In der 2. Klasse Mitte-West hat der FC Union Steinerkirchen gegen den SV Erler Naturholzbau Kematen/Innbach mit 4:0 gewonnen und damit einen aus Sicht von Neo-Trainer Branko Cvrtak verdienten Erfolg eingefahren. Der neue Coach sprach danach von einem kontrollierten Auftritt mit viel Ballbesitz, räumte aber auch eine schwache Phase nach der Pause ein. Gerade weil der Absteiger dort kurz ins Wanken geriet, bekam der klare Sieg am Ende zusätzliches Gewicht.

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Der Spielverlauf begann ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Steinerkirchen hatte laut Cvrtak „sehr viel Ballbesitz“ und kontrollierte die Partie über weite Strecken. Schon in der 6. Minute brachte Andreas Bauer seine Mannschaft mit 1:0 in Führung, nach 26 Minuten legte Moritz Dickinger das 2:0 nach. Für den Trainer war das nur die logische Folge einer überlegenen ersten Halbzeit. „Wir haben das Spiel sehr kontrolliert, mit sehr viel Ballbesitz. Kematen wollte über Konter kommen. Wir sind dann gleich in Führung gegangen“, sagte Cvrtak. Gleichzeitig machte er deutlich, dass seine Mannschaft bis zur Pause sogar mehr aus ihren Möglichkeiten hätte machen können. „Wir hätten viel höher führen sollen“, meinte der Steinerkirchen-Coach und sprach damit einen Punkt an, der trotz der klaren Pausenführung nicht ganz zu seiner Zufriedenheit war.
So eindeutig das 2:0 zur Halbzeit auf dem Papier aussah, so offen wurde es aus Sicht des Trainers direkt nach dem Seitenwechsel noch einmal. Cvrtak sprach von einer Phase, in der seine Mannschaft „die ersten fünfzehn Minuten der zweiten Halbzeit extrem verschlafen“ habe. Kematen gab sich auch nach dem Rückstand nicht auf, sondern blieb im Spiel und setzte die Gastgeber in diesem Abschnitt stärker unter Druck. „Die ersten fünfzehn Minuten der zweiten Halbzeit waren absolut auf Seite von Kematen“, sagte der Trainer und hob damit auch die Reaktion des Gegners hervor. Der wichtigste Moment dieser Drangphase war der Elfmeter für die Gäste, den Cvrtak ohne jede Diskussion als korrekt einstufte. „Der Elfmeter war verdient“, sagte er klar. Umso größer war die Bedeutung der Parade von Nico Schwarz, die Steinerkirchen in dieser Phase stabilisierte. „Nach dem gehaltenen Elfmeter von unserem Torwart Nico Schwarz haben wir die Partie wieder in den Griff bekommen“, erklärte Cvrtak. Zugleich ordnete er die Szene auch intern ein: Das Foul vor dem Strafstoß sei „ein wenig Lehrgeld“ seines jungen Außenverteidigers gewesen, also genau jene Erfahrungssituation, aus der seine junge Mannschaft noch lernen müsse.
Nach dieser kurzen Schwächephase bekam Steinerkirchen das Spiel wieder klar in seine Hände. Cvrtak beschrieb das sehr deutlich: „Es hat ein wenig gedauert, bis wir wieder auf Betriebstemperatur gekommen sind. Und dann, als wir auf Temperatur waren, haben wir auch das 3:0 und 4:0 gemacht.“ Genau so lief es dann auch auf dem Feld. Andreas Bauer stellte in der 70. Minute mit seinem zweiten Treffer auf 3:0, sieben Minuten später sorgte Fabio Mayr mit dem 4:0 für den Endstand. Dass der Trainer danach kein einzelnes Tor besonders hervorheben wollte, passte zu seiner Einordnung des Spiels. „Jedes Tor war herausgespielt“, sagte Cvrtak und schob nach, dass Angriffe nicht erst vorne beginnen. „Ein Angriff fängt von hinten an. Ein Großteil der Mannschaft war an den Toren beteiligt.“ Für ihn war das ein Beleg dafür, dass die Offensive nicht zufällig funktionierte, sondern dass die Abläufe im Kollektiv stimmten. Laut Cvrtak hatte Steinerkirchen „5–6 100er“, die die Partie schon früher hätten entschieden sollen. Gleichzeitig sah er den Unterschied zwischen beiden Teams vor allem in der Qualität. „Ohne respektlos gegenüber Kematen zu sein, ich denke, dass meine Mannschaft qualitativ einfach stärker ist“, sagte der Steinerkirchen-Trainer, ohne den Gegner kleinzureden. Kematen habe „gute Ansätze“ gezeigt und könne „jedem Gegner das Leben schwer machen“.
Trotz des klaren 4:0 war bei Cvrtak nach dem Schlusspfiff keine Spur von Überheblichkeit herauszuhören. Im Gegenteil: Er sprach von einem „glanzlosen Sieg“ und nannte das Spiel einen „Pflichtsieg, der immer schwierig ist“. Diese Mischung aus Zufriedenheit über das Ergebnis und nüchterner Analyse zog sich durch seine gesamte Bewertung. Positiv hob er hervor, dass seine Mannschaft im Ballbesitz „sehr, sehr sicher“ auftrete und selbst in Drucksituationen ruhig bleibe. Gleichzeitig sieht er gerade gegen tabellarisch schlechter platzierte Gegner noch Luft nach oben. „Da tun wir uns noch ein wenig schwer“, sagte er und führte das auch auf die vielen jungen Spieler im Kader zurück, denen in manchen Momenten noch die Erfahrung fehle. Genau deshalb dürfte dieser Heimsieg für die Union Steinerkirchen mehr sein als nur drei Punkte. Die Mannschaft brachte ihre Überlegenheit auf den Platz, überstand eine heikle Phase nach der Pause und fand danach wieder sauber in ihr Spiel zurück. Für Cvrtak bleibt damit ein Auftritt, der nicht glänzend war, aber genau das erfüllt hat, was am Ende zählt: ein klarer und verdienter 4:0-Erfolg, der den Steinerkirchenern eine breite Brust für die kommenden Aufgaben geben soll.