter als die Haltung seiner Mannschaft. „Die mannschaftliche Geschlossenheit war heute sensationell“, sagte Biel. „Die Kommunikation war super, immer positive Stimmung, auch nach dem 3:1 oder 3:2. Wir haben uns da nicht hängen lassen.“ Sattledt hatte in der Nachspielzeit noch einen Freistoß und drängte weiter auf den Ausgleich, doch Schwanenstadt brachte den Vorsprung über die Zeit. Mit sieben Punkten aus vier Runden stehen die Juniors nun auf Platz fünf, und der Samstagabend dürfte für Biel vor allem deshalb wertvoll sein, weil seine Mannschaft genau das auf den Platz brachte, was ihm in den vergangenen Wochen noch gefehlt hatte: „Heute hat einfach der Wille entschieden.“