In einem Derby der 2. Klasse Mitte-West setzte sich die Union Kremsmüller Steinhaus gegen den FC Union Steinerkirchen mit 4:1 durch. Aus Sicht von Neo-Trainer Branko Cvrtak war das Ergebnis vor allem auf zwei Punkte zurückzuführen: auf die größere Galligkeit der Gastgeber und auf die Probleme des Absteigers bei Standards. Nach dem 1:1 zur Pause kippte die Partie früh nach Wiederbeginn endgültig in Richtung Steinhaus.

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Schon Cvrtaks erster Eindruck sagte viel über dieses Derby aus: „Es war eine kämpferische Partie mit vielen Zweikämpfen und hohen Bälle auf einem kleinen Platz. Es war kein fußballerischer Leckerbissen.“ Steinhaus ging in der 12. Minute durch Arber Shkodra mit 1:0 in Führung und hatte damit den besseren Einstieg. Steinerkirchen arbeitete sich danach aber in die Partie hinein und übernahm laut seinem Trainer „immer mehr die Kontrolle“. Der Lohn folgte in der 38. Minute, als Jan Panholzer einen Freistoß sehenswert zum 1:1 verwandelte. Damit war zur Pause wieder alles offen. Umso bitterer war für die Gäste, dass David Helperstorfer nur zwei Minuten nach Wiederbeginn auf 2:1 stellte. Von diesem Rückschlag erholte sich Steinerkirchen nicht mehr entscheidend. Ajan Miftari erhöhte in der 63. Minute auf 3:1, in der Nachspielzeit setzte Pero Bartulovic mit dem 4:1 den Schlusspunkt.
Gerade der Verlauf nach dem Seitenwechsel war für Cvrtak der entscheidende Punkt. „Ab der zweiten Halbzeit war Steinhaus einfach bissiger, griffiger in den Zweikämpfen. Sie wollten den Sieg mehr“, sagte der Steinerkirchner Trainer offen. Seine Mannschaft sei in dieser Phase nicht mehr richtig ins Spiel gekommen und mit zunehmender Dauer immer weiter auseinandergefallen. Entsprechend deutlich fiel auch seine Einordnung des eigenen Auftritts aus: „Die zweite Hälfte war eine schwache Leistung meiner Mannschaft.“ Ausreden suchte Cvrtak trotzdem nicht. Er sprach den Gastgebern einen verdienten Sieg zu und hielt nur fest, dass die Niederlage aus seiner Sicht „nicht in dieser Höhe“ hätte ausfallen müssen, da seine Mannschaft trotzdem gute Chancen hatte – besonders in der Phase vor dem dritten Gegentor.
Ein weiterer Punkt zog sich für Cvrtak wie ein roter Faden durch die Niederlage: die Standards. „Drei der vier Tore sind durch Standards gefallen. Da haben wir einfach nicht konsequent verteidigt“, sagte er. Dieses Thema begleite Steinerkirchen nicht erst seit diesem Derby, weshalb der Trainer klare Konsequenzen einforderte. Seine Mannschaft müsse in solchen Situationen „mit mehr Körpereinsatz, mit mehr Willen“ verteidigen. Gleichzeitig hob er hervor, dass Steinhaus seinen Plan sauber umgesetzt habe. Die Gastgeber hätten die Räume eng gemacht, seien gut gestanden und hätten immer wieder mit schnellen Bällen in die Spitze gearbeitet. „Sie haben es gut gemacht. Wir hatten leider keine richtige Antwort auf ihren Plan“, meinte Cvrtak. Genau darin sah er letztlich auch den Unterschied zwischen beiden Teams an diesem Nachmittag.
Neben der sportlichen Niederlage nahm die Union Steinerkirchen auch neue personelle Sorgen aus dem Derby mit. Cvrtak berichtete von zwei verletzungsbedingten Wechseln, einmal mit Verdacht auf Bänderriss im Sprunggelenk und einmal mit einem Bruch der Mittelhand. Dazu komme ohnehin ein schon länger dünner Kader. Als Hauptgrund für das 1:4 wollte er das aber ausdrücklich nicht gelten lassen. „Das war nicht das Ausschlaggebende, dass wir gestern nicht richtig performt haben“, stellte er klar. Wichtig war ihm auch festzuhalten, dass die Partie trotz aller Härte fair geblieben sei. „Es war kein hitziges Derby. Es gab keine strittigen Szenen, Schiedsrichter Hotzl hatte die Partie gut im Griff“, sagte der neue Trainer. Der Coach betonte jedoch, dass seine Mannschaft trotz der Ausfälle Woche für Woche gute Leistungen bringe, sowohl im Training als auch im Spiel. "Gestern wollte es einfach nicht sein. Meine Spieler und ich werden die richtigen Schlüsse ziehen und gemeinsam wieder voll angreifen," sagte der Trainer noch abschließend.